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Gegen Stereotype und falsche Ratschläge an die Spitze

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Erkenntnisse aus dem Global Technology Forum–mit Yejin Choi, Professorin für Computerwissenschaften an der Stanford University


(PresseBox) - „Bildung für Frauen ist überschätzt“, „Das Forschungsfeld der Künstlichen Intelligenz ist eine Sackgasse“ oder „Themen wie der gesunde Menschenverstand sind Schnee von gestern“ – das waren vermeintlich gut gemeinte Ratschläge, die Yejin Choi während ihrer Laufbahn hörte. Zum Glück hat sie alle ignoriert. Heute ist sie Professorin für Computerwissenschaften an der Stanford University, wurde in die TIME 100 der zukunftsgewandten Denkerinnen aufgenommen und berät die Vereinten Nationen bei Fragen zu KI. Im letzten Jahr führte sieihr Weg auch auf das Global Technology Forum (GTF) des TUM Campus Heilbronn.

Mit Sonnenbrille und Lederjacke erschien die Südkoreanerin zum Interviewtermin im Heilbronner Inselhotel am Vorabend des GTFs. Sie strahlt die Gelassenheit einer Frau aus, die genau da ist, wo sie sein möchte. Um zu verstehen, wie sie dorthin kam, lohnt sich ein Blick zurück: „Mit 23 bin ich in die USA gegangen, um zu arbeiten, nicht um zu studieren.“ Denn gemäß den damaligen Stereotypen sollte sie eigentlich eine andere Rolle einnehmen: „Mir wurde gesagt, dass ein Studium entweder unerschwinglich oder außerhalb meiner Reichweite ist.“

Erste Schritte bei Microsoft

Mit rudimentären Englischkenntnissen ging sie in das Vorstellungsgespräch bei Microsoft und hinterließ einen bleibenden Eindruck: „Die Grundlagen des Programmierens habe ich während meines Computertechnik-Studiums an der Seoul National University gelernt. Um diesen Software-Engineering-Job zu bekommen, habe ich mir Kenntnisse über Software-Design selbst angeeignet.“ So fiel ihr das Vorstellungsgespräch erstaunlich leicht und sie begann ihre Karriere in den Vereinigten Staaten im Bereich Systeme und Netzwerke. 

Nach ihrer Promotion an der Cornell University im Bundesstaat New York nahm sie ihre erste Stelle als Assistenzprofessorin an der Stony Brook University auf Long Island an. Schließlich fand sie ihr akademisches Zuhause an der University of Washington in Seattle, wo sie zehn Jahre lang lehrte und forschte. In dieser Zeit erweiterte sich ihr Forschungshorizont: „Damals begann ich, mich unter anderem mit gesundemMenschenverstand, sozialen und moralischen Normen zu beschäftigen.“ In Seattle blühte sie auf, bis eines Tages der Anruf der Stanford University kam.





Von Seattle ins Silicon Valley

Ende 2024, während eines Sabbatjahres bei NVIDIA, ging es also in das Umfeld des weltberühmten Silicon Valleys. „Dort ist dieser Spirit in der Luft, der sehr intensiv ist, und ich mag Intensität.“ Und Veränderung: „Nach dem Umzug in die Bay Area habe ich das Gefühl, eine neue Weltzu entdecken“, sagt sie. Das Forschungsthema, von dem ihr zu Beginn ihrer Laufbahn abgeraten wurde, hat sich in den vergangenen Jahren äußerst dynamisch entwickelt. KI ist inzwischen in aller Munde und wird auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert.

Ihre Expertise brachte sie auch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, Thema der Sitzung war die„Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“. „Ich habe den Gedanken geäußert, dass man Zugang zu Ressourcen haben muss, um Autonomie zu erreichen. Es ist eine Frage der Ressourcen: Wohin fließen Investitionen – und damit Geld?“ Momentan sei dies auf wenige Regionen konzentriert. Doch selbst für die weitgereiste Forscherin war der Auftritt vor so einem Publikum eine völlig neue Erfahrung, die auch etwas Anspannung mit sich brachte: „Ich war damit beschäftigt, mein Skript zu lesen, und habe deshalb nicht darauf geachtet, ob sie aufmerksam waren oder was sie sonst noch gemacht haben“, sagt sie und lacht.

Choi gegen Goliath

Wenn Choi auf ihre eigenen Veröffentlichungen zurückblickt, ist sie erfrischend ehrlich: „Keine davon ist perfekt – sie haben alle ihre Schwächen.“ Aber: „Es gibt Dinge, die ich wirklich mag, weil sie die ersten Grundkonzepte für ein größeres Ganzes waren.“ Konkret meint sie damit ihreForschungen zu Destillationen aus Sprachmodellen: Choi destillierte die Daten aus der GPT-2 Version und trat dann mit ihrem Ergebnis gegen GPT-3 an. „Es war erstaunlich, gegen ein Modell anzutreten, das bei der bestimmten Aufgabe der Zusammenfassung eines Satzes um zwei Größenordnungen stärker war – meine Gruppe hat gezeigt, dass wir selbst aus einem so schwachen Modell hochwertige Daten erstellen können.“

Für die Entzauberung des KI-Giganten fehlen der Wissenschaftlerin nicht die intellektuellen, sondern die praktischen Mittel: „Wenn ich eine Milliarde Dollar aufgebracht habe, dann kann ich anfangen, davon zu träumen.“ Dabei spricht sich Choi nicht grundsätzlich gegen große Sprachmodelle (LLMs) aus. Ihre Vision ist vielfältig: „Ich stelle mir eine Zukunft vor, in der es ein gesundes Ökosystem aus verschiedenen Anbietern und Branchen gibt. Diese können unterschiedliche Arten von Sprachmodellen oder generativer KI für unterschiedliche Bedürfnisse bereitstellen – ähnlich wie bei Restaurants, Taxiunternehmen und anderen Branchen, auf die viele Menschen angewiesen sind.“

Im Dienst der Menschen

Eine dieser Branchen ist das Gesundheitswesen. Daher freut sie sich, dass dieses Thema auf der Agenda des GTFs stand:„Die Anwendungsfälle für KI sind sehr wichtig. Die Keynote zu „KI in der Medizin“ war für mich deshalb besonders spannend.“ Am Ende soll KI positiv und im Dienst der Menschen genutzt werden. Ihr abschließender Appell lautet daher: „Es gibt so viele Probleme, über die man sich Sorgen machen könnte. Ich habe jedoch erkannt, dass es nichts bringt, nur zu jammern. Es ist gut, tatsächlich etwas dagegen zu unternehmen.“ Genauso wie gegen vermeintlich gut gemeinte Ratschläge und festgefahrene Stereotypen. 

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Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 26.02.2026 - 09:30 Uhr
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Ansprechpartner: Kerstin Besemer
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Heilbronn


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Bildung & Beruf



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