Weltfrauentag: Für viele Afghaninnen ist eine Geburt lebensgefährlich / Caritas international warnt vor dramatischer Gesundheitskrise für Frauen - Hohe Müttersterblichkeit

(ots) - Seit der Machtübernahme der Taliban vor viereinhalb Jahren hat sich die Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan massiv verschlechtert. Besonders schlecht ist ihre Gesundheitsversorgung. So ist für viele afghanische Frauen eine Geburt zur Lebensgefahr geworden. Darauf weist Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, anlässlich des Weltfrauentages hin.
Systematisch wird Frauen und Mädchen der Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert oder ganz verwehrt - insbesondere in ländlichen Regionen. So dürfen seit Ende 2024 keine Ärztinnen und Hebammen mehr ausgebildet werden. Zugleich wurden in den vergangenen Monaten Internationale Hilfsprogramme gekürzt - mit gravierenden Folgen für die Gesundheitsversorgung. Leidtragende sind insbesondere Schwangere: Nach UN-Angaben sterben 638 Mütter pro 100.000 Geburten. Damit gehört Afghanistan zu den zehn Ländern mit der höchsten Muttersterblichkeit weltweit.
Mit einem Mutter-Kind-Projekten gelingt es Caritas mit ihren lokalen Partnern, zumindest eine Gesundheitsversorgung in Kabul für Frauen und Kinder sicherzustellen."Für viele Frauen ist die Mutter-Kind-Klinik der einzige Ort, an dem sie überhaupt medizinische Hilfe bekommen", erklärt Veronika Staudacher, derzeitige Caritas-Büroleiterin in Kabul. Neben Geburtshilfe leisten die Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern Aufklärungsarbeit zu Hygiene, Ernährung und Neugeborenenversorgung - diskret und angepasst an die lokalen Gegebenheiten.
Caritas international fordert die internationale Gemeinschaft auf, die humanitäre Hilfe für Afghanistan nicht weiter zu kürzen und gezielt Programme für Frauen zu stärken."Während die Rechte afghanischer Frauen systematisch eingeschränkt werden, brechen gleichzeitig internationale Hilfsprogramme weg. Diese Kombination verschärft die humanitäre Krise für Millionen Frauen und Kinder", warnt Veronika Staudacher."Gerade jetzt braucht Afghanistan mehr Unterstützung für Frauen und Mädchen - nicht weniger. Humanitäre Hilfe rettet hier täglich Leben."
Hinweise für Redaktionen: Mit Veronika Staudacher können in Kabul Interviews geführt werden. Kontakt über 0761/200-515
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Datum: 05.03.2026 - 10:15 Uhr
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