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Historischer Sieg für den Schutz des Wattenmeers: Gericht stopptÖlförderung auf der Mittelplate nach Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe

ID: 2234212

(ots) -
- Erfolg für den Naturschutz: Gericht ordnet sofortigen Stopp der Ölförderung im deutschen Wattenmeer an
- Fehlende FFH-Verträglichkeitsprüfung: Betrieb war rechtswidrig
- DUH fordert dauerhaften Ausstieg aus derÖlförderung im Wattenmeer und eine Abkehr von den Plänen der Bundesregierung, die Ölheizung zu retten

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen bedeutenden juristischen Erfolg zum Schutz der Natur und des Klimas erzielt: DieÖlförderung auf der Bohrinsel Mittelplate im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer muss sofort gestoppt werden. Das hat das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht heute mit Verweis auf die fehlende FFH-Verträglichkeitsprüfung entschieden, die nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht zwingend vorgeschrieben ist. Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist erst zulässig, wenn nachgewiesen ist, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen fürdas Wattenmeer zu erwarten sind. Eine Beschwerde gegen den Beschluss hätte keine aufschiebende Wirkung. Der Beschluss ist sofort vollziehbar.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Diese Entscheidung ist ein historischer Erfolg für den Naturschutz und ein klares Signal: Deutschlands größtes Weltnaturerbe darf nicht ohne gründliche Prüfung der Naturschutzauswirkungen der Ölförderung ausgebeutet werden. Das Wattenmeer ist eines der empfindlichsten und wertvollsten Ökosysteme Europas und darf nicht weiter durch Ölförderung gefährdet werden. Die Ölförderung durch die veraltete Plattform Mittelplate bedeutet ein enormes Risiko für alles Leben im Wattenmeer. Mit jedem Tag steigt die Gefahr eines Unfalls. Die Folgen einer Ölpest wären für das Wattenmeer und seine Funktion katastrophal - Millionen von Wattwürmern, aber auch Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale würden ihre Nahrungsquelle und Lebensgrundlage im Watt verlieren."

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH:"Die Mittelplate-Entscheidung zeigt vor allem eins: Die fossileÄra in Deutschland muss enden - nicht irgendwann, sondern jetzt. Es ist gut, dass die Landesregierung Schleswig-Holstein mit 2041 endlich ein Enddatum für diese schmutzige Förderung gesetzt hat, aber das ist im Angesicht der Klimakrise leider viel zu spät. Die Pläne der Bundesregierung, mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz die Öl- und Gasheizung zu retten, sind völlig aus der Zeit gefallen. Von der Bundesregierung fordern wir, endlich den schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas verantwortungsbewusst vorzubereiten, anstatt die Hand mit politisch gewollten Rückschritten wie dem Heizungsgesetz schützend über fossile Geschäftsmodelle und Umweltzerstörung zu halten. Bundes- und Landesregierung sind jetzt gefragt, einen verbindlichen Plan für den sofortigen Ausstieg aus der fossilen Förderung im Wattenmeer vorzulegen."





Hintergrund:

Die DUH macht mit dem Verfahren fehlende Prüfungen der Umweltauswirkungen des risikoreichen Förderprojektes geltend. Für die seit 1987 bestehende Ölförderung auf der Bohrinsel Mittelplate wurde niemals eine FFH-Verträglichkeitsprüfung gemäß der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie durchgeführt, obwohl das Wattenmeer bereits seit 1998 als FFH-Gebiet sowie seit 2001 als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist und die Bohrinsel in einem der sensibelsten Ökosysteme Europas liegt. Im Mai 2024 war die Schleswig-Holsteinische Landesregierung den Forderungen von Umweltverbänden und des UNESCO-Komitees gefolgt und hatte die beantragte Erweiterung der Ölförderung Mittelplate abgelehnt sowie das Ende der Ölförderung im Wattenmeer für 2041 beschlossen.

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz DUH
0160 4334014, zerger(at)duh.de

Rechtsanwalt Prof. Dr. Remo Klinger, Geulen&Klinger Rechtsanwälte
0171 2435458, klinger(at)geulen.com

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 26.02.2026 - 16:08 Uhr
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