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Kassen-Pläne für"Wettbewerb"bei patentgeschützten Arzneimitteln: bürokratische Behandlung nach Kassenlage? / Pharma Deutschland: Cluster-Idee stärkt die Bürokratie statt die Versorgung

ID: 2237218

(ots) - Pharma Deutschland lehnt die von einigen Krankenkassen geforderte Gruppenbildung ("Cluster") bei patentgeschützten Arzneimitteln ab. Wenn Krankenkassen über solche Verfahren festlegen können, welche Präparate vorrangig verordnet werden dürfen, droht eine Behandlung nach Kassenlage: Patientinnen und Patienten laufen Gefahr, nicht mehr die für sie medizinisch passende Therapie zu bekommen,sondern das für die Kasse günstigste Arzneimittel, Im Einzelfall kann zwar davon abgewichen werden, aber eben nur im Einzelfall. Besonders bei chronischen und schweren Erkrankungen sind aber die individuelle Wirkstoffwahl, Nebenwirkungsprofil und Therapiesequenz entscheidend für den Behandlungserfolg.

"Cluster bedeuten nicht mehr Wettbewerb, sondern Behandlung nach Finanzlage der Krankenkassen: Nicht mehr dieÄrztin oder der Arzt entscheidet über die beste Therapie, sondern die Krankenkasse nach den Kosten", sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland."Wenn man den Preisüber den Nutzen stellt, riskiert man schlechtere Behandlungsergebnisse, Damit wird das AMNOG ad absurdum geführt und eine Rationierung durch die Hintertür eingeführt.", so Brakmann.

Zugleich würden diese Modelle mehr Bürokratie schaffen: Nach EU-HTA, AMNOG-Nutzenbewertung und Erstattungsbetragsverhandlung müssten Unternehmen zusätzlich mit jeder Krankenkasse eigene Verträge schließen. Wenn beispielsweise 50 Unternehmen jeweils 50 patentgeschützte Arzneimittel mit derzeit rund 93 Krankenkassen verhandeln müssten, ergäbe das theoretisch 232.500 Einzelverträge, die zudem aus vergaberechtlichen Gründen regelmäßig - etwa alle zwei Jahre - erneuert werden müssten.

Selbst wenn sich Krankenkassen zusammenschließen und die Zahl der Verhandlungspartner halbiert wird, sprechen wir immer noch von 125.000 Verträgen alle zwei Jahre. Das wäre keine Effizienzsteigerung, sondern eine Bankrotterklärung des Systems. Ressourcen, die am Ende in Verwaltung statt in eine gute Versorgung und schnelle Einführung neuer Therapien fließen.





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