Michael Oehme: Wer viel spart, der oft dennoch nicht gewinnt
(IINews) - St. Gallen, 17.10.2013. Wer zurzeit Kredite aufnimmt, um ein
Haus oder eine Wohnung zu kaufen, kommt so billig an Geld
wie nie zuvor. Wohin das führen kann, hat die Welt schon
gesehen. Die Geldmengenausweitung der Zentralbanken führt
nicht zur Inflation – die Ausweitung der Geldmenge ist bereits
die Inflation, die sich erst in Folge durch steigende Preise
bemerkbar macht. Das Geld wird entwertet, indem man immer
neues druckt. Das wiederum schwächt das Vertrauen der
Menschen in die Währungen. Sie werden ihre Euro ausgeben,
weil sie fürchten, ihre Scheine könnten schon bald weniger
wert sein. Das Geld wird in die Gütermärkte fließen und die
Preise in die Höhe treiben. Wenn dann noch Kredite
aufgenommen werden sind wir inmitten einer weitgehend
unkontrollierten Inflation.
Der irrationale Überschwang zeigt sich deutlich: Dax und Dow
Jones kletterten auf neue Höchststände, die Indizes
markierten sogar den höchsten Stand ihrer Geschichte und
sind somit auf der Überholspur.
Laut "Handelsblatt" haben die Analysten im vergangenen
Quartal ihre Gewinnaussichten für 22 der 30 Firmen im
Leitindex gesenkt. Trotzdem gehen die Kurse durch die
Decke. Doch den Aktienmärkten scheint es prächtig zu gehen.
Diese Tatsache lässt sich nur noch auf eines zurückführen:
Das weltweite Doping der Finanzmärkte durch die
Notenbanken. Entgegen aller Erwartungen will die US-
Notenbank ihre Geldpolitik nicht drosseln, sondern weiter
monatlich 85 Milliarden US-Dollar in Staatsanleihen und
Immobilienpapiere pumpen, um die US-Wirtschaft
anzukurbeln.
Was für manche Grund zur Freude ist, treibt den Sparern
dagegen Sorgenfalten ins Gesicht. Sie sind die klaren Verlierer
dieser Entwicklung. Dank der Niedrigzinsen, die die
Währungshüter den Banken mit der Geldflut verordnen,
vermindert sich ihr Vermögen kontinuierlich. Wenn man sich
das allgemeine Zinsniveau anschaut, werden schon jetzt die
Sparguthaben vieler Menschen durch die Inflation
aufgefressen. Das wiederum könnte zu deutlichen Lücken in
der Altersvorsorge führen. Zu den Verlierern zählen also die
Arbeitnehmer, Sparer und Rentner, deren Geldvermögen,
Versicherungsleistungen und Rentenbezüge weginflationiert
werden. Die Allianz hat hierzu kürzlich eine erschreckende
Zahl errechnet: Die Niedrigzinspolitik der EZB kostete die
Sparer allein im Jahr 2012 rund 5,8 Milliarden Euro im Saldo.
Die klaren Gewinner sind hingegen die Investmentbanken,
welche ihr Geld zum Nulltarif bekommen. Die Währungshüter
werden also von ihrem Plan, die Wirtschaft mit der
Notenpresse anzukurbeln, auf absehbare Zeit nicht abrücken.
Bis auf weiteres sitzen die Sparer damit in der Zinsfalle fest.
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Datum: 17.10.2013 - 16:02 Uhr
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