Altschulden sind der Brandbeschleuniger der Insolvenzwelle
Jörg Engel hat sich intensiv mit dem Gründen für die vermehrten Firmeninsolvenzen auseinandergesetzt. Es liegt nicht nur an einer schwachen Konjunktur, auch alte Schulden belasten die wirtschaftliche Entwicklung erheblich. Im Interview mit unserer Redaktion klärt erüber den Zusammenhang auf.

(IINews) - Redakteur: Warum steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen derzeit so stark?
J. Engel: Ein wesentlicher Faktor sind die finanziellen Altlasten aus der Corona-Zeit. Staatliche Hilfen haben viele Unternehmen kurzfristig stabilisiert, aber strukturelle Probleme oft nurüberdeckt. Jetzt wirken diese Effekte zeitverzögert.
Redakteur: Welche Rolle spielen Rückforderungen von Fördermitteln?
J. Engel: Eine große. Viele Unternehmen müssen erhaltene Hilfen teilweise zurückzahlen. Gerade wenn Rücklagen fehlen, können solche Forderungen existenzbedrohend werden.
Redakteur: Wie beeinflusst die Zinsentwicklung die Situation?
J. Engel: Die Zinswende trifft Unternehmen hart, die in der Niedrigzinsphase hohe Kredite aufgenommen haben. Anschlussfinanzierungen sind deutlich teurer, was die Liquidität zusätzlich belastet.
Redakteur: Welche Branchen stehen besonders unter Druck?
J. Engel: Stark betroffen sind die Automobilbranche, das Baugewerbe, das Gastgewerbe sowie Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Diese Bereiche kämpfen mit steigenden Kosten, Investitionsbedarf und strukturellen Marktveränderungen.
Redakteur: Sind nur kleine Unternehmen betroffen?
J. Engel: Nein, auch größere Betriebe geraten zunehmend in Schwierigkeiten. Die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen mit über 10 Millionen Euro Umsatz steigt deutlich.
Redakteur: Was können Unternehmen jetzt tun?
J. Engel: Entscheidend ist, frühzeitig zu handeln: Finanzierungsstrukturen prüfen, Kosten senken, Geschäftsmodelle anpassen und professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Wer rechtzeitig reagiert, hat bessere Chancen auf Stabilisierung.
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Jörg Engel kennt diese Herausforderungen nicht nur aus der Beratungspraxis, sondern auch aus persönlicher Erfahrung. Während seiner eigenen Suche nach Unterstützung stellte er fest, dass häufig vor allem standardisierte Vorgehensweisen angeboten werden. Individuelle Lösungsansätze oder alternative Möglichkeiten werden dagegen oft nicht ausreichend erläutert.
Viele Beratungsangebote folgen festen Abläufen, die nicht jede persönliche oder wirtschaftliche Situation vollständig berücksichtigen. Jörg Engel legt daher besonderen Wert auf eine verständliche Darstellung verschiedener Handlungsoptionen und zeigt auch Wege auf, dieüberübliche Standardmaßnahmen hinausgehen können.
Eigene Erfahrungen mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ermöglichen ihm dabei einen besonders praxisnahen Blick auf die Situation Betroffener. Dazu gehören unter anderem:
•die belastende Situation eines angekündigten oder durchgeführten Besuchs durch den Gerichtsvollzieher
•finanzielle Einschränkungen durch Lohn- oder Kontopfändungen
•zunehmender wirtschaftlicher Druck, wenn laufende Verpflichtungen nicht mehr vollständig erfüllt werden können
•das Risiko steigender Gesamtverschuldung durch fortlaufende Zinsbelastungen trotz erheblicher persönlicher Einschnitte
Diese persönlichen Einblicke verbindet Jörg Engel mit einem lösungsorientierten Ansatz. Ziel ist es, Betroffenen nachvollziehbare Informationen bereitzustellen und realistische Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Roswitha Gladel
chippy11(at)web.de
Roswitha Gladel
chippy11(at)web.de
Datum: 09.03.2026 - 17:12 Uhr
Sprache: Deutsch
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Sigmaringen
Kategorie:
Dienstleistung
Meldungsart: Interview
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