InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Mehr Videoüberwachung im Land
Düstere Perspektive
Jörg Rinne

ID: 1439866


(ots) - Ein Blick auf Berlin Ende 2016: Ein Lkw rast
über den Weihnachtsmarkt und hinterlässt eine Spur des Todes, eine
junge Frau wird völlig unvermittelt brutal von hinten von einer
Rolltreppe getreten, ein Obdachloser entgeht in einer U-Bahn-Station
nur knapp einem Brandanschlag. Drei Fälle, die die Stadt, das Land
aufgerüttelt haben. Nach derartig spektakulären Anschlägen oder
Straftaten werden schnell harte Konsequenzen gefordert. Aktuell
diskutiert Deutschland über das Für und Wider von mehr
Videoüberwachung. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob mehr Kameras
mehr Sicherheit bringen? Und rechtfertigt dies einen Eingriff in die
Grundrechte eines jeden Bürgers? Für die Bevölkerung scheint die
Sache klar zu sein: Eine Mehrheit von 60 Prozent ist für mehr Kameras
in öffentlichen Räumen, wie die Umfrage eines
Meinungsforschungsinstitutes ergab. In Großbritannien ist die
großflächige Videoüberwachung seit Langem gängige Praxis. Wer
beispielsweise in London lebt, der weiß, dass er an fast jeder Ecke
von einer Kamera gefilmt wird - ganz gleich, ob im Supermarkt, in der
U-Bahn oder auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Am Nutzen gibt es
aber Zweifel. Zwar gelingt immer wieder einmal - wie auch in Berlin -
die Identifizierung einzelner Täter, der Anteil der Kamerabilder an
der Gesamtaufklärung ist aber überraschend gering. So weist eine
Statistik aus dem Jahr 2008 auf, dass nur drei Prozent aller
Straftaten in London durch Videoaufnahmen aufgeklärt werden konnten.
Zweifel kommen zudem auch am präventiven Nutzen auf. Das gerade gilt
auch für Berlin: Der tödliche Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt wäre
durch Videoüberwachung nicht verhindert worden. Und doch stellt sich
die Frage, ob die Kameras dazu geführt hätten, die Fahndung zu
verbessern. Diese Debatte müssen wir trotz der Erfahrungswerte aus




Großbritannien in Berlin, in Köln und in Bielefeld führen. Und zwar
nach belastbarer Überprüfung. Und trotz aller Sorgen, die uns
umtreiben, dürfen wir die warnenden Visionen eines George Orwell
nicht vergessen. Um ein subjektives Sicherheitsempfinden zu schaffen,
wird jede Anonymität dort abgeschafft. Sein düsterer Roman "1984",
der die Folgen eines totalitären Überwachungsstaates beschreibt, darf
keine Blaupause für das 21. Jahrhundert werden.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Westfalenpost: Terror - und die Folgen für  unbescholtene Bürger / Kommentar von Martin Korte zu den Folgen des Anschlags in Berlin
Badische Neueste Nachrichten: zu Videoüberwachung
Kommentar von Christopher Töngi
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.12.2016 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1439866
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 68 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Mehr Videoüberwachung im Land
Düstere Perspektive
Jörg Rinne
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Drastischer Anstieg von Essstörungen in NRW ...

Essstörungen greifen bei Mädchen und jungen Frauen aus NRW seit der Corona-Pandemie massiv um sich. Die Zahl der Betroffenen im Alter von 12 bis 29 Jahren stieg innerhalb von fünf Jahren um rund 42 Prozent an. Das berichtet die"Neue Westfäli ...

Hunderte antisemitische Straftaten in NRW ...

Bielefeld. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in NRW 527 antisemitische Straftaten erfasst. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der"Neuen Westfälischen"mit. Die Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2024 rückläufig (695), alle ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 47


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.