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Michael Oehme: Besserer Sparer-Schutz in der EU?

ID: 998544

(IINews) - St. Gallen, 19.12.2013. Die Europäische Union (EU) will
zukünftig die Spareinlagen von Privatleuten besser schützen.
Guthaben bis 100.000 Euro sollen unberührt bleiben.

EU-Staaten, Europaparlament und EU-Kommission einigten
sich gestern auf die neuen Regelungen in Brüssel. Ziel sei,
dass Bankkunden im Krisenfall schneller als bisher auf ihr
Erspartes zurückgreifen können und vor einem Totalverlust
bewahrt werden. Die neuen Regelungen sind ein weiteres
Produkt der Finanzkrise. Aktionäre und Gläubiger sollen
finanziell stärker herangezogen werden, während Kleinanleger
ihr Erspartes bis zu einer Höhe von 100.000 Euro behalten
können.

Des Weiteren sollen Sparer innerhalb von sieben Werktagen
bei einer Bankpleite ihr Geld erhalten, anstatt wie bisher nach
20 Tagen. Innerhalb von fünf Werktagen sollen Bankkunden
zudem eine „Notauszahlung“ zur Deckung der unmittelbaren
Lebenshaltungskosten erhalten können.

Mit den Auflagen will die EU auch so genannte "Banken-Runs"
verhindern: Kunden angeschlagener Bankinstitute heben
panisch ihr Geld ab - und die Geldhäuser geraten in noch
größere Bedrängnis. Um die Kunden abzusichern, sollen die
Banken künftig Geld in spezielle Notfall-Fonds einzahlen. Die
Größe der Fonds muss mindestens 0,8 Prozent der
abgesicherten Einlagen entsprechen. Die EU-Staaten hatten
einen laxeren Wert von 0,5 Prozent gefordert, das
Europaparlament 1,5 Prozent. Spätestens seit der Zypern-
Krise fürchten auch viele deutsche Anleger, dass sie im
Krisenfall für ihre Bank zahlen müssten.

In Deutschland gibt es jedoch bereits einen entsprechenden
Krisenfonds.

Schließlich arbeitet die EU daran, Steuerzahler künftig in der
Regel vor Kosten durch Bankenpleiten zu schützen. Die Euro-
Finanzminister berieten sich über den Aufbau eines




einheitlichen Mechanismus sowie eines europäischen Fonds
zur Abwicklung von Pleitebanken.

Mehrere Ressortchefs sagten am frühen Mittwochmorgen, die
Basis sei geschaffen. In der Finanzkrise hatten die EU-Länder
insgesamt rund 1,6 Billionen Euro in marode Geldhäuser
investiert.

„Inwiefern vermeintlich stärkere Länder wie Frankreich und
Deutschland dabei für schwächere herhalten müssen, ist noch
nicht eindeutig klar“, erklärt Michael Oehme, Consultant bei
der CapitalPR AG. Möglich sei dabei, dass deutschen
Konteninhaber bei ausländischen Banken über 100.000 Euro
auch zur Kasse gebeten würden.


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Datum: 19.12.2013 - 10:54 Uhr
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