InternetIntelligenz 2.0 - Neue Westfälische (Bielefeld): Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot Der Mantel der Geschichte Thom

InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot
Der Mantel der Geschichte
Thomas Seim

ID: 1500663


(ots) - Helmut Kohl füllte jeden Raum. Er beherrschte
seine Umgebung. Das war seine Stärke - und seine größte Schwäche. Der
Kanzler der Einheit ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren. Niemand
lenkte bislang die Geschicke der zweiten, erfolgreichen Republik in
Deutschland so lange und so uneingeschränkt. Deutsche Einheit,
europäische Einigung, der Euro - all diese politischen Leistungen
sind mit dem Namen Helmut Kohls verbunden. Sicher, diese historischen
Errungenschaften sind dem Kanzler der Einheit als Ergebnis der
erfolgreichen Arbeit seiner beiden sozialdemokratischen Vorgänger
Willy Brandt und Helmut Schmidt auch gewissermaßen in den Schoß
gefallen. Das ändert aber nichts an der historischen Rolle des
Verstorbenen. Er war ein politisches Glückskind: In seiner
Regierungszeit wehte oft der Mantel der Geschichte. Am Ende seines
Lebens stand Helmut Kohl gleichwohl vor den Trümmern seiner Amtszeit:
Von der CDU, der er 25 Jahre vorsaß, hatte er sich durch die
Niederlegung seines Ehrenvorsitzes unwiderrufbar distanziert. Sie
sich von ihm auch, auch wenn sie gerade in jüngerer Vergangenheit
wieder seine Nähe suchte. Dass die amtierende CDU-Vorsitzende Angela
Merkel länger für ihre Kondolenz durch ihren Sprecher benötigte als
der SPD-Vizekanzler Gabriel - es ist ein marginales Zeichen des
Bruchs, aber es ist eins. Auf alle seine Verdienste hat Helmut Kohl
selbst einen Schatten gelegt: Er stellte sich über das Gesetz und
verweigerte die Preisgabe seiner illegalen Spender. Das wiegt schwer
in einer Gesamtwürdigung der Leistung eines deutschen
Regierungschefs. Viele Wegbegleiter bagatellisieren diesen Fehler
gern als "unschöne Fußnote". Doch tatsächlich hat dieses
autokratische Selbstverständnis eines demokratisch gewählten
Bundeskanzlers das Vertrauen in Politik und Demokratie getroffen.
Vielleicht ist die Mahnung dieses Selbstverständnisses zugleich auch




eine Mahnung, die Endlichkeit eines Amtes stärker zu respektieren.
Bis zu seiner Abwahl und der Affäre war Helmut Kohl offen für
streitige Debatten, konnte zuhören und vor allem sich mit
berechtigter, auch scharfer Kritik auseinandersetzen, daraus Lehren
ziehen und sich korrigieren. Die CDU hat eine ihrer größten
Führungsfiguren verloren - Deutschland den Kanzler der Einheit. Seine
Leistung muss in der Rückschau wohl größer bewertet werden als die
Konrad Adenauers. Trotz alledem.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Neue Westfälische (Bielefeld): Muslime demonstrieren gegen Terror
Gemeinsam gegen die Spalter
Dieter Wonka, Berlin
Neue Westfälische (Bielefeld): Koalitionsvertrag der künftigen schwarz-gelben Regierung 
Neuanfang mit Schwächen
Lothar Schmalen,Düsseldorf
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.06.2017 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1500663
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 61 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot
Der Mantel der Geschichte
Thomas Seim
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...

Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der"Neuen Westfälischen"(Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme ...

Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...

Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen."Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeit ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.297
Registriert Heute: 2
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 92


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.