InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Koalitionsstreit um Verteidigungsausgaben
In der Zwickmühle
Jörg Köpke, Berlin

ID: 1469742


(ots) - Um es klar zu sagen: Juristisch ist der
Forderung von US-Präsident Donald Trump nach höheren Rüstungsausgaben
der NATO-Verbündeten nicht beizukommen. 2002 sicherten alle
Mitgliedsstaaten vertraglich zu, zwei Prozent ihrer
Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. Trotz dieses
Versprechens rutschte Deutschland in den Folgejahren immer weiter
unter die angestrebte Marke. Weil die europäischen Bündnispartner den
Pakt als eher unverbindlich ansahen und selbst Barack Obama darüber
die Geduld verlor, wurde die Abmachung 2014 in Wales um eine Frist
ergänzt: Nun sollte das Ziel innerhalb von zehn Jahren erreicht
werden. Darüber zu lamentieren, dass Trump auf diesen Deal besteht,
wäre naiv. Derzeit erfüllen mit den USA, die rund zwei Drittel der
gemeinsamen Militärinvestitionen bestreiten, nur fünf der 28
NATO-Staaten die gesteckte Vorgabe. Bundeskanzlerin Angela Merkel und
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) stecken
damit in der Zwei-Prozent-Falle - und das in mehrfacher Hinsicht.
Erstens: Das Erreichen der Vorgabe wird Deutschland pro Jahr
mindestens 25 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Zweitens: Obwohl
sich die Truppe nach einem Vierteljahrhundert systematischer
Demilitarisierung in einem beklagenswerten Zustand befindet, ist
diese gigantische Summe sinnvoll und schnell gar nicht auszugeben.
Und drittens: Die SPD hat ihr erstes großes Wahlkampfthema gefunden,
mit dem sie die Union vor sich hertreiben kann. Außenminister Sigmar
Gabriel (SPD) nannte das Zwei-Prozent-Ziel bereits "unrealistisch und
naiv". Um dieser Falle zu entkommen, haben Merkel und von der Leyen
eine Doppelstrategie entwickelt. Während sie einerseits Verständnis
für den Wunsch Washingtons nach einer fairen Lastenverteilung äußern,
bemühen sie sich andererseits um einen veränderten
Sicherheitsbegriff. Neben dem militärischen müsse auch das




diplomatische und entwicklungspolitische Engagement eines
NATO-Staates Berücksichtigung finden. Von der Leyen kreierte dafür
eigens einen neuen Begriff: "Akivitätsindex". In diesen will sie auch
den Grad der Beteiligung an NATO-Operationen einrechnen. Denn da
steht Deutschland deutlich besser da. Trump werden diese
Taschenspielertricks kaum beeindrucken. Er wird weiter auf dem
Zwei-Prozent-Ziel bestehen und dadurch Einfluss auf die Bundestagwahl
nehmen. Schlechte Aussichten also für die Kanzlerin.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Mitteldeutsche Zeitung: zum Brexit
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Blankorezepten
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.03.2017 - 19:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1469742
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 39 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Koalitionsstreit um Verteidigungsausgaben
In der Zwickmühle
Jörg Köpke, Berlin
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Drastischer Anstieg von Essstörungen in NRW ...

Essstörungen greifen bei Mädchen und jungen Frauen aus NRW seit der Corona-Pandemie massiv um sich. Die Zahl der Betroffenen im Alter von 12 bis 29 Jahren stieg innerhalb von fünf Jahren um rund 42 Prozent an. Das berichtet die"Neue Westfäli ...

Hunderte antisemitische Straftaten in NRW ...

Bielefeld. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in NRW 527 antisemitische Straftaten erfasst. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der"Neuen Westfälischen"mit. Die Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2024 rückläufig (695), alle ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 129


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.