"DER STANDARD"-Kommentar zurÖsterreichische Entwicklungshilfe:
"Teure Knausrigkeit" - von Tobias Müller
(ots) - Krisen zu verhindern ist deutlich billiger, als sie
zu stoppen, darin sind sich alle Katastrophenhelfer einig. Die
Knausrigkeit Österreichs und vieler anderer EU-Staaten bei der
Entwicklungszusammenarbeit ist am Ende also vor allem eines: teuer.
1,6 Milliarden Euro brauchte die Uno 2011, um die Hungersnot am Horn
von Afrika zu bekämpfen. Dass es gar nicht so weit kommt, würde je
nach Studie höchstens ein Zehntel bis ein Viertel kosten.
Sicher: Entwicklungszusammenarbeit funktioniert oft nicht, das ist
aber kein Grund, darauf fast völlig zu verzichten. Dass man auch viel
Geld in bitterarme Länder stecken kann und mitunter beide Seiten
davon profitieren, zeigt derzeit etwa China. Dessen Regierung sieht
in Afrika nicht nur arme, hilfsbedürftige Menschen, sondern einen
riesigen Markt, wie die Entwicklungsforscherin Deborah Bräutigam
schreibt. Chinesische Entwicklungshilfe ist zwar umstritten und oft
nur bedingt mit der westlicher Länder vergleichbar. Ein Ideengeber
kann sie aber allemal sein.
Und Prävention ist nicht nur bei Katastrophen billiger. Die EU, und
damit auch Österreich, investiert jährlich beachtliche Summen, um zu
verhindern, dass Flüchtlinge nach Europa kommen. Wer dafür sorgt,
dass diese Leute eines Tages erst gar nicht mehr ihre Heimat
verlassen müssen, der spart sich Zäune, teure Abschiebe-Agenturen -
und sogar den Vorwurf der Unmenschlichkeit.
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Datum: 25.06.2012 - 18:20 Uhr
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Ausgabe vom 26.Juni 2012 Wien
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