Hausärzte kritisieren„Geschäftsmodell Dringliche Facharzt-Termine“

(ots) - Recherche des WDR-Verbrauchermagazins„Markt“ für die ARD
Wer einen Facharzttermin bekommen will, muss oft sehr lange auf einen Termin warten. In medizinisch dringenden Fällen stehen dem Hausarzt jedoch zwei Instrumente zur Verfügung, die Kassenpatienten einen schnelleren Termin beim Facharzt verschaffen sollen: Dringlichkeitscodes und Hausarztvermittlungsfälle. Für diese Behandlungen dürfen Fachärzte teils deutliche Zuschläge extra-budgetärabrechnen. Aber: Nutzen manche Fachärzte das Abrechnungssystem aus, um mit Hilfe dieser Instrumente ihr Honorar für die Behandlung gesetzlich Versicherter zu erhöhen?
Zumindest bejahen dasüber alle Bundesländer hinweg mehr als 750 Hausärzte in einer nicht repräsentativen Umfrage, die der WDR für das ARD-Kompetenzcenter „Verbraucher“ durchgeführt hat. Gut 820 Hausarztpraxen hatten bei der Umfrage mitgemacht.
Die Umfrage des WDR-Verbrauchermagazins„Markt“ zeigt: Viele Hausärzte fühlen sich unter Druck gesetzt, weil die besser bezahlten Überweisungen auch in Fällen eingefordert würden, die medizinisch nicht eilig oder nur Routine seien. Patienten mit normalen Überweisungen würden von Fachärzten zurück in die Hausarztpraxen geschickt.
Das Terminservice- und Versorgungsgesetz, das die Instrumente Dringlichkeitscode und Hausarztvermittlungsfall beinhaltet, war 2019 eingeführt worden. Aktuell steht es heftig in der Kritik: Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen und der Bundesrechnungshof beklagen, dass es für hohe Zusatzkosten sorge. Diese müssten die Beitragszahler stemmen. Das Gesetz habe seinen Sinn verfehlt: Die Wartezeiten für einen Facharzttermin seien für Kassenpatienten gestiegen, nicht gesunken.
Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands sieht finanzielle Anreize als notwendig für einen Ausbau des Terminangebots an. Nur so könnten Praxen Personal einstellen und in moderne Versorgung investieren. Der Verband setzt sich für die vollständige Entbudgetisierung fachärztlicher Leistungen ein.
Der Beitrag zum Thema wird im WDR-Verbrauchermagazin„Markt“, im WDR Fernsehen, am 18.02., 20:15 Uhr, ausgestrahlt.
Beteiligt sind die folgenden WDR-Data-Journalist:innen und Markt-Autorinnen:
WDR-Data: Nándor Hulverscheidt, Redaktion: Elena Riedlinger, Urs Zietan
WDR Markt: Birgit Brückner, Birgit Bonk, Redaktion: Petra Wagner
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Datum: 18.02.2026 - 06:00 Uhr
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