InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Westdeutsche Zeitung: Kommentar zu den Protesten gegen die EZB

ID: 1187499

(ots) - Rund 10 000 Menschen werden am Mittwoch in
Frankfurt gegen die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf
die Straße gehen. Sie gehören zu Blockupy, einem
kapitalismuskritischen Bündnis aus mehr als 90 Organisationen. Bis
vor Kurzem wäre es für die Mehrheit in diesem Land ein Leichtes
gewesen, die Demonstranten als "linke Spinner" abzutun. Doch so
einfach läuft das nicht mehr. Vielen Menschen dämmert, dass die
Politik der EZB längst in den deutschen Wohnzimmern angekommen ist.
Es geht um Sparbücher, Festgelder, Lebensversicherungen: Die extrem
niedrigen Zinsen zerstören den Glauben daran, dass es richtig ist,
sparsam zu sein und für später vorzusorgen. EZB-Chef Mario Draghi hat
es geschafft, einst in Stein gemeißelte Wahrheiten ad absurdum zu
führen. In der Welt von Super-Mario stimmt irgendwie nichts mehr.
Früher hat die Bundesbank versucht, die Inflation zu bekämpfen. Die
Europäische Zentralbank bemüht sich heute um das Gegenteil. Damit das
klappt, überschwemmt sie die Märkte mit Geld. Wenig spricht bislang
dafür, dass dieses Experiment funktioniert. Denn das billige Geld
kommt in der Realwirtschaft so gut wie nicht an. Niemand berichtet
von sprunghaft gestiegenen Investitionen in neue Fabriken.
Stattdessen fließen die Milliarden in Aktien und Immobilien.
Sagenhafte Wertzuwächse sind die Folge. Wer hat, dem wird gegeben.
Anders gesagt: Reiche werden noch reicher. Da die Sparer das Ganze
mitfinanzieren, findet mal wieder eine Umverteilung von unten nach
oben statt. Faktisch hat sich Draghi längst von seinem Mandat als
Währungshüter verabschiedet. Er betreibt Wirtschaftspolitik offenbar
in der Gewissheit, alle Probleme Europas mit quasi kostenlosem Geld
wegspülen zu können. Nicht nur die Bundesbank sieht das anders. Aber
das ficht Draghi nicht an, die Mehrheit in der EZB-Führung steht




hinter ihm. Es ist Zeit, an eine Binsenweisheit zu erinnern:
Arbeitsplätze entstehen dort, wo kluge Menschen etwas anbieten oder
herstellen, das sich mit Gewinn verkaufen lässt. Aufgabe der
Regierungen ist es, dafür gute Bedingungen zu schaffen, damit sich
Investitionen lohnen. Billiges Geld allein reicht nicht.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)wz.de
www.wz.de


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Frankfurter Rundschau: Pressestimme zur EZB Der Tagesspiegel: Richtigstellung: Roth zur Debatteüber Reparationen: Bundesregierung sollte
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.03.2015 - 17:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1187499
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Düsseldorf


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 137 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Kommentar zu den Protesten gegen die EZB"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...

Von Lothar LeuschenDie Ereignisseüberschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in D ...

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...

Der, auf den es ankommtVon Lothar LeuschenNormalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts me ...

Alle Meldungen von Westdeutsche Zeitung



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 47


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.