Anika Decker:"Jungs bleiben gerade ziemlich auf der Strecke"/ Autorin von"Keinohrhasen"schreibt jetzt"andere Männerfiguren"- Statement zum Prozess mit Til Schweiger

(ots) - Osnabrück. Anika Decker ("Keinohrhasen") sieht emanzipatorischen Nachholbedarf bei Jungs und Männern."Jungs bleiben gerade ziemlich auf der Strecke", sagte Decker im Gespräch mit der"Neuen Osnabrücker Zeitung"(noz) und verwies auf Männlichkeitsbilder in sozialen Medien:"Früher gab es vielleicht noch die Pfadfinder oder den Trainer, aber heute fehlen coole männliche Vorbilder, weil diese hasserfüllten Inhalte alles verdrängen. Das ist ein Problem."
Auch Männer sieht Decker in einer schwierigen Situation:"Zu männlichem Verhalten findet man überall nur Warnhinweise: Bloß nicht zu hart sein! Aber auch bloß nicht zu weich!", sagte die 50-Jährige."Und von nicht wenigen Frauen höre ich, dass sie am Ende doch einen richtigen Mann wollen. Die schimpfen über toxische Männlichkeit und sagen dann: Aber sexy finde ich das schon."
Decker warf der Unterhaltungsindustrie vor, diese Rollenmuster zu befördern:"Teenager-Serien strotzen von toxischen Männerbildern: Da ist immer ein Typ, der emotional verkorkst ist und das Mädchen schlecht behandelt, aber er kann ja nicht anders, weil er so einen schlimmen Vater hat. Und sie muss ihn dann retten", sagte die Autorin."Auf der Buchmesse gab es eine komplette Halle, nur für sowas."Wie stark das wirke, erlebe sie bei den Mädchen im eigenen Freundeskreis:"Das steckt schon alles ziemlich tief drin", sagte Decker."Ein Grund mehr, dass ich seit ein paar Jahren andere Männerfiguren schreibe."
Auch MeToo hält Decker immer noch für ein Thema:"Ich verstehe, wenn die Leute MeToo nicht mehr hören können. Aber es ist eine Realität, mit der man umgehen muss", sagte die 50-Jährige noz."Männer haben in der MeToo-Debatte ja immer gesagt: Wir trauen uns schon gar nicht mehr zu einer Frau in den Fahrstuhl. Da habe ich gesagt: Frauen trauen sich das auch nicht. Ich bin nicht nur einmal im Aufzug von einem sehr mächtigen Mann quasi überfallen worden. Ich bin an die Wand gedrückt worden und musste mich wieder befreien", sagte Decker."Ich könnte aus dem Stand noch 20 Beispiele aufzählen. Das Thema war ja nicht neu. Meine Oma kannte das, meine Mutter kannte das, ich kannte das."
Deckeräußert sich auch über Til Schweiger, mit dem sie um ihren Anteil an"Keinohrhasen"und"Zweiohrküken"prozessiert hatte:"Es gab eine gerichtliche Auseinandersetzung, die ein urheberrechtlicher Präzedenzfall war. Deswegen ging es nicht nur um Geld. Es ging um Geld und Urheberrechte und Respekt und ums Prinzip. Drehbuchautoren fallen bei diesen Millionenprojekten hinten runter", sagte Decker."Ich fühlte mich ungerecht behandelt und habe vor Gericht auch recht bekommen. Wäre das Meiste nicht verjährt gewesen, hätte mir eine riesige Summe zugestanden. Ich habe aber die Urheberrechte für meine Bücher bekommen und habe jetzt Schwarz auf Weiß, dass ich recht hatte."
Bei Audible startet Decker den Podcast"Bin ich jetzt das Problem?!", in dem sie mit der Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Miriam Jungeüber ihr Seelenleben spricht.
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Datum: 13.02.2026 - 06:00 Uhr
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