Mischfutterproduktion: erneut stabil mit Aussichten auf Abwärtstrend +++ Tierernährung: wichtiger Bestandteil für Lebensmittel- und Kreislaufwirtschaft

25.03.2020 - 12:24 | 1803712


Artikel von Deutscher Verband Tiernahrung e.V. (DVT)



(ots) - Die Mischfutterproduktion bleibt 2019 auf dem Niveau vom Vorjahr, eine sinkende Entwicklung für die Zukunft ist jedoch absehbar. Das veröffentlichte der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) in seiner heutigen Pressetelefonkonferenz. Im Kalenderjahr 2019 wurden in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft insgesamt 24 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt (23,96 Millionen Tonnen). Im Vergleich zum Vorjahr 2018 (23,87 Millionen Tonnen) sind dies marginale 0,34 Prozent mehr. Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der DVT-Geschäftsführung, erklärt die Aussichten: "Es geht abwärts, weil wir die volle Breite der Auswirkungen reduzierter Tierzahlen und den Strukturwandel zu spüren bekommen". Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel lagen 2019 bei 8,36 Milliarden Euro, davon für Mischfutter 6,56 Milliarden Euro, rund eine halbe Milliarde niedriger als im Vorjahr. Der Verband begründet dies nach Ernteausfällen im Jahre 2018 mit der verbesserten Rohstoffverfügbarkeit, die sich mit ihren darauf folgenden Preisreduzierungen bis auf das Mischfutter durchgeschlagen hat.

Die Betrachtung der verschiedenen Tierfutterarten zeigt Schweinefutter als größten, stabilen Bereich mit 9,6 Millionen Tonnen, gefolgt von Rinderfutter mit 7,1 Millionen Tonnen, Mastgeflügel mit 4,1 Millionen Tonnen und Legehennenfutter mit 2,2 Millionen Tonnen. Die aufsummierten Mischfutterproduktionszahlen zeigen für das gesamte Jahr insgesamt stabile Werte. Alle Regionen in Deutschland konnten zu diesem Ergebnis gleich beitragen. Allerdings zeigen die sinkenden Tierzahlen im letzten Quartal 2019 deutlich, dass der Trend bereits da schon rückläufig war.

Fokus verstärkt auf noch mehr Qualität

Wie die aktuelle Corona-Krise die weiteren Entwicklungen beeinflussen wird, ist momentan noch nicht klar. Davon unabhängig ist abzusehen, dass sich der Strukturwandel in der deutschen Agrarwirtschaft nach einer kurzen Pause fortsetzen wird. Zudem sind weitere Auswirkungen durch die Tierwohldebatte zu erwarten. All diese Aspekte werden sich entsprechend auf die Futtermittelbranche auswirken. Kluge Lösungen in der Tierernährung sind nun gefragt: Es geht nicht um mehr Menge, sondern um noch höhere Qualität. Beiträge zum Tierwohl, zur Reduzierung der Umweltbelastung und zur Nachhaltigkeit sind auch auf Futtermittelebene möglich. "Uns geht es darum, eine optimale Tierernährung für den Klimaschutz zu gewährleisten und die Landwirte bei ihrem Bestreben zu unterstützen, die Stickstoff- und Phosphorbelastung auf dem Acker zu reduzieren.", betont Baaken.



Möglichkeiten der Tierernährung nutzen

Die von den Landesregierungen und Bundesregierung vorgelegten Strategien bzw. Lösungsvorschlägen zur Landwirtschafts- und Umweltpolitik veranlassen die Hersteller von Tiernahrung, sich mit Lösungen einzubringen. Denn die Futtermittelindustrie und damit der ländliche Raum sind von zahlreichen Entscheidungen unmittelbar betroffen. Baaken: "Die Bedeutung und Möglichkeiten der Tierernährung werden in diesem Zusammenhang des Öfteren nicht berücksichtigt. Mit optimierten Futterrationen leisten die Tiernahrungshersteller einen wichtigen Beitrag, der auch dem Klimaschutz zugutekommt."

Corona-Krise

Im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise werden auch die weltweiten Warenströme neu diskutiert. "Die globale Vernetzung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wir müssen aber resilienter werden, damit das System nicht anfällig für biologische Krisen wird, von denen die Lebensmittelversorgung zweifellos elementar betroffen sein kann", fordert Baaken.

Tierernährung als einen wichtigen Bestandteil der Lebensmittelwirtschaft und letztlich auch der Kreislaufwirtschaft zu positionieren, ist eine der Aufgaben des Verbands, so beispielsweise auch im Rahmen der "Farm to fork"-Strategie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Teilbereich des Green Deals. Baaken betont: "Wir leisten einen Beitrag für die nachhaltige Landwirtschaft, unter anderem über entwaldungsfreie Lieferketten, klimaneutrale Produktion etc. Wir sehen uns in der Verantwortung, im globalen Rohstoffbezug auch daran mitzuwirken, weltweit an einheitliche Bedingungen mitzuwirken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten."

Pressekontakt:

Britta Noras
Deutscher Verband Tiernahrung e. V.
noras(at)dvtiernahrung.de
mobil: 0178 6387828

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