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19.04.2010

DGAP-News: Schroders: Das Unerwartete erwarten - Lässt die Parlamentswahl in UK die Börse kalt?

Schroder Investment Management GmbH / Sonstiges

19.04.2010 11:00

Veröffentlichung einer Financial News, übermittelt
durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

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Schroders: Das Unerwartete erwarten - Lässt die Parlamentswahl in UK die
Börse kalt?

Richard Buxton, Leiter Aktien Großbritannien bei Schroders

Wenn bei Investoren, Strategen und Finanzkommentatoren in einem Bereich
Konsens besteht, dann darin: Das Pfund Sterling wird im Vorfeld der Wahlen
noch weiter sinken, der Zins für britische Staatsanleihen wird steigen und
die Kurse an den Aktienmärkten werden fallen. Die Aussicht auf unklare
Mehrheitsverhältnisse im Parlament, auf ein sogenanntes 'Hung Parliament',
ist das vorherrschende Szenario. Mit diesem Szenario einher geht die
Aussicht auf eine ineffektive Regierung und vor allem die Unmöglichkeit,
wichtige Maßnahmen zur Eindämmung des britischen Staatsdefizits
einzuleiten. Da dieses Ergebnis immer wahrscheinlicher wird, trennen sich
viele Investoren vom Pfund. Und der Zins für britische Staatsanleihen
steigt in der Erwartung, dass Großbritannien in seiner jetzigen
Kreditwürdigkeit von AAA zurückgestuft wird. Dazu kommt eine starke Flut an
Staatsanleiheemissionen - und Aktien werden durch die steigenden
Anleiherenditen unweigerlich nach unten gezogen.

Da die Märkte Unsicherheit von jeher hassen, wären Nervosität und Schwäche
im Aktienbereich vor den Wahlen sicher keine Überraschung. Aber die Wahl
dürfte ja wohl kaum eine Schockmeldung darstellen. Wie wahrscheinlich ist
es, dass der Startschuss für die offizielle Wahlkampagne massive
Investmentströme auslöst? Und flossen nicht alle Ergebnismöglichkeiten


bereits in die Entscheidungen der Anlegerund die Kurse mit ein? Die
eigentliche Überraschung vor diesem Hintergrund wäre, wenn der Markt die
täglichen Umschwünge in den Meinungsumfragen, Reden und Debatten einfach
ignorieren und seinen Aufwärtskurs unbekümmert fortsetzen würde.

Konsens unter den Parteien
Zumindest scheinen sich alle drei Hauptparteien darin einig zu sein, dass
das Defizit gesenkt werden muss - Uneinigkeit herrscht lediglich in Bezug
auf das Wie und das Wann. Auch wenn ein Pakt zwischen Liberalen und der
Labour-Partei vielen der Beschäftigten im Finanzsektor nicht schmecken mag:
Es steht nicht unbedingt vonvornherein fest, dass der gemeinsame Plan
dieser Parteien zum Abbau des Staatsdefizits bei den Anleiheinvestoren auf
Ablehnung stößt.

Ein weiterer Punkt: Der nationale Schuldenberg in Großbritannien ist so
hoch, dass Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen allein nicht ausreichen,
um ihn abzubauen. Darin sind sich alle Parteien einig. Ebenso muss das
Konjunkturwachstum Teil der Lösung sein. Eine mögliche Folgerung wären
politische Maßnahmen, die Firmen motivieren, ihren Sitz weiter in
Großbritannien zu behalten, dort zu investieren und zusätzliche
Arbeitskräfte einzustellen. Die nächste Regierung dürfte wohl sehr
wirtschaftsfreundlich sein. Denn für die Politiker hängen die Chancen einer
Wiederwahl davon ab, ob die Unternehmen in der Lage sind, neue
Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftliches Wachstum zu erzeugen.

Der Abbau des Staatsapparats eröffnet dem privaten und freiwilligen Sektor
zusätzliche Möglichkeiten, die Lücken zu füllen, die durch die Kürzungen im
öffentlichen Bereich entstanden sind.

Aus historischer Sicht gab es in Zeiten, in denen der Anteil desöffentlichen Sektors am BIP schrumpfte, ein größeres
Produktivitätswachstum. In diesem Bereich hinkte Großbritannien aufgrund
der Bürokratiezunahme in den vergangenen Jahren hinterher. Doch keine
dieser Überlegungen hört sich für britische Aktieninvestoren oder gar das
Pfund Sterling besonders besorgniserregend an.

