Gegen Islamismus UND Fremdenfeindlichkeit / Islamisten und "Patrioten" sind sich in ihren Grundannahmenähnlicher, als sie vermuten
(ots) - In den vergangenen Wochen folgten Tausende den
Demonstrationsaufrufen der "Patriotischen Europäer gegen die
Islamisierung des Abendlandes" (Pegida). Es folgte eine breite
gesellschaftliche Debatte, in der leider viel zu selten thematisiert
wurde, wie sehr die Denkmuster der "Patrioten" den Grundannahmen
jener Islamisten gleichen, die sie kritisieren. Die
Giordano-Bruno-Stiftung hat dies zum Anlass genommen, um eine
Broschüre herauszugeben, die diesen Sachverhalt ins Bewusstsein
rückt.
"In der Islam- und Integrationsdebatte haben sich die Fronten
verhärtet: Während die einen jegliche Kritik an der patriarchalen
Herrschaftskultur des orthodoxen Islam ablehnen, schüren die anderen
eine gefährliche Muslim-Feindlichkeit, die die beträchtlichen
Differenzen innerhalb des ''muslimischen Spektrums'' unzulässig
ausblendet." Mit diesen Worten beginnt die aktuelle gbs-Broschüre
"Selbstbestimmung statt Gruppenzwang - Gegen Islamismus UND
Fremdenfeindlichkeit". Man könnte meinen, der Text sei erst kürzlich
nach den Pegida-Demonstrationen in Dresden formuliert worden,
tatsächlich aber folgt er der "Abschlussresolution der 2. Kritischen
Islamkonferenz", die bereits am 12. Mai 2013 in Berlin verabschiedet
wurde.
Die Teilnehmer der Kritischen Islamkonferenz hielten damals den
"Propagandisten und Verteidigern des politischen Islam" entgegen,
"dass die Religionsfreiheit kein Freibrief ist, sich über die
grundlegenden Werte des säkularen Rechtsstaates hinwegzusetzen",
grenzten sich andererseits aber auch scharf von jenen ab, "die die
notwendige Kritik an freiheitsfeindlichen Entwicklungen innerhalb der
''muslimischen Communities'' missbrauchen, um fremdenfeindliche
Ressentiments zu schüren."
Bei genauerer Betrachtung sei es offensichtlich, dass "Islamisten
und Muslimfeinde in ihren zugrundeliegenden Denkmustern große
Gemeinsamkeiten" aufweisen: "Beide halten zwanghaft an der ''Scholle''
ihrer jeweiligen Tradition fest und verteidigen ihr angestammtes
kulturelles Getto reflexartig gegen das vermeintlich Feindliche des
''Fremden'' (''die Ungläubigen'' hier - ''die Muslime'' dort)." Diese krude
Denkhaltung habe die gesamte Islam- und Integrationsdebatte in
Deutschland infiziert. Der Grundfehler bestehe darin, "dass die
Individuen allzu oft auf religiöse oder ethnische Gruppenidentitäten
reduziert werden, was die Emanzipation des Einzelnen behindert und
die Entwicklung von Parallelgesellschaften fördert."
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Elke Held, presse(at)giordano-bruno-stiftung.de,
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Datum: 16.12.2014 - 12:40 Uhr
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