Westfalenpost: Monika Willer zur Reform des JeKi-Programms der Landesregierung
(ots) - Mehr teilnehmende Schulen, mehr Angebote, aber nicht
mehr Geld: Die überfällige Reform des Projekts "Jedem Kind sein
Instrument" der Landesregierung wird die bekannten Probleme des
JeKi-Programms nicht lösen können. Die Verkürzung der Laufzeit auf
zwei Jahre pro Schüler darf sogar als fragwürdiger Rückschritt
bewertet werden, denn die Kinder werden ja sehr langsam an Flöte oder
Gitarre herangeführt, lernen also in zwei Jahren nicht viel. Doch
derzeit brechen gerade diejenigen den Unterricht ab, die von ihm am
meisten profitieren, vermutlich, weil die Eltern mögliche
Folgekosten fürchten. Als Instrument zur sozialen Inklusion gedacht,
scheitert Jeki ausgerechnet an diesem Ziel. Interessanter ist die
Ausweitung des Angebots auf das Singen, die schon lange gefordert
wird. Denn Kinder, die in ihrem familiären Umfeld nie mit Musizieren
in Berührung kommen, lassen sich niederschwelliger durch Singen für
Musik begeistern. Es ist auch billiger. Damit bleibt die Teilhabe
aller Kinder an musischer Bildung in NRW weiter ein Wunsch. Der
reguläre Musikunterricht an den Schulen wurde über Jahrzehnte
demontiert; die Musikschulen wissen nicht, wie sie ihr Angebot an die
Erfordernisse des Ganztagsunterrichts anpassen sollen. Jeki ist
besser gemeint, als vom Konzept her gut zu machen. Eine
verantwortungsvolle Bildungspolitik im kulturellen Bereich kann es
nicht ersetzen.
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Datum: 25.09.2014 - 21:19 Uhr
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