Britische Firmen in guter Form
Indes stammt der Großteil der Gewinne der in Großbritannien gelisteten
Unternehmen aus dem Ausland. Das geben selbst die pessimistischsten
Kommentatoren zu. Der weltweite Konjunkturaufschwung und die Folgen der
sehr schnellen und effektivenKostensenkungen haben dafür gesorgt, dass die
jüngsten Unternehmensergebnisse die Erwartungen der Analysten fast
einhellig übertrafen. Für viele Unternehmen wurden die Gewinnprognosen in
den vergangenen Monaten deutlich angehoben.

Das wiederum heißt, dass die Bewertungen inmitten der bisher in diesem Jahr
erzielten Marktgewinne angemessen geblieben sind. Denn die steigenden
Aktienkurse wurden durch die steigenden Gewinnprognosen untermauert. Die
Bilanzqualität wurde verbessert, die Cashflows sind stark und immer mehr
Unternehmen sitzen auf einem Barüberschuss - eine Quelle für zukünftige
Investitionen, Aktienrückkäufe oder Fusionen und Übernahmen.

Misstrauen gegenüber der Rallye bleibt
Dennoch waren die Anleger selten so vorsichtig gestimmt. Renommierte
Investoren sitzen mit prall gefüllten Portemonnaies tatenlos am
Spielfeldrand und schütteln ungläubig die Köpfe, während sich der Markt
nach oben schraubt. Die Mittel fließen von Aktien weg und nicht zu ihnen
hin. Das britische Staatsdefizit ist so hoch, dass die Nation kollektiv den
Gürtel enger schnallt und sich allgemein auf einige harte Jahre einstellt.
Wachstum, das durch die Explosion bei den privaten und öffentlichen
Schulden in den vergangenen zehn Jahren von der Zukunft geborgt wurde, muss
mehrere schlanke Jahre hindurch zurückbezahlt werden.

Aber auch wenn harte steuerpolitische Maßnahmen eingeführt werden, so
bleibt die Geldpolitik als Nebeneffekt weiterhin sehr locker. Sollte die
Bank ofEngland den Zinssatz gegen Ende des Jahres erhöhen, so dürfte dies
sehr vorsichtig ausfallen. Die Zinssätze dürften über das Jahr 2011 hinweg
kaum um mehr als zwei Prozent steigen - eine Rate, die aller
Wahrscheinlichkeit nach real gesehen negativ sein wird. Barmittel zu halten
ist dementsprechend teuer, während viele solide Anlagen in Aktien Renditen
von zwei, drei, vier Prozent oder mehr einbringen können.

Patriotischer Eifer
Doch trotz der allgemeinen und einhelligen Erwartung einiger Jahre der
Sparpolitik darf eines nicht vergessen werden: Schon in neun Monaten wird
2012 das 'nächste Jahr' sein. Und 2012 werden nicht nur die Olympischen
Spiele große Besucherströme aus dem Ausland anziehen, auch das 60-jährige
Thronjubiläum der Queen, das aller Wahrscheinlichkeit mit zahlreichen
königlichen Besuchen im ganzen Land verbunden ist, ist ein Publikumsmagnet.
Solche Ereignisse sind für die Wirtschaft selten negativ, eher im
Gegenteil. Selten dürfte das Zusammentreffen von zwei Ereignissen in
Großbritannien einen derartigen Wohlfühlfaktor auslösen wie im Jahr 2012.
Sparmaßnahmen? Wahrscheinlicher ist ein Boom.

Meine Wahlprognose lautet: Die Konservativen gewinneneine tragfähige
Mehrheit und das ganze Gerede über unklare Mehrheitsverhältnisse ist Schnee
von gestern. Außerdem dürfte sich diese Mehrheit entgegen der landläufigen
Meinung als regierungsfähig erweisen. Und an der Börse geht die ganze
Kampagne sang- und klanglos vorbei.

Presseanfragen:
Constanze Ullmann
Citigate Dewe Rogerson
Hanauer Landstraße 175-179
60314 Frankfurt am Main
Telefon: 069-90500-130
Fax: 069-90500-102
E-Mail: constanze.ullmann@citigatedr.de


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