Basel III stellt Mittelstand vor große Hürden
Kammervorstand fürchtet eine Verteuerung der Mittelstandskredite und fordert gesicherte Unternehmensfinanzierung
(LifePR) - "Mit der Umsetzung von Basel III befürchten wir Erschwernisse für das Kreditgeschäft mittelständischer Unternehmer", so der Tenor des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Toni Hinterdobler. "Vor allem für das Handwerk sind negative Auswirkungen zu befürchten." Im Rahmen der Vorstandssitzung der Handwerksammer in der Gewürzmühle in Berching, forderte der Vorstand eine gesicherte sowie bezahlbare Unternehmensfinanzierung für klein- und mittelständische Handwerksbetriebe.
"Mit Basel III werden neue Regulierungen eingeführt, die nicht nur Änderungen für Banken mit sich bringen", betonte der Hauptgeschäftsführer. "Basel III darf nicht zu Lasten der Handwerker gehen." Mit Basel II sei es gelungen, Kredite an kleine und mittlere Betriebe bis zu einer Gesamthöhe von einer Million Euro pro Kreditinstitut, sogenannte Retail-Kredite, mit lediglich sechs Prozent Eigenkapital statt der sonst geforderten acht Prozent zu belasten. Basel III erfordert aber eine allgemeine Erhöhung des Eigenkapitals auf 10,5 Prozent. Mittelstandkredite würden sich damit erheblich verteuern. Der Vorstand der Handwerkskammer hat in seiner jüngsten Sitzung in Berching gefordert, dass bei Krediten für Handwerksbetriebe weiterhin nicht mehr Eigenkapital unterlegt werden muss "Die geplanten Verschärfungen sind umso erstaunlicher, als dass die Finanzierung von Unternehmen weder Ursache der Finanzkrise war, noch sie verstärkt haben", erläuterte Hinterdobler. Auch die Erwägungen der deutschen Bankenaufsicht BAFin, weitere Verschärfungen im nationalen Alleingang einzuführen, seien abzulehnen, so der Kammervorstand.
Vor dem Hintergrund der schwierigen Situation einiger europäischer Länder betonte Hinterdobler die Wichtigkeit eines stabilen Finanzsystems für die Betriebe. Bei der Umsetzung von Basel III in Europa sei darauf zu achten, dass die nationalen Besonderheiten in Deutschland berücksichtigt werden. Basel III sei daher als "EU-Richtlinie" und nicht als ummittelbar geltende "EU-Verordnung" auf den Weg zu bringen. "Nur so können wir in Deutschland die Handlungsfähigkeit der Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufrechterhalten", so Hinterdobler. Eine Umsetzung per Richtlinie sichere auch die für den deutschen Mittelstand typische langfristige Finanzierungspraxis.
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Datum: 26.09.2011 - 15:42 Uhr
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