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"nd.DerTag": Kommentar zur Reise von Kanzler Merz in die Golfstaaten

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(ots) - Die Bundesrepublik versteht sich als Verteidigerin des Völkerrechts und einer"regelbasierten internationalen Ordnung". Zumindest bei Letzterem geht es im Kern nicht um Moral, sondern um Welthandel. Doch für China und Russland ist die"Rules-based International Order"ein westliches Konstrukt, das westlichen Interessen dient. Zudem untergraben auch die USA ebendieses Fundament wirtschaftlicher Beziehungen.

Regellosigkeit gefährdet aber das Geschäftsmodell Deutschlands. Von dem das Kapital, aber auch wir alle mehr oder weniger Nutzen haben. Dieses Geschäftsmodell basiert - abgeschwächt auch in Italien, Frankreich und den Niederlanden - auf einer starken Industrie und billionenschweren Exporten. Und da ist inden Golfstaaten noch viel, viel Luft nach oben. So dümpelt Saudi-Arabien auf Rang 33 der deutschen Exportstatistik herum, Katar auf Platz 67.

Die sunnitische Hardcore-Dynastie der Familie Saud regiert die wirtschaftliche und politische Großmacht der Region und nützt"dem Westen"als blutiger Gegenspieler zum schiitischen Iran. Diplomatisch selbstverständlich, dass CDU-Kanzler Merz seine Golf-Tour in Riad begann. Die Bilder, die Friedrich Merz auf seiner Reise produzierte, zeigen zugleich, dass Saudi-Arabien ebenso wie seine Nachbarn Katar und die Emirate aus dem Status des Rohstofflieferanten herausgewachsen ist. Ähnlich wie in China oderVietnam scheint der autoritär regierte Kapitalismus dem demokratisch verfassten bei der nachholenden Modernisierung überlegen.

Entsprechend illuster war die Wirtschaftsdelegation, die Merz begleitete: neben Airbus-Chef Guillaume Faury unter anderem Bosse von DHL, Diehl Defence und Siemens. Würde Deutschland seine Wirtschaftsbeziehungen auf Demokratien beschränken, bliebe nur eine überschaubare Minderheit der Länder und der Bevölkerung dieser Welt übrig. Man kann dies bedauern. Was bleibt, ist die Hoffnung auf friedlichen Wandel zum Besseren durch Handel.

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