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Arzneimittel zum Selbstspritzen verunsichern viele Patienten

ID: 313003

(ots) - Arzneimittel, die sich Patienten selbst spritzen
müssen (Parenteralia), führen oft zu Verunsicherung. Etwa 7,5
Millionen gesetzlich Versicherte sind auf solche Arzneimittel
angewiesen, ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V.
(DAPI). "Diabetiker, die sich dauerhaft Insulin spritzen, sind oft
gut geschult. Andere Patienten spritzen sich nur vorrübergehend ein
Medikament, beispielsweise Heparin gegen Blutgerinnsel. Sie sollten
sich unbedingt in der Apotheke die richtige Spritztechnik zeigen
lassen", so Apotheker Dr. Wolfgang Kircher, Mitglied der
Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). "Die Hygiene
spielt eine große Rolle, denn das Arzneimittel muss steril bleiben."
Vom Patienten selbst gespritzt werden vor allem Wirkstoffe, die aus
Proteinen bestehen. Beispiele sind Insulin für Diabetiker, Heparin
gegen Blutgerinnsel, verschiedene Hormone oder Antikörper, die u.a.
gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden.

Je nach Wirkstoff werden Arzneimittel zur Selbstinjektion meist in
das Fettgewebe unter der Haut (subkutan) oder in den Muskel
(intramuskulär) gespritzt. Kircher: "Der Patient kann selbst
beeinflussen, wie schmerzhaft eine Injektion ist. Die Schmerzen sind
gering, wenn die Kanüle nach jeder (!) Injektion ausgetauscht, die
Injektionslösung auf Raumtemperatur erwärmt und langsam injiziert
wird." Auch die verwendete Hautstelle spielt eine Rolle: Zum Beispiel
sind subkutane Injektionen in den Bauch oder Oberschenkel weniger
schmerzhaft als solche in den Oberarm.

Wenn das Arzneimittel in getrockneter Form vor, muss es vor dem
Spritzen gelöst werden. Wird das Lösungsmittel bei Durchstechflaschen
durch einen Gummistopfen gespritzt, muss dieser vorher desinfiziert
werden. Der Flüssigkeitsstrahl wird dann nicht auf das getrocknete
Pulver, sondern auf die Wand der Flasche gerichtet werden. Dabei wird




die Flasche langsam gedreht. Erst wenn das gesamte Pulver benetzt
ist, darf die Flasche vorsichtig gerollt werden. Kircher: "Patienten
sollten sich das richtige Auffüllen mit Wasser unbedingt vom
Apotheker zeigen lassen. Auf keinen Fall darf man sich nicht
vollständig gelöste Arzneimittel spritzen." Viele Parenteralia müssen
kühl aufbewahrt werden. Je nach Präparat gelten unterschiedliche
Lagerungsvorschriften.

Die Pressemitteilung und weitere Informationen unter www.abda.de.



Pressekontakt:
Dr. Ursula Sellerberg, MSc
Stellv. Pressesprecherin
Tel.: 030 - 40004 134
E-Mail: u.sellerberg(at)abda.aponet.de
www.abda.de

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Datum: 10.12.2010 - 11:07 Uhr
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