InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Westdeutsche Zeitung: Hundert Jahre nach dem Attentat von Sarajevo =
von Werner Kolhoff

ID: 1077125

(ots) - Der deutsche Außenminister lässt derzeit in
einer Veranstaltungsreihe diskutieren, ob sich das Versagen der
Diplomatie bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges heute wiederholen
könnte. Seine vorläufige Antwort und die der Kanzlerin lautet: Nein,
denn es gibt eine neue Gesprächskultur der Regierungen in Europa, die
dergleichen verhindert. Und in der Tat hat die heutige
Politikergeneration dieses Kontinents aus der blutigen Geschichte
gelernt. Die Nationen bestehen fort, ordnen sich aber supranationalen
Organisationen wie der UNO, der EU oder der OECD ein und unter.
Freilich, der Rückfall Putins in eine rücksichtslose
nationalchauvinistische Strategie, auch das Aufkommen
europafeindlicher Parteien in vielen Staaten zeigt, dass sich das
wieder ändern kann. Das Alltagsleben ist vernetzt, vom
Auslandsstudium über die Musik, die Esskultur und das Kino bis zum
Urlaub. Man genießt endlich die Vorteile aus der einzigartigen
Vielfalt Europas. Aber auch hier die Einschränkung: Die tumbe
Ablehnung anderer Kulturen, auch europäischer, lässt sich in
Situationen sozialer Probleme schnell wieder mobilisieren. Es gibt
Hooligans und Nazis, die auf Fremdenjagd gehen, auch auf deutschem
Boden. Es gibt wegen der Euro-Krise Schmähungen gegen die
Schuldenländer. Noch am widerstandsfähigsten sind die
wirtschaftlichen Vernetzungen; nicht ohne Grund verlangt zum Beispiel
in der Ukraine-Krise die Wirtschaft am stärksten nach friedlichen
Lösungen. Denn die Rückkehr zu Konfrontation und nationaler
Konkurrenz kostet bares Geld. Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg
liegt Europa, von oben betrachtet, wie ein großer Schulhof da, auf
dem friedlich gespielt und nur am Rande manchmal gerangelt wird. Doch
das Bild kann sich rasch ändern. Erst kommt die Missgunst, dann die
Abgrenzung, dann die Konfrontation. Man muss deshalb auf weiter an




den Lehren der zwei Weltkriege arbeiten. Die Politik muss ihre
internationalen Kontakte vertiefen. Die Bevölkerung muss offen
bleiben für andere Kulturen und die Wirtschaft weiter an gemeinsamen
Projekten arbeiten. Denn der Frieden ist ein dünner Firniss. Vor 100
Jahren, als alles auch sehr friedlich schien, reichten zwei Schüsse
in Sarajevo.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten(at)wz.de
www.wz.de

Weitere Infos zu diesem Fachartikel:

Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



PresseKontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  Kieler Nachrichten: Grüne: EEG-Streit mit Brüssel Mitteldeutsche Zeitung: zu
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.06.2014 - 17:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1077125
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner:
Stadt:

Düsseldorf


Telefon:

Kategorie:

Politik & Gesellschaft


Anmerkungen:


Dieser Fachartikel wurde bisher 116 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Hundert Jahre nach dem Attentat von Sarajevo =
von Werner Kolhoff
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...

Von Lothar LeuschenDie Ereignisseüberschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in D ...

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...

Der, auf den es ankommtVon Lothar LeuschenNormalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts me ...

Alle Meldungen von Westdeutsche Zeitung



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.290
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 63


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.