InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Westdeutsche Zeitung: Zu viel Schutz für anonyme Pöbler =
von Peter Kurz

ID: 1079062

(ots) - Der Bundesgerichtshof sichert den Verfassern
von Kommentaren auf Internet-Bewertungsportalen Anonymität zu. Für
das Urteil lassen sich gewiss gute Gründe finden. Allen voran dieser:
Der Gesetzgeber hat eben diese Anonymität gewollt - dann darf auch
das höchste Zivilgericht eine solche Vorgabe nicht einfach aushebeln.
Dennoch ist der Richterspruch unbefriedigend. Ist er doch so etwas
wie ein Freifahrtschein für Cybermobbing. Natürlich ist die von den
Befürwortern der Netz-Anonymität ins Feld geführte Meinungsfreiheit
ein hohes Gut. Manch einer wird von der Möglichkeit, seine Ansicht
öffentlich kundzutun, keinen Gebrauch machen, wenn er sich dafür mit
seinem Namen offenbaren muss. Dabei kann die Einschätzung eines
solchen eher zurückhaltenden Zeitgenossen in einem öffentlichen Forum
nützlich sein. Es ist in Ordnung, wenn Patienten ihre guten oder
schlechten Erfahrungen, die sie mit dem Doktor hatten, austauschen
können. Doch dabei sollten nicht die Folgen einer Negativkritik
vergessen werden. Zumal, wenn diese unter dem Deckmantel der
Anonymität noch mal besonders "gewürzt" wird. Wer kann verhindern,
dass Kampagnen und Manipulationen stattfinden - indem sich ein
Einzelner mehrfach unter verschiedenen Namen einloggt? Und so ein
(Vor-) Urteil multipliziert, das die anderen Patienten des Arztes
abwandern lässt. Wenn das Internetportal sich dann schützend vor den
"maskierten" Verfasser stellt, hat der Arzt als Zielscheibe der
Kritik keine Chance zur Gegenwehr. Zwar kann er den Betreiber zur
Löschung des Eintrags auffordern. Dafür muss er aber erst einmal
Kenntnis davon haben. Nicht jedes Portal verhält sich so fair wie die
Stiftung Gesundheit, die den Ärzten Gelegenheit zur Stellungnahme und
zur Kommentierung eines Eintrags gibt. Dem Bundesgerichtshof ist
nicht vorzuwerfen, nach den Buchstaben des Gesetzes entschieden zu




haben. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, sein liberales Verhältnis zum
Recht auf Anonymität zu überdenken. Dieses wirkt allzu leicht als
Schutz für anonyme Pöbler.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)wz.de
www.wz.de

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Weiß/Zimmer: Im Allg. Zeitung Mainz: Der Ruf ist ruiniert / Kommentar zu Sarkozy
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.07.2014 - 19:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1079062
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Düsseldorf


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 106 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Zu viel Schutz für anonyme Pöbler =
von Peter Kurz
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...

Von Lothar LeuschenDie Ereignisseüberschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in D ...

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...

Der, auf den es ankommtVon Lothar LeuschenNormalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts me ...

Alle Meldungen von Westdeutsche Zeitung



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 44


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.