So läuft das Anerkennungsverfahren wirklich

(PresseBox) - Der Anerkennungsprozess internationaler Pflegefachkräfte aus Drittstaaten erfordert in Einrichtungen eine klare Struktur, verlässliche Planung und gezielte Begleitung. Gleichzeitig ist er für Kliniken und Pflegeeinrichtungen ein zentraler Hebel, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Wer den Prozess versteht, realistisch einschätzt und gezielt begleitet, kann Ausfälle reduzieren, Kosten senken und internationale Pflegekräfte schneller und nachhaltig integrieren.
Phase 1: Vorbereitung und Antragstellung im Ausland
Da der Pflegeberuf in Deutschland reguliert ist, beginnt der Weg in die Berufsausübung immer mit einer formalen Prüfung der Qualifikation. Bereits diese Phase entscheidet häufig darüber, wie reibungslos der weitere Prozess verläuft.
Internationale Pflegefachkräfte müssen eine Vielzahl an Unterlagen zusammenstellen, darunter Identitätsnachweise, Ausbildungsabschlüsse mit Stundenübersichten, Nachweise zur Berufserlaubnis im Herkunftsland, Berufserfahrung sowie Sprachzertifikate. Diese Dokumente müssen in der Regel beglaubigt und von vereidigten Übersetzern ins Deutsche übertragen werden.
Anschließend wird der Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes gestellt, in dem die spätere Tätigkeit geplant ist. Die Behörde prüft, ob die ausländische Ausbildung mit der deutschen Pflegeausbildung vergleichbar ist.
Gerade bei Abschlüssen aus Drittstaaten werden häufig wesentliche Unterschiede festgestellt. Das Ergebnis ist ein sogenannter Defizitbescheid, der genau festlegt, welche Kompetenzen in einer Ausgleichsmaßnahme nachzuholen sind. Ab diesem Zeitpunkt besteht in der Regel ein Wahlrecht zwischen Anpassungslehrgang und Kenntnisprüfung.
Phase 2: Visum und Einreise nach Deutschland
Liegt ein Defizitbescheid vor, kann die Pflegefachkraft ein Visum zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen beantragen. Dieses Visum setzt unter anderem voraus, dass eine konkrete Qualifizierungsmaßnahme geplant ist - etwa ein Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung - sowie der Lebensunterhalt gesichert ist.
Alternativ besteht seit März 2024 die Möglichkeit der Anerkennungspartnerschaft. In diesem Fall kann die Einreise bereits erfolgen, bevor das Anerkennungsverfahren abgeschlossen ist, sofern ein Arbeitsvertrag vorliegt und sich Arbeitgeber und Pflegekraft zur Nachqualifizierung verpflichten. Das Anerkennungsverfahren wird dann erst nach der Einreise im Inland gestartet.
Für Einrichtungen bedeutet das: Anerkennung wird planbarer, setzt aber eine strukturierte Begleitung von Beginn an voraus.
Phase 3: Vorbereitung in Deutschland
Nach der Einreise beginnt die eigentliche Vorbereitungsphase auf die Kenntnisprüfung. In dieser Zeit dürfen internationale Pflegefachkräfte bereits als Pflegehilfskraft arbeiten - allerdings unter Anleitung und ohne volle Berufserlaubnis.
Ein strukturierter Vorbereitungskurs ist während des Anerkennungsverfahren hier kein „Nice-to-have“, sondern der entscheidende Erfolgsfaktor. Er schließt theoretische Lücken, trainiert die deutsche Fachsprache und bereitet auf die spezifische Prüfungsstruktur vor.
Parallel erfolgt die Anmeldung zur Kenntnisprüfung bei der zuständigen Stelle oder über eine Pflegeschule. Hier sind oft Vorlaufzeiten von mehreren Wochen zu berücksichtigen, was eine frühzeitige Planung unerlässlich macht.
Phase 4: Die Kenntnisprüfung
Die Kenntnisprüfung ist eine staatliche Prüfung und orientiert sich in Aufbau und Anspruch an der Abschlussprüfung der deutschen Pflegeausbildung. Ziel ist der Nachweis, dass die Pflegefachkraft über einen gleichwertigen Kenntnisstand verfügt.
Die Prüfung besteht in der Regel aus einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im mündlichen Abschnitt wird häufig ein komplexer Patientenfall besprochen, zu dem pflegerische, kommunikative und rechtliche Fragen beantwortet werden müssen. Der praktische Teil umfasst mehrere reale Pflegesituationen im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung, inklusive Planung, Durchführung und Dokumentation.
Wer beide Prüfungsteile besteht, weist damit die Gleichwertigkeit der Ausbildung nach. Sollte ein Teil nicht bestanden werden, ist in der Regel eine einmalige Wiederholung möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss und der Vorlage weiterer erforderlicher Nachweise, wie Sprachzertifikate, Führungszeugnis und ärztlichem Attest, wird die Berufsurkunde ausgestellt. Ab diesem Zeitpunkt darf die Pflegefachkraft uneingeschränkt als Pflegefachperson arbeiten.
Was Einrichtungen daraus mitnehmen sollten
Für Einrichtungen zeigt sich in der Praxis klar: Das Anerkennungsverfahren ist kein Einzelereignis, sondern ein mehrmonatiger Weg mit vielen Schnittstellen. Hohe Durchfallquoten, unzureichende sprachliche Vorbereitung oder fehlende Transparenz im Lernfortschritt führen nicht nur zu Frustrationbei den Teilnehmenden, sondern auch zu Verzögerungen, Mehrkosten und zusätzlichen Koordinationsaufwand.
Strukturierte Vorbereitung, realistische Erwartungssteuerung und ein verlässlicher Partner, der den Prozess kennt und begleitet, sind entscheidend für eine hohe Bestehensquote, idealerweise bereits im ersten Versuch. Gerade vor dem Hintergrund begrenzter Budgets spielt auch die Förderfähigkeit des Vorbereitungskurses eine zentrale Rolle für Einrichtungen.
Anerkennung erfolgreich begleiten - mit strukturierter Vorbereitung
Derhybride Vorbereitungskurszur Kenntnisprüfung von Lecturio wurde genau für diese Anforderungen entwickelt. Er unterstützt Einrichtungen dabei, internationale Pflegefachkräfte gezielt, transparent und praxisnah auf die Kenntnisprüfung vorzubereiten - fachlich, sprachlich und strukturell.
Der Kurs ist zu 100 % förderfähig im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes. Für die Qualifizierung internationaler Pflegefachkräfte übernimmt die Agentur für Arbeit dabei bis zu 100 % der Lehrgangskosten.
Für Pflegedirektionen von Krankenhäusern und Einrichtungen bedeutet das vor allem eines: Entlastung, bessere Planbarkeit und die Sicherheit, dass internationale Pflegekräfte nicht allein gelassen, sondern strukturiert auf ihrem Weg zur Anerkennung begleitet werden.
Lecturio ist einer der führenden Video-Learning-Anbieter weltweit und steht für nachhaltige, innovative und gleichzeitig kosteneffiziente Aus- und Weiterbildung in Bildungsinstitutionen und Unternehmen. In über 80 Bereichen können sich die Nutzer zu Themen wie Jura, Medizin, Software und Karriere fort- und weiterbilden.
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Datum: 12.02.2026 - 17:48 Uhr
Sprache: Deutsch
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Bildung & Beruf
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