Schmerztherapie:»Sachverstand siegt über vermeintliche Einsparpotenziale« / Schmerzmediziner begrüßen Votum des Petitionsausschusses, starke Schmerzmittel von der Austauschpflicht auszunehmen

24.05.2012 - 17:25 | 645867


Artikel von Dt.Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.



(ots) - »Wir begrüßen es sehr, dass der
Sachverstand über vermeintliche Einsparpotenziale gesiegt hat.« So
kommentiert Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS), eine gestrige Entscheidung
des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages, die Forderung der
Deutschen Schmerzliga zu unterstützen, starke Schmerzmittel von der
automatischen Austauschpflicht auszunehmen. Zusammen mit den
Apothekerverbänden hatte die größte europäische Fachgesellschaft im
Schmerzbereich die Petition der Deutschen Schmerzliga nachhaltig und
intensiv unterstützt.

Dr. Marianne Koch, inzwischen Ehrenpräsidentin der Deutschen
Schmerzliga, hatte Anfang des letzten Jahres die Petition
eingereicht, die binnen weniger Wochen von 72.000 Menschen
unterstützt wurde. Die Forderung: Starke Schmerzmittel sollten aus
der automatischen Austauschpflicht gegen ein rabattiertes Medikament
herausgenommen werden.

»Bei einem Blutdrucksenker ist dieser kostensparende Austausch
unproblematisch - nicht aber bei starken Schmerzmitteln, die dem
Betäubungsmittelgesetz unterliegen«, erklärt DGS-Präsident Dr.
Müller-Schwefe. Trotz gleichem Wirkstoff und gleicher Dosierung seien
bei diesen Medikamenten Wirkungsunterschiede aufgrund
unterschiedlicher Arzneimittelzubereitungen häufig«, so der Leiter
des DGS Schmerzzentrums Göppingen weiter.»Starke Schmerzmittel sind
darum bei einer Umstellung eine kritische Substanzklasse. Durch eine
Umstellung werde das Therapiegleichgewicht gestört. Die Folge: Die
Patienten haben vermehrt Schmerzen oder mehr unerwünschte
Nebenwirkungen.« Dies mache die Umstellung de facto zu einer
Neueinstellung, die nicht nur die Patienten belastet, sondern
wiederum unnötige Kosten durch weitere Therapieumstellungen und
zusätzliche Konsultationen nach sich zieht.

Nun hat der Petitionsausschuss die Forderung der Patienten und


Ärzte unterstützt und auf den politischen Weg gebracht. »Die
einstimmige Entscheidung des Petitionsausschusses ist schon sehr
bemerkenswert«, betont Dr. Müller-Schwefe. Nun sei das
Bundesministerium für Gesundheit am Zug. »Die Verweisung an das
Bundesgesundheitsministerium eröffnet beispieslweise die Chance, die
Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtmVv), der die starken
Schmerzmittel unterliegen, in ein Gesetz umzuwandeln. Dann könnte man
speziell diese Substanzen vergleichsweise einfach vom Austausch
ausschließen«, skizziert Dr. Müller-Schwefe eine Vorstellung der
Experten, wie die Austauschpflicht für starke Schmerzmittel
abgeschafft werden könnte. Denkbar wäre auch eine Änderung im
»Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung« im Sozialgesetzbuch V
im Rahmen jetzt anstehender arzneimittelrechtlicher Änderungen, die
einige Bundestagsabgeordnete vorschlagen.

Auch viele Ärzte dürften aufatmen: »Ist die Austauschpflicht
abgeschafft, sind Ärzte bei der Verordnung stark wirksamer
Schmerzmittel nicht mehr aus Angst vor Regressen zur zweit-, dritt-
oder nächstbesten Lösung gezwungen«, stellt Dr. Müller-Schwefe fest.
»Vielmehr können wir Ärzte eine medikamentöse Therapie einleiten und
vor allem weiterverordnen, die für unsere Patienten in diesem
schwierigen Bereich der Medikamentösen Therapie im individuellen Fall
am besten geeignet und auf die er gut eingestellt ist.«

__________________________

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS) ist mit
über 4000 Mitgliedern die größte europäische Schmerzgesellschaft. Sie
ist bundesweit in mehr als 120 regionalen Schmerzzentren organisiert,
in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden.
Gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. organisiert die DGS den
jährlich stattfindenden Deutschen Schmerz- und Palliativtag in
Frankfurt/Main.

Oberstes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von
Menschen mit chronischen Schmerzen. Dies wird nur durch die
Etablierung der Algesiologie in der Medizin erreichbar. Dazu gehört
die Qualitätssicherung in der Schmerztherapie durch die Erstellung
von Therapiestandards, sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und
Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und
Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen.



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