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China, Seltene Erden und Europas Aufholjagd - eine neue Rohstoffordnung im Blick

ID: 2222062

(IINews) - Wenn Hightech ohne Metalle stillsteht - die Rohstoffe der Zukunft werden zur Stellschraube



Stellen Sie sich eine moderne Fabrik vor: vollautomatisiert, emissionsfrei, vernetzt, und plötzlich steht sie still, weil ein winziger Bestandteil fehlt. Neodym, Dysprosium, Terbium oder seltene Erden, die kaum sichtbar, aber unersetzlich sind. Ohne diese Metalle keine permanentmagnetischen Motoren für Elektrofahrzeuge, keine Rotoren für Windturbinen, keine Radar- oder Steuertechnik für Verteidigungssysteme. Und hier beginnt eine neue Wahrheit: Eine Welt, die von Digitalisierung, Dekarbonisierung und Automatisierung lebt, gerät ins Stocken, wenn die Rohstoffe fehlen.



Genau an dieser Stelle greift die Analyse von Uli Bock ein: Er spricht davon, dass Rohstoffe längst nicht mehr nur Waren sind, sondern strategische Werte, ein Teil eines globalen Machtspiels. In Zeiten, in denen eine einzige Nation mehr als achtzig, neunzig Prozent der Veredelungskapazitäten kontrolliert, wird aus Metall eine Art geopolitischer Hebel. China kontrolliert laut aktuellenStudien rund 70Prozent der globalen Förderung seltener Erden und nahezu 90Prozent der Veredelung und Trennung dieser Materialien. Für Europa heißt das: Nicht nur einzelne Rohstoffmärkte geraten ins Wanken, sondern zentrale industrielle Wertschöpfungsketten.



Wie China seinen Rohstoffvorsprung sichert - und warum Europa alarmiert reagiert



China hat sichüber Jahrzehnte systematisch eine Dominanz aufgebaut, die heute weit über den reinen Abbau hinausgeht. Ein Bericht des Atlantic Council zeigt: Nicht nur Mining, sondern insbesondere Verarbeitung und Veredelung sind nahezu vollständig in chinesischer Hand. Weil Verarbeitung, Trennen und Magnetherstellung in China dominiert werden, können Rohstoffe aus anderen Ländern kaum wirtschaftlich genutzt werden, wenn die Verarbeitung weiterhin in China stattfindet. Ein Artikel nennt 85Prozent der globalen Veredelungskapazitäten in chinesischer Hand, obwohl China nur etwa ein Drittel derbekannten Reserven hält.









Für Europa und den Westen heißt das: Wer sich auf Import-Rohstoffe verlässt, bleibt abhängig von einer fremden Wertschöpfungskette. Jede politische Entscheidung, jede Export-Lizenzvergabe in China hat direkte Auswirkungen auf unsere Industrie. Eine aktuelle Meldung illustriert diese Dynamik: China hat im Oktober 2025 neue Exportkontrollen für seltene Erden angekündigt und verteidigungstechnisch relevante Magneten mit Lizenzpflicht versehen.



Diese strategischen Schritte zeigen: Der Rohstoffhebel wird bewusst eingesetzt. Uli Bock warnt, dass viele Investoren noch an die Alte Welt denken: Gold als Krisenabsicherung, aber die Neue Welt heißt Rohstoffe plus Technologie."Wenn Sie heute in Metalle investieren, die morgen Teil der Wertschöpfung sind, haben Sie anders investiert als jemand, der nur auf den Krisenschutz setzt", so Bock.



Europas Ausgangslage - Herausforderung und Chance zugleich



Für Europa sind diese Entwicklungen keine abstrakten Bedrohungen - sie sind handfeste Realität. Denn laut dem"StudyontheCriticalRawMaterials for the EU2023"ist die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen eklatant. Eine Analyse besagt, dass Europa bis zu 98Prozent seiner schweren Seltenen Erden von China bezieht. Die Folge: Es geht nicht nur um Kosten oder Verfügbarkeit, sondern um strategische Autonomie. Unternehmen in der Elektromobilität, im Bereich erneuerbare Energien und in der Verteidigung merken heute schon die Spannung: Ein Lieferengpass bei Magneten oder Batteriematerialien kann Produktionslinien stoppen. Diese Abhängigkeit macht Europa verletzlich, und gleichzeitig eröffnet sie Chancen für diejenigen, die früh handeln. Bock spricht von derjenigen Phase, in der Europa nicht nur aufholen kann, sondern muss. Und diese Notwendigkeit erzeugt Anlagechancen: Rohstoffe als Teil einer europäischen Wertschöpfungskette.



