Saubere Luft im Auto: Tipps für Innenraumfilter von Fahrzeugen

(ots) - Mit dem Frühling beginnt die Heuschnupfen-Saison. In Autos sorgen Filter in Lüftungen und Klimaanlagen für saubere Luft: Sie halten Pollen, Schadstoffe und sogar Krankheitserreger draußen. Der TÜV-Verband gibt Tipps für die Auswahl und Wartung von Pkw-Innenraumfiltern.
Frühlingszeit ist Pollenzeit. Der Blütenstaub von Bäumen, Gräsern oder Kräutern kann Heuschnupfen und andere allergische Reaktionen auslösen. Daher sollten Autofahrerinnen und Autofahrer auf ein gutes Raumklima achten. Mehr als 500.000 Liter Luft pro Stunde strömen über Lüftungs- und Klimaanlage in das Fahrzeug. Und mit der zugeführten Außenluft können auch Pollen, Feinstaub oder Schadstoffe in das Wageninnere gelangen. Innenraumluftfilter versprechen, solche Partikel abzufangen."Damit im Fahrzeug wirklich gute Luft herrscht, sollten Halter auf die Auswahl der Filter achten und eine regelmäßige Wartung sicherstellen", sagt Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. Als Faustregel gilt: Sinnvoll ist ein Austausch einmal pro Jahr. Optimaler Zeitraum ist der Frühling, wenn die Pollensaison beginnt. Spätestens aber nach 15.000 bis 20.000 gefahrenen Kilometern sollte man für Ersatzfilter sorgen. Dafür eigenen sich auch die vom Hersteller empfohlenen Inspektionstermine oder ein Frühjahrs-Check. Schneider:"Wer auf saubere Luft im Auto wert legt, sollte fragen, ob ein Filterwechsel dran ist und den Zustand der Filter prüfen lassen."
Gesundheitlich belastend bis akut gefährlich sind Pollen für Allergiker."Allergische Reaktionen, die zu Niesanfällen, tränenden Augen oder Husten führen, können die Fahrtüchtigkeit einschränken", sagt Schneider."Umso wichtiger ist es für Allergiker, bei ihrem Fahrzeug auf funktionstüchtige und leistungsfähige Filter zu achten."Auch die Wahl des Parkplatzes kann dabei helfen, die Pollenbelastung im Fahrzeug zu verringern."Wer an Allergien leidet, sollte sein Auto möglichst nicht unter Bäumen abstellen", rät der Experte. Für Menschen, die an Asthma erkrankt sind, sei es besonders wichtig, den Innenraum möglichst frei von Feinstaub zu halten.
Filterwechsel selbst machen oder von der Werkstatt?
Für den Zustand von Innenraumfiltern sind die Halterinnen und Halter von Fahrzeugen in der Regel selbst verantwortlich."Deren Prüfung ist nicht Teil der Hauptuntersuchung", erläutert Schneider. In der HU werde allein die Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlagen geprüft, um beschlagenen Scheiben zu verhindern.
Die Innenraumfilter sind in den Fahrzeugen häufig hinter oder unterhalb des Handschuhfachs eingebaut. Alternativ finden sie sich im Motorraum nahe der Windschutzscheibe und gelegentlich auch unter dem Armaturenbrett."Wenn sich der Innenraumluftfilter nahe der Windschutzscheibe befindet, sollten Fahrerinnen und Fahrer darauf achten, dass die Luftzufuhr nicht durch Laub oder Schmutz beeinträchtigt wird", sagt Schneider.
Der Wechsel des Filters ist zwar grundsätzlich auch für Laien möglich. Dabei gilt es vor allem darauf zu achten, diesen richtig herum einzubauen. Im Normalfall zeigen Pfeile auf den Filtern an, in welche Richtung die Luft strömen soll."Wir raten dazu, den Austausch von einer Werkstatt vornehmen zu lassen und Originalteile von Fahrzeug- oder Filterherstellern zu verwenden", sagt TÜV-Fachmann Schneider.
