InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Österreichs umstrittene Pläne zur doppelten Staatsbürgerschaft
Brüchiges Südtiroler Gleichgewicht
Julius Müller-Meiningen, Rom

ID: 1564758


(ots) - Österreichs umstrittene Pläne zur doppelten
Staatsbürgerschaft Brüchiges Südtiroler Gleichgewicht Julius
Müller-Meiningen, Rom Es ist bald 100 Jahre her, dass das Königreich
Italien zum Ende des Ersten Weltkriegs das Gebiet südlich des
Brenners annektierte und es Österreich-Ungarn abnahm. Seither ist
Südtirol italienisch, es hat lange gedauert bis sich dieses Gefälle
in Gefallen aufgelöst hat. Dieser Prozess hat mehr als 70 Jahre
gedauert und ist noch nicht abgeschlossen. Immer wieder lodern
Spannungen auf, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben. Wenn
nun die neue österreichische Regierung den deutsch- und
ladinischsprachigen Südtirolern anbietet, sie könnten den
österreichischen Pass beantragen, stellt sich folgende Frage: Trägt
diese Maßnahme zur Heilung alter Wunden bei oder reißt sie Narben
wieder auf? Nationalismus ist der letzte Schrei auf dem Markt der
politischen Offerten. Zu beobachten ist das von den USA bis
Katalonien, von Großbritannien bis zum Balkan. Österreich liegt da
ganz im Trend. In Südtirol richtet sich das bislang noch nicht
konkretisierte Angebot der österreichischen Regierung an 350.000
Menschen und damit an Zweidrittel der Bevölkerung. Hinter der
Maßnahme steckt Spannung, nicht Entspannung. Selbst wenn dem Angebot
berechtigte Motive, wie Gerechtigkeit oder Pflege eines
Zugehörigkeitsgefühls zugrunde lägen, muss Italien die vom
Nachbarstaat unilateral angebotene doppelte Staatsbürgerschaft als
Sabotage seiner staatlichen Souveränität auffassen. Es ist eine
Illusion, wenn man glaubt, Unrecht von vor 100 Jahren könne mit einem
solchen Zugeständnis beseitigt werden. Im insgesamt erfolgreichen,
aber immer noch brüchigen Südtiroler Gleichgewicht steht der
Doppelpass für ganz andere Botschaften. Er befriedet nicht den
inneren Konflikt, sondern befeuert eine separatistische Sehnsucht wie




sie sich früher auch in anderen Formen Bahn gebrochen hat. Nimmt man
die Methoden in den Blick, die Italien in Südtirol angewendet hat,
kann man sich darüber kaum wundern. Der Annexion folgten die brutale
Zwangs-Italianisierung und 1939 die traumatische "Option" für die
Bewohner, ins Deutsche Reich überzusiedeln. Heute ist es mithilfe
politischer Kompromisse und dem Autonomiestatut von 1972 gelungen,
das Unrecht in eine zivile Koexistenz umzuwandeln. Der
Minderheitenschutz in Südtirol ist beispielhaft. Das früher
verbreitete Gefühl der Staatenlosigkeit hat sich bei vielen
Südtirolern in ein selbstverständliches Zugehörigkeitsgefühl
verwandelt. Der österreichisch-italienische Doppelpass würde alte
Gräben aufreißen.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Stuttgarter Nachrichten: zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern
Neue Westfälische (Bielefeld): Preisunterschiede nach Geschlechtern
Bizarre, pinke Welt
Miriam Scharlibbe
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.12.2017 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1564758
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 100 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Österreichs umstrittene Pläne zur doppelten Staatsbürgerschaft
Brüchiges Südtiroler Gleichgewicht
Julius Müller-Meiningen, Rom
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Drastischer Anstieg von Essstörungen in NRW ...

Essstörungen greifen bei Mädchen und jungen Frauen aus NRW seit der Corona-Pandemie massiv um sich. Die Zahl der Betroffenen im Alter von 12 bis 29 Jahren stieg innerhalb von fünf Jahren um rund 42 Prozent an. Das berichtet die"Neue Westfäli ...

Hunderte antisemitische Straftaten in NRW ...

Bielefeld. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in NRW 527 antisemitische Straftaten erfasst. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der"Neuen Westfälischen"mit. Die Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2024 rückläufig (695), alle ...

Grundschülern in NRW droht Verlust ihres OGS-Platzes ...

Wenn im Sommer der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für Erstklässler greift, drohen Schülerinnen und Schüler höherer Klassen leer auszugehen."Es herrscht große Angst, bestehende Plätze zu verlieren", sagt der Vorsitzende der Landes ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 59


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.