Intimgesundheit der Frau: Arzneimittel der Selbstmedikation richtig anwenden

(ots) - Das Gesicht mit einem kalten Wasserstrahl spülen, unter eine kräftige Dusche springen, die Zähne gründlich putzen - das tägliche Morgenritual lernen wir von klein auf. Körperpflege ist wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Ein Thema jedoch bleibt meist tabu: Die Intimgesundheit, für die eine sorgfältige Pflege des sensiblen Genitalbereichs wichtig ist. Um den natürlich sauren pH-Wert des weiblichen Intimbereichs zu erhalten und mögliche Probleme zu behandeln, sind zahlreiche nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und Pflegeprodukte in der Apotheke erhältlich. Anja Klauke, Expertin für Selbstmedikation beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) e.V., verrät, was bei der Anwendung dieser Arzneimittel für die weibliche Intimgesundheit zu beachten ist.
Mehr als 70 Prozent aller Frauen haben eine unausgeglichene Scheidenflora. So bezeichnet man die Mikroorganismen, die schädliche Keime im Intimbereich bekämpfen. In erster Linie sind das Milchsäurebakterien, die für ein saures Milieu der Vagina sorgen und so eine Schutzbarriere gegen Keime bilden. Ist das Gleichgewicht der Vaginalflora jedoch gestört - zum Beispiel durch eine Antibiotikatherapie, falsche Intimhygiene oder Stress, entstehenLücken in der Schutzschicht. Das kann zu Scheidenpilz, bakteriellen Scheideninfektionen und Scheidentrockenheit führen.
Vor der Anwendung die Packungsbeilage lesen
So kann Scheidenpilz im Intimbereich zu Jucken, Brennen, Rötungen, Schwellungen der Schamlippen und geruchlosem krümeligen Ausfluss führen. Hier gibt es Hilfe aus der Apotheke:"Für die Akuttherapie einer Scheidenpilzinfektion, in der Fachsprache Vaginalmykose genannt, sind in der Apotheke wirksame nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel wie zum Beispiel Vaginalcremes oder Vaginaltabletten erhältlich. Sie enthalten Clotrimazol, einen Wirkstoff, der Hefepilze bekämpft. Grundsätzlich gilt bei jeder Arznei, vor der Anwendung die Packungsbeilage zu lesen und die Anweisungen genau zu befolgen", erklärt Anja Klauke."Pharmazeutische Unternehmen haben spezielle Applikatoren entwickelt, mit denen Betroffene die Creme oder Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz selbst einführen können", ergänzt Klauke. Cremes sind gleichzeitig pflegend und besondere für Frauen geeignet, die unter einer trockenen Scheide leiden.
Mit Milchsäure vorbeugen und behandeln
Eine bakterielle Scheideninfektion, eine sogenannte Vaginose, kann entstehen, wenn sich in der Scheide Bakterien ansiedeln, die normalerweise nur vereinzelt dort vorkommen. Sie kann zu einem grau-weißen und unangenehm fischig riechenden Ausfluss führen. Eine Vaginose lässt sich mit Antibiotika behandeln und sollte insbesondere in der Schwangerschaft gynäkologisch abgeklärt werden."Eine nachhaltige Vorbeugung und Behandlung bei leichten Symptomen ist es, die Vaginalflora, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, etwa mit einer Milchsäurekur zu unterstützen. Sie sorgt dafür, dass sich nützliche Milchsäurebakterien in der Vaginalschleimhaut vermehren und so das saure Milieu stabilisieren. Eine Milchsäurekur kann man auch ergänzend zu einem Antibiotikum im Rahmen der Selbstmedikation vornehmen", erklärt Klauke. Das Gel, das auch während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden kann, wird sieben Tage lang am besten vor dem Schlafengehen in liegender Position mithilfe eines Applikators in die Vagina eingeführt.
Bei Unsicherheiten Rat in der Apotheke oder Arztpraxis einholen
Um nach der Behandlung das saure Milieu in der Vagina zu erhalten, ist es ratsam, diese Kur nach jeder Menstruation für zwei bis drei Tage zu wiederholen."Für Frauen, die immer wieder unter Scheideninfektionen oder Scheidenpilz leiden oder eine Antibiotikatherapie hinter sich haben, sind Vaginalkapseln mit speziellen Milchsäurebakterien ratsam", sagt Klauke. Diese werden an sechs aufeinanderfolgenden Tagen vor der Nachtruhe tief in die Scheide eingeführt. Die Behandlung lässt sich zwei weitere Monate wiederholen, beginnend jeweils nach der Regelblutung."Wenn sie sich nicht sicher sind oder die Beschwerde anhalten, holen Sie sich Rat in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis", betont Klauke.
Hormonfreie Pflegeprodukte befeuchten den Intimbereich
Unter Scheidentrockenheit leiden viele Frauen, insbesondere nach der Menopause, wenn derÖstrogenspiegel sinkt. Die vaginale Schleimhaut, die vor Krankheitserregern schützt, wird dünner, die Besiedlung mit Milchsäurebakterien weniger und die Gleitsubstanz, die bei jungen Frauen während der sexuellen Erregung austritt, nimmt deutlich ab. Infolgedessen kann es zu Trockenheit, Brennen und Reizungen im Genitalbereich sowie zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Wasserlassen kommen. Häufigere Harnwegsinfekte können ebenfalls auftreten."Abhilfe können hormonfreie Pflegeprodukte zum Befeuchten bieten - etwa Gele mit Hyaluronsäure, Cremes mit Mandelöl und Bisabolol aus der Kamille oder Vaginalzäpfchen für den äußeren und inneren Intimbereich", ergänzt Klauke. Sie können täglich angewendet werden, das Gel auch vor dem Geschlechtsverkehr.
Tipps für die weibliche Intimgesundheit
- Waschen Sie Ihren Intimbereich möglichst nur mit lauwarmem Wasser. Einmal am Tag reicht. Verwenden Sie allenfalls eine milde Intimwaschlotion, die frei von Duftstoffen ist.
- Benutzen Sie zum Reinigen Ihres Intimbereichs nur Ihre Hände. Wollen Sie einen Waschlappen zu Hilfe nehmen, sollte dieser täglich gewechselt werden. Trocknen Sie sich sorgfältig mit einem sauberen Handtuch ab.
- Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle.
- Ist die Unterwäsche im Sommer oder nach dem Sport feucht geworden sollte diese zügig gewechselt werden. Das gleiche gilt für nasse Badesachen.
- Nach dem Toilettengang sollten Sie mit dem Papier immer von vorn, also vom Scheideneingang, nach hinten zum After wischen.
HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.
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Datum: 06.03.2026 - 10:48 Uhr
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