Jahresstart:"Lebensaufräumen"- zwischen Selbstbefreiung und Vorsorge

(ots) -
- Lebensaufräumen, ist mehr als nur Entrümpeln: Es schafft Klarheit, entlastet Angehörige und bietet Anlass für den Austausch noch zu Lebzeiten.
- Wer klein anfängt und strukturiert vorgeht, erlebt oft spürbare Erleichterung.
- Christine Bähren, Ansprechpartnerin für Spenden und Nachlässe bei den SOS-Kinderdörfern weltweit, kennt typische Fallstricke aus der Praxis und gibt acht Tipps für das Ordnen des eigenen Lebens.
Zum Jahresstart ordnen viele Menschen bewusster als sonst: Sie räumen nicht nur Schränke auf, sondern fragen sich auch, was soll bleiben und wie sie Angehörige später entlasten können. In Schweden gibt es dafür den Begriff"Death Cleaning": Aufräumen und Reduzieren mit Blick auf die Zeit nach dem eigenen Tod.
Christine Bähren nennt es lieber"Lebensaufräumen". Als Nachlassberaterin der SOS-Kinderdörfer weltweit begleitet die ehemalige Krankenschwester seit Jahren Menschen bei Nachlassplanung und Testament."Viele berichten von einem echten Aufatmen, wenn Ballast weg ist und Klarheit entsteht - praktisch wie emotional", sagt Bähren."Dann höre ich oft: Jetzt kann ich wieder ins Leben eintauchen."
Aus der Praxis weiß sie: Wer frühzeitig Ordnung schafft, im Haushalt und bei wichtigen Papieren, nimmt Druck aus Familiengesprächen und beugt Missverständnissen vor."Reden entlastet", sagt Bähren."Offenheit sorgt für überraschend viel Ruhe auf allen Seiten. Manchmal tauchen beim Ausmisten zudem alte Erinnerungen auf, die man mit seinen Angehörigen dann auch noch zu Lebzeiten teilen kann."
In einer forsa-Umfrage im Auftrag der SOS-Kinderdörfer weltweit wird deutlich, warum das Thema viele Menschen bewegt. 72 Prozent der Deutschen sagen, es sei ihnen wichtig, eigene Werte und Überzeugungen weiterzugeben. Damit rangiert das Immaterielle bei den Vermächtniswünschen auf Platz 1 und liegt deutlich vor materiellen Dingen wie Geld oder Immobilien mit 61 Prozent. Das zeigt: Beim Ordnen des eigenen Lebens geht es vielen nicht nur um Besitz, sondern um Haltung, Verantwortung und das, was über das eigene Leben hinaus Bestand haben soll.
Damit der Einstieg gelingt, empfiehlt die Expertin diese acht Schritte:
1. Einfach beginnen
Niemand muss von heute auf morgen den gesamten Besitz ordnen. Wer in kleinen Schritten beginnt, behält den Überblick und erlebt schnelle Erfolgserlebnisse.
2. Mit dem Leichten starten
Am besten fängt man mit Dingen an, die keine große Bedeutung haben. Erst wenn das leichter fällt, wendet man sich den Gegenständen zu, die mit Erinnerungen oder emotionalem Wert verbunden sind. So entsteht ein natürlicher Rhythmus des Aussortierens.
3. Die Perspektive wechseln
Es hilft, die eigene Situation aus Sicht der künftigen Erbinnen und Erben zu betrachten. Kaffeegeschirr, Plastikdosen, Bücher, Kleidung, Vasen, Gerümpel, ... Welche Dinge möchte ich weitergeben, was könnte eher zur Belastung werden? Dieser Perspektivenwechsel erleichtert Entscheidungen und sorgt für Klarheit.
4. Wichtiges schriftlich festhalten
Während des Sortierens kann es hilfreich sein, Gedanken, Wünsche oder Entscheidungen zu notieren. Wer schriftlich festhält, was ihm wichtig ist, schafft Orientierung für sich selbst und für Angehörige. Die Notizen können dann auch helfen, ein Testament zu formulieren.
5. Reden entlastet
Offene Gespräche mit Angehörigen helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Wer seine Gedanken teilt, schafft Transparenz und erlebt häufig, wie positiv andere auf diese Offenheit reagieren. Ein klärendes Gespräch kann zudem Teil des inneren Aufräumens sein.
6. Eine Vertrauensperson einbeziehen
Menschen, die in die Entscheidungen eingeweiht sind, geben Sicherheit. Eine Vertrauensperson kann unterstützen, motivieren und später als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner dienen.
7. Wichtige Dokumente festhalten
Wer im Zuge des Aufräumens Ordnung schafft, sollte zentrale Unterlagen wie Testament, Verträge oder Vorsorgepapiere an einem Ort sammeln und entsprechend hinterlegen. So ergänzt sich die praktische und formale Ordnung.
8. Gemeinnütziges Engagement erwägen
Viele Menschen möchten über ihr Leben hinaus etwas Positives bewirken. Wer dies in Betracht zieht, kann gemeinnützige Organisationen frühzeitig in seine Überlegungen einbeziehen. Das schafft Sinn und vermittelt das Gefühl, etwas Dauerhaftes zu hinterlassen, das über das eigene Leben hinaus Positives bewirkt.
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