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Westfalenpost: Westfalenpost zum Fall Edathy

ID: 1021360

(ots) -

Schärfere Gesetze, härtere Strafen, klarere
Regeln - das sind die üblichen Forderungen, wenn Skandale hochkochen.
So ist es nicht verwunderlich, dass jetzt entsprechende Wortmeldungen
die Affäre um die vom SPD-Politiker Edathy bestellten
Kinder-Nacktfotos begleiten. Verständlich ist das: Wer sich von
solchen Bildern sexuell erregen lässt, erregt seinerseits Abscheu.
Wie kann das völlig legal sein?

Schon der Begriff
Kinderpornografie führt in die Irre, weil er eine Verwandtschaft zur
"normalen" Pornografie suggeriert. Doch die ist nicht vorhanden.
Bildmaterial von Sex mit Kindern ist immer Resultat eines schweren
Missbrauchs. Das lässt sich nicht in eine Schublade stecken mit
Nackedei-Strandfotos. Die sind harmlos. Zumindest, so lange sie nicht
verkauft werden. Hier wäre ein Ansatzpunkt für eine gesetzliche
Neuregelung. Aber Vorsicht: Abweichende sexuelle Neigungen dürfen
nicht kriminalisiert werden, wenn niemand geschädigt wird. Und eine
neue Prüderie wäre im Land der Freikörperkultur auch nicht
wünschenswert. Deshalb empfiehlt es sich abzuwarten, bis sich die
Aufregung gelegt hat.

Dringender ist die Auseinandersetzung
mit dem Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Eine Hausdurchsuchung damit
zu begründen, dass Käufer legaler Bilder oft auch illegale besäßen,
klingt wie: Wer in der Apotheke Aspirin kauft, hat erfahrungsgemäß
manchmal Heroin im Haus. Dann hält man die Aktion nicht geheim und
erledigt Ruf und Karriere eines Menschen, der - so weit bekannt -
nichts Verbotenes getan hat. Das ist völlig inakzeptabel.
Andererseits möchte man Sebastian Edathy wirklich nicht wieder im
Bundestag sehen. So kommen sich Moralempfinden und Rechtskultur
kompliziert in die Quere. Dagegen wirkt so ein Koalitionskrach
putzig.





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Datum: 18.02.2014 - 21:51 Uhr
Sprache: Deutsch
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