HEPA-Filter schützen auch vor Viren und Bakterien
Bei der Leistungsfähigkeit unterscheiden sich einzelne Filtertypen deutlich. Die Basisvarianten nutzen Faser- oder Vliesmaterial, um die Luft im Innenraum sauber zu halten."Pollen, Staub und gröbere Partikel werden so zurückgehalten", sagt Schneider."Das gilt allerdings nicht für Abgase. Wenn man im Stop-and-Go-Verkehr vom vorausfahrenden Fahrzeug eingequalmt wird oder durch einen stark befahrenen Tunnel fährt, sollte man besser die Luftzufuhr abriegeln."Das funktioniert mit dem Umluft-Schalter, der einen geschwungenen Pfeil in einer Fahrzeugsilhouette zeigt. Die vorhandene Luft im Fahrzeug wird dann nur umgewälzt, aber keine neue zugeführt.
Aktivkohlefilter dagegen können auch Stickoxide und die sogenannten VOCs aufnehmen - das sind flüchtige organische Verbindungen, die von Kunst- oder Klebstoffen abgegeben werden. Diese können auch im Fahrzeug selbst entstehen."Vor allem bei Neufahrzeugen kann es zu stärkeren Ausdünstungen kommen", sagt Schneider."Besonders bei hohen Temperaturen im Sommer ist dies ein Risiko."Umso wichtiger ist, dass die Frischluftzufuhr funktioniert. Bei der Ermittlung möglicher Schadstoffemissionen im Innenraum von Fahrzeugen helfen auch die TÜV-Organisationen, die entsprechende Messungen anbieten.
HEPA-Filter ("High Efficiency Particulate Air") versprechen, dass selbst Bakterien und Viren am Eintritt ins Fahrzeug gehindert werden. Während Standard-Innenraumfilter bereits ab fünf bis acht Euro zu haben sind, können HEPA-Modelle schon mal 60 bis 80 Euro kosten."Serienmäßig finden sich diese häufig nur in Premium-Modellen", sagt Schneider."Doch das Umrüsten ist in der Regel problemlos möglich."HEPA-Filter fangen zudem Feinstaub besonders zuverlässig ab. Dagegen halten Aktivkohle-Filter auch unangenehme Gerüche und Gase zurück. Eine kleine Änderung im Nutzungsverhalten der Klimaanlage kann Gerüchen entgegenwirken, die im Fahrzeug selbst entstehen."Man sollte kurz vor Fahrtende die Kühlung der Klimaanlage abschalten, aber das Gebläse weiterlaufen lassen", rät Schneider. Denn eine mögliche Quelle für Geruchsbildung ist auch Feuchtigkeit am Verdampfer der Klimaanlage.
Anzeichen für Schimmelbildung ernst nehmen
Wer die Wartung der Innenraumfilter vernachlässigt, riskiert Schimmelbildung oder das Einnisten von Bakterien."Dies droht, wenn der Innenraumfilter verstopft oder anderweitig defekt ist", sagt Schneider. Unterbleibt der Austauschüber längere Zeit, können sich Filter zusetzen. Bei den folgenden Anzeichen sollten Fahrzeughalter umgehend einen Filterwechsel vornehmen oder in die Werkstatt gehen, um Gesundheitsgefahren zu vermeiden:
- Muffiger Geruch: Riecht es im Fahrzeug und vor allem aus der Lüftungsanlage modrig oder muffig, könnten sich Bakterien oder Schimmel gebildet haben.
- Beschlagene Scheiben: Beschlagen die Scheiben leicht, kann feuchte Luft nicht mehr richtig aus dem Innenraum transportiert werden.
- Schwache Lüftung: Arbeiten Lüftung, Klimaanlage oder Heizung nicht mehr mit voller Kraft, kann eine Ursache sein, dass kaum noch Luft durch das verstopfte Vlies kommt.
- Allergische Reaktionen: Treten im Fahrzeug häufiger Niesanfälle, akuter Schnupfen oder brennende Augen auf, können defekte Pollenfilter die Ursache sein.
Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) empfiehlt in seiner gemeinsamen Richtlinie VDI/ZDK 6032 mit dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) neben dem regelmäßigen Austausch von Innenraumluftfiltern auch die Reinigung der zugehörigen Komponenten, etwa des Gehäuses."Dies wird von vielen Autofahrerinnen und Autofahrern vernachlässigt", sagt Schneider. Ein weiterer Tipp des Experten:"Auch das regelmäßige Säubern des Innenraums - besonders von Sitzbezügen oder Fußmatten - kann die Staubbelastung reduzieren und damit Luftqualität in Fahrzeugen verbessern."
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