Michael Oehme: „KMB“ verändert Münchens Immobilienmarkt
(IINews) - St. Gallen, 11.12.2013. Keine Stadt hat in den letzten Jahren
eine derartige Preissteigerung bei Kauf- und Mietpreisen
erlebt wie München. Nun geht es darum, bezahlbare
Mietwohnungen zu bauen.
Die bayerische Hauptstadt verkauft in Zukunft einen Teil ihrer
Flächen ausschließlich an Investoren, die bezahlbare
Wohnungen bauen. Vor allem für Menschen mit mittlerem
Einkommen wird es nämlich immer schwerer eine
erschwingliche Wohnung zu finden – diese Menschen sollen
von dem Vorhaben profitieren.
Das Konzept „KMB“, also „Konzeptioneller Mietwohnungsbau“
leitet einen Wandel auf dem Münchner Immobilienmarkt ein:
Investoren, die städtische Grundstücke kaufen, werden dazu
verpflichtet, bezahlbare Mietwohnungen zu bauen. Die Flächen
können zu einem günstigen Preis gekauft werden. Dazu
sollen zukünftig 30 Prozent der kommunalen Flächen
ausgeschrieben werden. Dadurch soll die Situation der
„Normalverdiener“ verbessert werden, die mit ihrem
Einkommen knapp über den Höchstgrenzen der
Förderprogramme liegen und keine Hilfe bekommen. Für
diese Menschen spitzt sich die Lage zu und viele haben
Existenzängste. Denn die extrem gestiegenen
Grundstückspreise wirken sich immer stärker auch auf die
Mieten aus. Etwa 16 Euro pro Quadratmeter zahlen Mieter
Nettokaltmiete für eine Neubauwohnung. Rechnet man die
Nebenkosten, also Heizung und sonstige Betriebskosten
dazu, müssen Mieter für eine 80-Quadratmeter-Wohnung
etwa 1500 Euro im Monat zahlen. Bei diesem hohen
Mietniveau können keine günstigen Mietwohnungen
entstehen.
„Der Münchner Stadtrat gerät also in Zugzwang: Nun werden
die kommunalen Flächen nicht mehr an den Meistbietenden,
sondern zum Verkehrswert verkauft. 30 Prozent der
städtischen Flächen werden für den konzeptionellen
Mietwohnungsbau verwendet, 50 Prozent bleiben für den
geförderten Wohnungsbau reserviert. Die restlichen 20
Prozent gehen ohne Bindungen an den frei finanzierten
Wohnungsbau“, erklärt Michael Oehme, Consultant bei der
Sankt Gallener CapitalPR AG. Er hält diese Vorgehensweise für
wegweisend.
Käufer dieser sogenannten „KMB-Flächen“ müssen zahlreiche
Bedingungen einhalten. Im Gegenzug erhalten sie die
Grundstücke zu einem festgelegten Verkehrswert, der deutlich
niedriger liegt als in einer konventionellen Ausschreibung. Die
wichtigste Auflage: Der Bau von Mietwohnungen, welche für
einen langen Zeitraum nicht aufgeteilt und nicht in
Eigentumswohnungen umgewandelt werden dürfen. Außerdem
darf der Vermieter keine Eigenbedarfskündigung geltend
machen. Das erste Projekt startet mit einer 40-jährigen
Bindungsdauer. „Kritisiert wird das Konzept hingegen von
privaten Wohnungsunternehmen: sie befürchten einen
Profitausfall für die kommunalen Wohnungsunternehmen.
„Und das ist sogar verständlich“, so Oehme.
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Datum: 11.12.2013 - 13:05 Uhr
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