Mit pinkem Ordner in die Selbstständigkeit: Augenoptikmeisterin Lisa Pittelkowübernimmt„CarreéOptik“in Potsdam

(PresseBox) - Wenn Augenoptikermeisterin Lisa Pittelkow von ihrem Schritt in die Selbstständigkeit erzählt, lächelt sie und sagt: „In diesem pinken Ordner ist mein Leben.“ Zwischen Trennblättern und Klarsichthüllen steckt monatelange Vorbereitung und die Entscheidung, mit Mitte 30, als junge Mutter, einen etablierten Augenoptikerbetrieb in der Landeshauptstadt Potsdam zu übernehmen.
Bis Ende 2025 war Lisa Pittelkow festangestellte Filialleiterin bei einer großen Optik-Kette in Berlin. Fachlich bestens aufgestellt, beruflich etabliert. „Eigentlich hätte ich einfach so weitermachen können“, sagt sie. „Aber der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen, ist immer stärker geworden, auch, weil ich meiner Tochter zeigen wollte, dass man seinen Weg gestalten kann.“
Im Februar 2025 kommt sie mit eben jenem pinken Ordner zur Handwerkskammer Potsdam. Ihre Stationen: die Betriebsberatung und ihr Kontakt zu Betriebsberater Manfred Kulla und Betriebsberaterin Melanie Pront. Von Anfang an wird klar, dass hier jemand sitzt, der es ernst meint.„Frau Pittelkow war extrem gut vorbereitet“, erinnert sich die Betriebsberaterin. „Sie hatte alles dabei: Lebenslauf, erste Kalkulationen, Vorstellungen zur Positionierung. Man hat sofort gemerkt: Sie weiß, was sie kann, und sie weiß, was sie will.“
In den folgenden Monaten arbeiten beide eng zusammen: am Business- und Finanzplan, an der Beantragung der Meistergründungsprämie und an einer umfangreichen Finanzierung mit Einbindung der Bürgschaftsbank Brandenburg. Gleichzeitig läuft der Alltag weiter: Job, Kind, Familie und immer wieder Termine, Unterlagen, Abstimmungen. „Es war eine intensive Zeit“, sagt Lisa Pittelkow. „Man jongliert sehr viel gleichzeitig und muss trotzdem bei jedem Schritt einen klaren Kopf behalten.“
Nicht alles verläuft auf dem Weg in die Selbstständigkeit reibungslos. Der geplante Gründungszuschuss scheitert zunächst an einem bürokratischen Widerspruch. Um das benötigte Darlehen zu erhalten und Miet- sowie Kaufvertrag unterschreiben zu können, muss das Gewerbe bereits im Juli angemeldet werden. Eine Anmeldung mit künftigem Datum lehnt das Gewerbeamt jedoch ab. Als im November über die Anträge entschieden wird, verweigert die Arbeitsagentur mit Verweis auf das bereits bestehende Gewerbe sowohl das Arbeitslosengeld I als auch den Gründungszuschuss. Zu diesem Zeitpunkt istLisa Pittelkow nachweislich noch angestellt. Nicht die Geschäftsidee bringt die Gründung damit ins Wanken, sondern formale Abläufe, die in der Praxis nicht zusammenpassen. „Das war ein Moment, der sehr an den Nerven gezerrt hat“, sagt sie rückblickend. „Man investiert Zeit, Energie und Hoffnung, und dann muss man sich mit solchen Formalien auseinandersetzen.“ Trotzdem gibt sie nicht auf und hält an ihrem Schritt in die Selbstständigkeit fest.
