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Wegen drohender Umwelt- und Gesundheitsgefährdung durch US-Fracking-Gas: Deutsche Umwelthilfe reicht Beschwerden gegen SEFE und EnBW beim BAFA ein

ID: 2225806

(ots) -
- DUH wirft Unternehmen vor, Sorgfaltspflichten aus dem deutschen Lieferkettengesetz zu missachten - vor einem Jahr geforderte Maßnahmen wurden soweit erkennbar nicht umgesetzt
- Verträge von SEFE und EnBW über die Lieferung von Fracking-Gas von einem US-LNG-Exportterminal stehen im Zusammenhang mit schädlichen Emissionen, Gesundheitsrisiken für Anwohnende und Schäden an der lokalen Fischerei
- Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) muss nun gesetzliche Anforderungen gegenüber Energieunternehmen SEFE und EnBW durchsetzen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Beschwerden gegen die deutschen Energieunternehmen Securing Energy for Europe GmbH (SEFE) und Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht. Grundlage ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Bereits vor einem Jahr hatte die DUH die Unternehmen auf menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Fracking-Gas-Lieferketten hingewiesen und Verbesserungen eingefordert. Maßnahmen zur Risikominderung bleiben bislang jedoch aus. Die DUH fordert das BAFA auf, die Beschwerden zügig zu prüfen und SEFE sowie EnBW zu verpflichten, wirksame Präventions- und Abhilfemaßnahmen umzusetzen. Dies kann auch heißen, problematische Lieferbeziehungen auszusetzen oder zu beenden, wenn Risiken nicht wirksam verhindert werden können.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Deutschlands wachsender Import von Fracking-Gas aus den USA hat enorme negative Auswirkungen auf Menschen und Natur. Trotzdem ignorieren die Energiekonzerne SEFE und EnBW weiterhin die Umwelt- und Gesundheitsschäden, die durch Exportterminals für Fracking-Gas entstehen. Die Geschäfte von SEFE und EnBW stehen unserer Ansicht nach in Widerspruch zum deutschen Lieferkettengesetz. Die Aufsichtsbehörde BAFA muss jetzt konsequent handeln und dafür sorgen, dass das Lieferkettengesetz durchgesetzt wird - mit klaren Auflagen und, wenn nötig, Sanktionen. Die betroffenen Menschen an der US-amerikanischen Küste sowie die durch neue Gasprojekte gefährdete Natur dürfen nicht weiterhin Profitinteressen geopfert werden."





Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH:"Besonders schwer wiegt: SEFE ist bundeseigen, EnBW ist teilweise inöffentlicher Hand. Unternehmen in öffentlicher Hand tragen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, gerade sie müssen entlang globaler Lieferketten Menschenrechte schützen und Umweltstandards einhalten. Wir fordern SEFE und EnBW auf, umgehend Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen einzuleiten oder aber ihre Lieferverträge mit Lieferanten von US-Fracking-Gas zu beenden."

SEFE und EnBW tragen die Verantwortung für die Folgen ihrer langfristigen LNG-Lieferverträge mit dem US-Unternehmen Venture Global, das Exportterminals betreibt und Fracking-Gas aus den Permbecken im Süden der USA bezieht. Der Bau und der Betrieb von US-LNG-Exportterminals verschärfen die Klimakrise und sind mit erheblichen Belastungen für Luftqualität, Ökosysteme, Gesundheit und die lokale Fischerei verbunden. Bislang haben SEFE und EnBW jedoch nur unzureichende Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen - trotz wiederholter Verstöße ihres unmittelbaren Zulieferers Venture Global gegen Umweltauflagen und gesetzlicheVorgaben.

Hintergrund:

Das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet große deutsche Unternehmen, ein Risikomanagement einzurichten, um der Verletzung von Menschen- und Umweltrechten in ihrer Lieferkette vorzubeugen. Dazu gehört eine jährlich zu erstellende Risikoanalyse, die Einrichtung eines unternehmensinternen Beschwerdemechanismus sowie die Pflicht, Präventions- und Abhilfemaßnahmen gegen identifizierte Risiken und Verstöße einzuleiten. Das LkSG unterliegt der Aufsicht des BAFA, das Sanktionen gegenüber deutschen Unternehmen verhängen kann. Das BAFA kann Maßnahmen anordnen und Bußgelder verhängen.

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, zerger(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 21.01.2026 - 11:56 Uhr
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Energie & Umwelt



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