Warum die Aufholjagd jetzt beginnt - Europas Rohstoffstrategie in Echtzeit



Noch vor wenigen Jahren war das Thema Rohstoffautonomie ein Randthema. Heute ist es systemrelevant. Die EUhat mit dem Critical Raw Materials Act (CRMAct) einen klaren Rahmen gesetzt, der ab 2024 gilt und der den Aufbau eigener Kapazitäten entlang der Wertschöpfungsketten vorsieht. Mit dem Plan"RESourceEU"will die Europäische Union explizit ihre Abhängigkeit von China reduzieren. Investitionen in Aufbereitung, Recycling, Magnetwerkstoffe und Rohstoffverarbeitung in Europa werden substanziell gefördert.





Für Anleger bedeutet das: Es entsteht eine neue Anlage- und Wertschöpfungsklasse. Nicht mehr allein Rohstoffe kaufen und lagern, sondern in Wertschöpfung investieren - in Projekte, Unternehmen und Infrastruktur, die Europas Rohstoff-Unabhängigkeit mitgestalten. Bock sieht hier die Chance:Wer heute in Projekte investiert, die Metalle für Hightech-Anwendungen liefern, Recycling korrekt abbilden und in Europa verarbeitet werden, kann über Rendite hinaus einen strategischen Beitrag leisten. Doch er warnt auch klar: Es reicht nicht, blind Bergbau-Aktien zu kaufen oder ein paar Barren im Keller zu lagern. Transparent muss die Kette sein: Herkunft, Verarbeitung, Umweltstandards, Recycling. Wer das ignoriert, investiert womöglich in eine Abhängigkeit 2.0.



Anlageperspektiven, Risiken und das Spiel mit der Zeit



Wenn man heuteüber rare earths und strategische Rohstoffe nachdenkt, dann geht es um mehr als Rohstoffpreise. Es geht um Struktur, Zeit und Risiko. Ein Hersteller meldet zwar neue Batteriematerialien, doch ohne Verarbeitung oder Magnetproduktion in Europa bleibt das Risiko bestehen. Studien zeigen, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen bis 2060 global von heute etwa79Mrd.Tonnen Material auf rund167Mrd.Tonnen steigen dürfte. Für den Anleger heißt das konkret: Wer heute früh in Rohstoffe investiert, die Teil der neuen Industrialisierung sind - nicht nur zur Absicherung -, kann profitieren. Doch er muss auch verstehen:



Technologie-Metalle sind volatil, stark reguliert und politisch hochsensibel.





Europa hat einen Rückstand - Verarbeitungskapazitäten fehlen, Umweltauflagen sind streng, Genehmigungen dauern - das erhöht Risiko und mögliche Rendite.





Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor: Wer Herkunft und Verarbeitung nicht klar dokumentiert, hat Nachteile.

Bock fasst zusammen:"Die Frage ist nicht mehr, ob Rohstoffe wichtig sind - sondern ob Sie Teil der Wertschöpfungskette sind."Wer das erkennt, kann vorsetzen statt aufholen.



Fazit - Europa, Rohstoffe und Ihr Investment: Teil der Wertschöpfung oder Teil der Abhängigkeit?



Die Aufholjagd Europas bei den Seltenen Erden ist keine Option mehr, sie ist eine Notwendigkeit. China hat das Spielüber Jahrzehnte dominiert, aber die Dynamik hat sich gewandelt. Technologie-, Umwelt- und Sicherheitsanforderungen zwingen den Westen zur Neuausrichtung. Für Investoren bedeutet das: Eine historische Chance trifft auf eine strukturierte Herausforderung. Wenn das Investment Teil einer europäischen Wertschöpfungskette sein kann, nicht nur ein Stück Metall im Tresor, dann wird das Engagement strategisch relevant. Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Rohstoffinvestment ist gleich. Die Kriterien der Verarbeitung, der Nachhaltigkeit und der europäischen Wertschöpfung entscheiden über den Erfolg. Wer heute in High-Tech-Metalle investiert, die morgen unser Industrie-Rückgrat bilden, hat nicht nur Renditechancen, sondern Gestaltungskraft.



Europa kann nicht länger auf Importförderung bauen. Wer als Anleger nicht nur Rendite, sondern Relevanz will, sollte jetzt handeln, mit Blick auf Technologie, Wertschöpfung und Unabhängigkeit. Denn es geht nicht nur um Geld, es geht um das Vermögen Europas an Innovation, Stabilität und Zukunft.



Autor: Uli Bock, Ulm, Experte Schulung& Marketing



Über den Autor:



Uli Bock ist Autor und Experte für Schulung und Marketing bei der Augeon AG. Mit seiner umfangreichen Erfahrung in der Markenkommunikation und der Unternehmensentwicklung hilft er, effektive Marketingstrategien und Schulungskonzepte zu gestalten. Seine Fachartikel bieten wertvolle Einblicke in innovative Marketingansätze undmoderne Weiterbildungsmethoden.


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Datum: 05.01.2026 - 17:30 Uhr
Sprache: Deutsch
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