Westdeutsche Zeitung: Olympia ist gegen München =
Von Christoph Fischer
(ots) - Die Wahl von Durban ist keine Überraschung.
Trotz der Tatsache, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC)
im Prinzip ein unberechenbarer Zirkel ist. Olympia 2018 in München
wird es nicht geben, die Stadt hat verloren bei einer Wahl, bei der
es nur Gold, nicht aber Silber und Bronze gibt. Die Wahl der Olympier
fiel im ersten Wahlgang auf Pyeongchang in Südkorea. Was nicht daran
liegt, dass die Bewerbung Münchens schlecht war. Ganz im Gegenteil,
vermutlich war es die qualitativ beste. Aber der Einfluss Südkoreas
im Internationalen Olympischen Komitee ist hoch. Daran hat auch
nichts geändert, dass hochdekorierte südkoreanische Funktionäre wegen
Bestechung schon im Gefängnis gesessen haben. Hinzu kam, dass sich
Pyeongchang bereits zum dritten Mal bewarb. "Es geht nicht darum, wie
oft sich jemand beworben hat, alte Bewerbungen geben nur Antworten
auf die Fragen von gestern." Thomas Bach, Vizepräsident im IOC und
Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, wusste um die
Favoritenstellung Südkoreas. Und machte mit seiner aggressiven
Bewerbungsrede wohl den entscheidenden Fehler. Thomas Bach gilt als
aussichtsreicher Kandidat um die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge
als IOC-Präsident. Und mancher der älteren Herren im Olymp neidet
Bach seinen Erfolg. Es ist schade, dass München es nicht geschafft
hat. Weil Olympische Spiele ohne Alternative sind. Es gibt nichts
Großartigeres, nichts Emotionaleres, nichts Einträchtigeres im Sport
als Olympia. Was nichts daran ändert, dass Montreal 1976 an den
Spielen fast bankrott gegangen wäre. Aber es gibt eben auch
Olympische Spiele, die Einstellungen verändert, Modernes geschaffen
und Menschen Perspektiven gegeben haben. Zu dieser Kategorie zählen
auch die Spiele 1972 in München - trotz des verheerenden
palästinensischen Anschlags, bei dem elf israelische Sportler
starben. Aktuell wollte man München im olympischen Zirkel nicht. Man
wollte nicht den wirtschaftlichen Kernmarkt Europa, man wollte die
neuen Märkte Asiens. Insofern war es eine Richtungsentscheidung.
München wäre die einzige Stadt, die Sommer- und Winterspiele
veranstaltet hätte. Ob es einen zweiten Anlauf gibt, ist unklar. Zu
wünschen wäre es. Zu den prägendsten Erfahrungen im Sport zählen
Niederlagen.
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Datum: 06.07.2011 - 19:39 Uhr
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