Mut braucht sie auch an anderer Stelle: Wegen einer langen Kündigungsfrist muss Lisa Pittelkow ihre Stelle kündigen, lange bevor alle Verträge unterschrieben sind. „Das ist der Punkt, an dem viele ins Grübeln kommen“, sagt Melanie Pront. „Wir haben gemeinsam durchgespielt, was realistisch passieren kann. Als klar war, dass sie nicht ins Leere fällt, hat sie sehr bewusst die Entscheidung getroffen.“
Mit derÜbernahme des von Augenoptikermeister Dirk Hagen 2006 gegründeten und aufgebauten Fachgeschäfts „Carreé Optik“ in Potsdam-Nord führt Lisa Pittelkow nun einen Betrieb weiter, der fest im Stadtteil verankert ist. Gleichzeitig bringt sie eine deutliche eigene Handschrift ein: Sie hat viele Jahre Erfahrung in der Filialleitung namhafter Optik-Ketten gesammelt und kennt sowohl die betriebswirtschaftliche als auch die handwerkliche Seite des Berufs. Fachlich interessiert sie sich besonders für augenmedizinische Entwicklungen und neue Behandlungsmöglichkeiten. Künftig möchte sie das Profil des Geschäfts weiter schärfen, etwa mit speziellen Angeboten für Kinder, die mit optischen Hilfsmitteln behandelt werden und mit modernen, technikgestützten Messverfahren, die präzise Diagnosen und individuelle Lösungen ermöglichen.
Gleichzeitig soll„Carreé Optik“ ein Ort bleiben, an dem man die Menschen hinter der Theke kennt. Ihre Mutter und Tochter sind für sie ein wichtiger Bezugspunkt bei vielen Entscheidungen. „Meine Familie war in diesem Prozess sehr wichtig“, sagt Lisa Pittelkow. „Selbstständigkeit istkein Solo-Projekt. Man braucht Menschen, die an einen glauben, ob nun zu Hause oder im beruflichen Umfeld.“
Genau diese Mischung aus Fachwissen, Struktur und Bodenhaftung beeindruckt auch Melanie Pront:„Frau Pittelkow ist sehr organisiert, sie denkt voraus, hört aber gleichzeitig zu und holt sich aktiv Rückmeldungen. Sie nutzt Beratung als Sparring, nicht als Abgabe von Verantwortung. Das ist eine starke Basis für eine erfolgreiche Übernahme. Einfach eine mutige Gründerin, wiewir sie im Handwerk brauchen.“
Dass sie diesen Weg der Betriebsnachfolge inzwischen nicht nur selbst gegangen ist, sondern ihre Erfahrungen auch weitergibt, zeigt sich am 12. März 2026 in Potsdam: Bei der Veranstaltung „Frauen auf dem Weg“ im Rahmen der Brandenburgischen und Potsdamer Frauenwochen erzählt die Augenoptikermeisterin Lisa Pittelkow im Gründungstalk „MutGeschichten“ von ihrem Schritt in die Selbstständigkeit. Dort berichtet sievon Chancen, Zweifeln, bürokratischen Hürden und persönlichen Entscheidungen und steht beispielhaft für Frauen im Handwerk, die ihren eigenen unternehmerischen Weg gehen.
Die Handwerkskammer (HWK) Potsdam ist eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltungseinrichtung für die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Teltow-Fläming und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel. Sie ist die Interessenvertretung vonrund 17.500 Mitgliedsbetrieben und ihren mehr als 71.800 Beschäftigten in über 125 Gewerken.
Die HWK Potsdam setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche ein, bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks und bietet ihren Mitgliedsbetrieben zahlreiche Unterstützungen bei wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Zu den Mitgliedsunternehmen gehören Handwerksbetriebe aller Branchen; vor allem aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, Elektro und Metall, Holz, Bekleidung und Textil, Gesundheit, Reinigung sowie Nahrungsmittel.
Die HWK Potsdam bietet an ihrem Bildungs- und Innovationscampus Handwerk (BIH) in Götz umfangreiche Angebote für die Weiterbildung im westbrandenburgischen Handwerk und führt in den dortigen Lehrwerkstätten auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung durch. Sie ist zuständig für Gesellen-, Meister- und Fortbildungsprüfungen im Handwerk.
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Datum: 04.03.2026 - 10:52 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Ines Weitermann
Stadt:
Potsdam
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Kategorie:
Bildung & Beruf
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