Rheinische Post: Kommentar: Gut gemeint, aber in der Praxis kaum umsetzbar // von Birgit Marschall

11.12.2019 - 00:00 | 1778401


Artikel von Rheinische Post



(ots) - Kinderarbeit, Sklaverei, gesundheitsschädliche
Arbeitsbedingungen - das sind Zustände in vielen ärmeren Ländern, die
Unternehmen und Verbraucher im reichen Industrieland Deutschland nicht mehr
weiter dulden sollten. Dieser generellen Zielsetzung der großen Koalition können
sicher viele Bürger folgen. Umstritten ist nur der Weg, wie das Ziel der
Einhaltung elementarer Menschenrechte im globalen Turbo-Kapitalismus erreicht
werden kann.

Andere Industrieländer wie Frankreich, Großbritannien, die Niederlande,
Australien und selbst die USA haben eigene Gesetze erlassen, mit denen sie ihre
Unternehmen verpflichten, beim Einkauf von Produkten auf die Wahrung von
Menschenrechten und Umweltstandards zu achten. Denn freiwillige
Selbstverpflichtungen der Unternehmen bringen aller Erfahrung nach nichts.
Schließlich zieht ein Risikomanagement, das auch auf ethische Standards achten
muss, deutlich mehr Kosten nach sich, weshalb zu viele Unternehmen bisher lieber
darauf verzichten.

Wenn nun auch die Bundesregierung auf Fortschritte bei der Einhaltung der
Menschenrechte in den Lieferketten dringt, ist das gut gemeint. Schließlich ist
Deutschland nicht nur drittgrößter Exporteur, sondern auch drittgrößter
Importeur der Welt. Deutsche Unternehmen haben großen Einfluss auf
Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern. Eine gesetzliche Sorgfaltspflicht
dürfte viele Unternehmen aber überfordern. Es wird ihnen in der Praxis kaum
gelingen nachzuweisen, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wurde.
Oft sind Güter aus Hunderten Vorprodukten entstanden. Nachzuweisen, dass jedes
einzelne unter ethischen Bedingungen produziert wurde, ist kaum möglich. Und wo
es möglich wäre, bedeutete dies enormen bürokratischen Aufwand.

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