InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bundesregierung beschließt Integrationsgesetz
Das reicht noch nicht
Carolin Nieder-Entgelmeier

ID: 1361056


(ots) - Mit dem Grundsatz "Fordern und Fördern" wird vom
Kindergarten bis zum Altenheim gearbeitet, Lehrer nutzen ihn ebenso
wie Arbeitgeber, und in Sportvereinen gilt der Grundsatz genauso wie
in Orchestern. In allen Lebensbereichen profitieren Menschen von dem
Druck, Forderungen zu erfüllen und dafür Förderungen zu erhalten,
weil sie so Stärken ausbauen und Schwächen ausgleichen können. Warum
sollten davon nicht auch Flüchtlinge dank des neuen
Integrationsgesetzes profitieren? Das Integrationsgesetz enthält
wichtige Bausteine für die Eingliederung von Hunderttausenden
Flüchtlingen, die ungesteuert ins Land gekommen sind. Der Zugang zum
Arbeitsmarkt und zur Ausbildung soll erleichtert werden, und alle
Flüchtlinge sollen Orientierungs- und Sprachkurse durchlaufen. Jedem,
der die Angebote nicht nutzt, drohen Leistungskürzungen. Dieser Druck
wird dafür sorgen, dass insbesondere Sprachkurse zu einem Muss werden
- wenn es die Bundesregierung schafft, den Mangel an Sprachkursen zu
beheben. Kritiker befürchten, dass die Strafen Vorrang vor
Förderungen haben werden. Dabei schließt das Integrationsgesetz genau
das aus, denn ohne Angebote gibt es auch keine Sanktionen. Trotzdem
ist das Integrationsgesetz weder ein Meilenstein noch ein
Paradigmenwechsel, wie es Merkel und Gabriel feiern, sondern
lediglich ein erster Schritt auf dem Weg zu einem
Einwanderungsgesetz. Die große Koalition versäumt mit dem Gesetz
sträflich die Stärkung der Schule, die neben dem Arbeitsplatz der
wichtigste Ort der Integration ist. Ohne ein Plus an Lehrern,
Sozialarbeitern und Unterrichtsräumen kann das Personal junge
Flüchtlinge nur bedingt auf ein Leben in Deutschland vorbereiten. Das
gilt auch für die angekündigten Erleichterungen für Flüchtlinge im
Arbeitsmarkt. Statt sie darauf vorzubereiten und womöglich fehlende
Qualifikationen nachzuholen, sieht das Gesetz lediglich die Schaffung




von 100.000 Ein-Euro-Jobs vor, die in der Regel nicht zum gewünschten
Erfolg führen. Die Bundesregierung zieht mit dem Integrationsgesetz
eine erste Konsequenz aus der Flüchtlingskrise, doch mit der
Konzentration auf den Arbeitsmarkt ist das Gesetz schlicht zu kurz
gedacht.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Westfalen-Blatt: zu den neuen Regeln für Fernsehen und Internet
Lausitzer Rundschau: Bemerkenswerte Bilanz

Die Große Koalition ist doch besser als ihr Ruf
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.05.2016 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1361056
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Bielefeld


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 44 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bundesregierung beschließt Integrationsgesetz
Das reicht noch nicht
Carolin Nieder-Entgelmeier
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Hunderte antisemitische Straftaten in NRW ...

Bielefeld. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in NRW 527 antisemitische Straftaten erfasst. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der"Neuen Westfälischen"mit. Die Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2024 rückläufig (695), alle ...

Grundschülern in NRW droht Verlust ihres OGS-Platzes ...

Wenn im Sommer der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für Erstklässler greift, drohen Schülerinnen und Schüler höherer Klassen leer auszugehen."Es herrscht große Angst, bestehende Plätze zu verlieren", sagt der Vorsitzende der Landes ...

Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.289
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 97


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.