Gefährlicher Trend: Weibliche Genitalverstümmelung wird immeröfter von Krankenpflegerinnen undÄrzten durchgeführt / SOS-Kinderdörfer weltweit zum Gedenktag am 6. Februar

(ots) - Jedes vierte Mädchen erleidet eine Beschneidung durch medizinisches Personal. Das geben die SOS-Kinderdörfer weltweit bekannt. Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung warnt die Hilfsorganisation vor Rückschritten bei der Bekämpfung des brutalen Rituals aufgrund einer Verlagerung in den medizinischen Kontext. Die FGM/C (,Female Genital Mutilation/Cutting ) kann gravierende Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit haben. Dazu gehören zum Beispiel Blutvergiftungen und Depressionen. Der Trend zur sogenannten ,Medikalisierung , also der Beschneidung durch Hebammen, Krankenpflegerinnen oder Ärzte, ändert daran nichts. Rund 52 Millionen Mädchen und Frauen haben eine FGM/C durch Gesundheitspersonal erlitten, darunter viele junge Mädchen. Oft wird die Beschneidung von Eltern und Verwandten veranlasst und ohne jegliches Mitspracherecht von den Mädchen."Das ist eine besorgniserregende Entwicklung, für die es keine medizinische Rechtfertigung gibt. Gerade Gesundheitspersonal sollte sich der Gefahren der Beschneidung bewusst sein. Wir müssen die Aufklärungsarbeit hier stärker vorantreiben und auf der strafrechtlichen Verfolgung dieser Menschenrechtsverletzung beharren", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Gründe für die Verlagerung in den medizinischen Kontext
- Viele Angehörige wie auch Gesundheitspersonal glauben, dass der Eingriff im medizinischen Rahmen hygienischer und somit risikoärmer ist. Laut WHO belegen Studien jedoch, dass sich dadurch noch schwerere Langzeitschäden ergeben können, etwa aufgrund der Schnitttiefe.
- Gesundheitsdienstleister sind selbst Teil der FGM/C-praktizierenden Gemeinschaften und sie halten an der Beschneidung etwa aufgrund von religiösen Überzeugungen fest. Das steht einer fachgerechten Risikobewertung im Weg.
- Die Medikalisierung kann finanziell motiviert sein. In einigen Ländern des globalen Südens liegt die FGM/C-Quote nach wie vor bei fast 100 Prozent, etwa in Somalia oder Guinea. Vielerorts sinkt aber die Zahl der durchführenden traditionellen Heilerinnen. Das heißt, es entwickelt sich im Gesundheitssektor zunehmend ein ,Markt .
Medikalisierung nimmt weltweit zu
- Laut einer Studie, u.a. vom ,Asia Network to end FGM/C , schreitet die Medikalisierung in Süd- und Südostasien voran, zum Beispiel in Indonesien. In dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land haben über 60 Millionen Mädchen und Frauen eine Genitalverstümmelung erlitten. In städtischen Gebieten erfolgt sie bei 62 Prozent der Mädchen zwischen 0 und 11 Jahren durch Gesundheitspersonal. Obwohl der Eingriff, auch für medizinische Fachkräfte, verboten ist, gibt es keine nennenswerte strafrechtliche Verfolgung der Täter und Täterinnen.
- Die Raten der Medikalisierung steigen auch in afrikanischen Ländern wie dem Sudan (67 Prozent) oder Ägypten (38 Prozent). In Ägypten sieht die Gesetzgebung für medizinisches Personal ein höheres Strafmaß vor als etwa für traditionelle Heilerinnen. Doch auch hier besteht eine Kluft zwischen gesetzlichen Vorgaben und Strafverfolgung.
So helfen die SOS-Kinderdörfer:
Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich weltweit für die Abschaffung der Genitalverstümmelung. Die Hilfsorganisation leistet in Schulen und Gemeinden Aufklärungsarbeit. Programme zur Förderung der weiblichen Selbstermächtigung sensibilisieren Mädchen und Frauen für ihre Rechte und stärken sie zugunsten einer unabhängigen Lebensführung. Zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit erhalten Mädchen und Mütter in den medizinischen Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer kostenlose Behandlungen und psychosoziale Unterstützung zur Bewältigung traumatischer Erlebnisse.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer(at)sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
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Datum: 04.02.2026 - 04:30 Uhr
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