InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Die Tücken der Grundsteuer
Hannes Koch

ID: 1598915


(ots) - Die Grundsteuer ist oft eine Steuer auf
Wohnraum. Deswegen erscheint es verständlich, wenn sich nun viele
Leute - Immobilienbesitzer wie Mieter - Sorgen machen, dass die
Wohnungen teurer werden. Für Millionen Häuser könnte die
Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Dienstag diese
Wirkung tatsächlich entfalten. Bei der nun nötigen Reform des
Gesetzes müssen Bund, Länder und Kommunen deshalb vorsichtig sein.
Sie sollten das Ziel verfolgen, die regionalen Preisanhebungen in
engen Grenzen zu halten. Überraschend kam das Urteil des
Verfassungsgerichts nicht. Die sogenannten Einheitswerte für die
Berechnung der Grundsteuer stammen in Ostdeutschland von 1935, im
Westen von 1964. Seitdem ist einiges passiert. Die alten Maßstäbe
bilden einfach nicht die aktuellen Werte vieler Immobilien ab.
Frühere Mietskasernen enthalten heute oft keine Arbeiter-Wohnklos
mehr, sondern 150-Quadratmeter Luxuswohnungen mit entsprechender
Rendite. Warum also sollten nicht die Immobilienbesitzer einen
größeren Teil ihres Gewinns an die Gemeinschaft abtreten - in
Gestalt der höheren Grundsteuer? Weil die Grundsteuer auf die Miete
umgelegt werden darf. Nicht die Hausbesitzer zahlen sie, sondern
die Mieter. Mehr Steuer bedeutet daher, dass es teurer wird, das
Grundbedürfnis des Wohnens zu befriedigen. Und wenn man den
Immobilieneignern gesetzlich verböte, die Abgabe umzulegen? Das
reduzierte die Gewinnmarge der Vermieter, wodurch möglicherweise
weniger neue Wohnungen gebaut würden. Keine gute Idee in einer Zeit,
da Mangel an Wohnraum herrscht. Bis zu zwei Millionen Unterkünfte
fehlen derzeit in Deutschland, vor allem günstige. Hohe Mieten wegen
knappen Angebots gelten schon als Teil der neuen sozialen Frage.
Trotzdem kann die Politik das Karlsruher Urteil nicht ignorieren.
Gestiegene Immobilienpreise werden besonders in den Innenstädten von




München, Freiburg, Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden
und anderenorts zu höheren Abgaben führen. Allerdings gibt es
Möglichkeiten, den Anstieg auf ein sozialverträgliches Maß zu
begrenzen. Die Bundesländer könnten die Steuer regional
differenzieren. Auch die Kommunen wählen ihre Hebesätze selbst. Und
schließlich sollte die Wertanpassung, wie vom Verfassungsgericht
ermöglicht, über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, um
plötzliche Sprünge zu vermeiden.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  4. Klassiktage Ammergauer Alpen - Das Programm steht fest!
Rheinische Post: Kommentar: Kinder ohne Kopftuch
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.04.2018 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1598915
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 44 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Die Tücken der Grundsteuer
Hannes Koch
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Drastischer Anstieg von Essstörungen in NRW ...

Essstörungen greifen bei Mädchen und jungen Frauen aus NRW seit der Corona-Pandemie massiv um sich. Die Zahl der Betroffenen im Alter von 12 bis 29 Jahren stieg innerhalb von fünf Jahren um rund 42 Prozent an. Das berichtet die"Neue Westfäli ...

Hunderte antisemitische Straftaten in NRW ...

Bielefeld. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in NRW 527 antisemitische Straftaten erfasst. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der"Neuen Westfälischen"mit. Die Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2024 rückläufig (695), alle ...

Grundschülern in NRW droht Verlust ihres OGS-Platzes ...

Wenn im Sommer der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für Erstklässler greift, drohen Schülerinnen und Schüler höherer Klassen leer auszugehen."Es herrscht große Angst, bestehende Plätze zu verlieren", sagt der Vorsitzende der Landes ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 54


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.