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Westdeutsche Zeitung: In 15 Jahren nähert sich Deutschland der Vollbeschäftigung =

Von Martin

ID: 216815


(ots) - Bereits in 15 Jahren sollen in Deutschland laut
einer seriösen Prognose nur noch 1,5 Millionen arbeitslos sein. In
Zeiten, in denen fast überall Angst vor Jobverlust grassiert, ist das
eine grandiose Nachricht. Vollbeschäftigung ist das zwar keine, doch
man wäre mit einer Arbeitslosenquote von deutlich unter vier Prozent
nahe dran. Denn eine echte Vollbeschäftigung gibt es, unter anderem
wegen Auszeiten beim Wechsel des Arbeitsplatzes, sowieso nirgends.
Eine Quote von zwei Prozent gilt bereits als ideal. Gehen wir also
rosigen Zeiten entgegen? Ja, aber wir müssen trotzdem aufpassen.
Besonders gilt das für Arbeitgeber. Die sind gut beraten, wenn sie
schon jetzt ihre Stammbelegschaft sehr gut behandeln. Dazu gehören
ein sympathisches und offenes Betriebsklima, Angebote zur
Fortbildung, Zukunftsperspektiven und nicht zuletzt eine faire
Bezahlung. Denn es werden Zeiten kommen, da Firmen händeringend nach
gutem Personal suchen, es sogar mit unfairen Mitteln bei der
Konkurrenz abwerben. Wer dann keine zufriedenen Mitarbeiter hat,
bekommt Probleme, muss wegen Mangels an Arbeitskräften sogar Aufträge
ablehnen. Arbeitswillige werden folglich oft zwischen mehreren
attraktiven Job-Angeboten wählen können. Eltern dürfen also relativ
beruhigt die Schulkarriere ihres Nachwuchses verfolgen. Dessen
Chancen auf eine gute Anstellung stehen gut, zumindest wenn er sich
anstrengt. Denn die Studie zeigt auch, dass vor allem Menschen mit
guter Ausbildung profitieren werden. Der Bedarf an gering
qualifizierten Arbeitnehmern hingegen wird sogar noch sinken.
Positive Aussichten auch für die Generation der etwa Vierzigjährigen:
In 15 Jahren werden sie nicht schwer vermittelbar sein, wie es heute
oft bei älteren Arbeitnehmern ist. Stattdessen wird man sich um sie
gerade wegen ihrer Erfahrung reißen, vorausgesetzt die Qualifikation




stimmt. Leider nur auf den ersten Blick erfreulich ist die
Entwicklung für die öffentlichen Finanzen. Weniger Arbeitslose
benötigen weniger Transferzahlungen. So weit, so gut. Die Kehrseite:
Die geringe Arbeitslosenquote entsteht auch, weil immer weniger
Menschen im erwerbsfähigen Alter zur Verfügung stehen. Und die
Versorgung der größeren Rentnerschar muss eben auch finanziert
werden. Ein echtes Problem.



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Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2358
redaktion.nachrichten(at)westdeutsche-zeitung.de

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Datum: 24.06.2010 - 20:23 Uhr
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