"Additive Manufacturing": Der 3D-Druck für metallische Strukturen bietet großes Potenzial für komplexe Produkte und Prozesse in verschiedenen Industriebereichen

29.11.2013 - 14:08 | 990581


Artikel von Roland Berger Strategy Consultants



(ots) -

- Das weltweite Marktvolumen des 3D-Drucks für metallische
Strukturen ("Additive Manufacturing") lag 2012 bei 1,7 Milliarden
Euro

- In den kommenden zehn Jahren erwarten die Roland
Berger-Experten, dass sich das Marktvolumen mehr als vervierfachen
wird

- Vor allem in der Luftfahrt-, Medizintechnik- und
Automobilindustrie wird "Additive Manufacturing" verstärkt zum
Einsatz kommen

- Technologische Verbesserungen und eine Senkung der
Prozesskosten um bis zu 50 Prozent werden die Nachfrage nach
"Additive Manufacturing" in den nächsten fünf Jahren deutlich
ankurbeln

Die Herstellung von dreidimensionalen Objekten mithilfe von
3D-Druckern für metallische Strukturen ("Additive Manufacturing")
könnte schon bald in der Serienproduktion eingesetzt werden. Bereits
in den 1980er Jahren erkannten Unternehmen die Kosten-, Zeit- und
Gestaltungsvorteile dieser Technologie bei der Fertigung von
Prototypen und Kleinserien. 2012 betrug das weltweite Marktvolumen
von "Additive Manufacturing" 1,7 Milliarden Euro. Auf die Herstellung
von metallenen Strukturen entfallen davon heute ca. zehn Prozent.

Die Roland Berger-Experten gehen davon aus, dass sich der Umsatz
dieser Technologie im nächsten Jahrzehnt sogar mehr als vervierfachen
wird. Denn die Kosten, die mit dieser Technologie verbunden sind,
werden in Zukunft deutlich sinken. Dadurch wird "Additive
Manufacturing" für viele Anwendungsbereiche wesentlich interessanter.
Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Additive Manufacturing
- A Game Changer for the Manufacturing Industry?" von Roland Berger
Strategy Consultants.

"Der Einsatz der 3D-Drucker, um Metallprodukte herzustellen,
bietet bereits heute ein großes Potenzial für spezielle Komponenten
wie etwa Einspritzdüsen, Prothesen oder Werkzeugeinsätze", meint


Martin Eisenhut, Partner von Roland Berger Strategy Consultants.
"Entwickler und Hersteller, die diesen Markt zeitig für sich
entdecken und entsprechende Lösungen anbieten, können in den
kommenden Jahren stark von der wachsenden Nachfrage profitieren",
prognostiziert Eisenhut.

"Additive Manufacturing" - starke Umsatzentwicklung erwartet

Der Markt für 3D-Printing für metallische Strukturen befindet sich
noch in seinen Anfängen: Der weltweite Gesamtumsatz von "Additive
Manufacturing" macht gerade mal ein Prozent Umsatzanteil in der
Werkzeugmaschinenindustrie aus. Der Markt für "Additive
Manufacturing" wird allerdings in den kommenden Jahren wesentlich
stärker zulegen. "In den letzten zehn Jahren ist die Nachfrage für
diese Technologie nur langsam gewachsen, doch das wird sich bald
ändern", erklärt Roland Berger-Experte Bernhard Langefeld. "Bis 2015
wird sich der Umsatz von "Additive Manufacturing" voraussichtlich
vervierfachen - zugunsten deutscher Maschinenbauer. Denn sie machen
schon heute knapp 70 Prozent des weltweiten Markts aus."

Außerdem hat sich inzwischen auch ein Markt für "Additive
Manufacturing"-Dienstleistungen entwickelt, der die Herstellung,
Prozessentwicklung und Designoptimierung abdeckt. Diese Dienstleister
suchen häufig die Nähe zu den High-Tech-Herstellern in der
Luftfahrtindustrie oder Formel 1.

Mehr Anwendungsmöglichkeiten zu geringeren Kosten

Der erwartete Aufschwung wird vor allem einer deutlichen
Preissenkung dieser Technologie zu verdanken sein. Sind die Kosten
für das 3D-Printing von Metallprodukten derzeit mehr als zehn Mal so
hoch wie bei konventionellen Fertigungsmethoden, so werden die
Materialkosten für diese Technologie in den kommenden fünf Jahren um
50 Prozent sinken. In den darauffolgenden fünf Jahren werden sie
voraussichtlich um weitere 30 Prozent nachlassen. "Noch mehr
Unternehmen aus verschiedenen Industriebereichen werden daher die
großen Vorteile dieser Technologie für sich entdecken", sagt
Berger-Partner Eisenhut.

Trotzt der noch hohen Kosten werden die Vorteile des "Additive
Manufacturing" bereits in zahlreichen Industriesektoren geschätzt.
Wettbewerbsfähig ist diese Technologie schon heute, wenn sich
aufgrund verfahrensspezifischer Designlösungen
Produktlebenszykluskosten - vor allem Treibstoffverbrauch - einsparen
lassen. Dank dieser Technologie können z.B. Flugzeughersteller das
Gewicht von Verschlüssen für Sicherheitsgurte erheblich senken: Über
die gesamte Einsatzdauer eines Flugzeugs lassen sich so über 3
Millionen Liter Kerosin bzw. rund zwei Millionen Euro einsparen.
Aufgrund der Geometriefreiheit dieses Verfahrens sind künftig auch
optimierte Einspritzdüsen für Flugzeugtriebwerke möglich, die eine
effizientere Verbrennung ermöglichen.

Auch in der Zahntechnik wird "Additive Manufacturing" erfolgreich
eingesetzt: Mit seiner Hilfe können täglich 450 Kronen pro Anlage
produziert werden, während ein Zahntechniker pro Tag nur etwa 40
Kronen produzieren kann. "Der Vorteil der 3D-Scans liegt in der
Möglichkeit, Produkte passgenau herzustellen", sagt Berger-Spezialist
Langefeld. "Mit dem Verfahren lassen sich neue Geometrien,
Leistungsmerkmale und integrierte Funktionen in metallischen
Bauteilen realisieren, die mit konventionellen Maschinen gar nicht
möglich wären - und das bei Kosten, die nicht von der geometrischen
Komplexität und Losgröße des Bauteils abhängen. Solche Perspektiven
werden dieser innovativen Technologie zu einem echten Durchbruch
verhelfen", fasst Langefeld zusammen.

Die Studie können Sie herunterladen unter:
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