Risiko raus! Unfallgefahren durch Blendung im Straßenverkehr vermeiden / Dunkle Jahreszeit verlangt
(ots) - Die Sonne steht tief, Licht reflektiert auf
regennasser Straße, Schweinwerferkegel tauchen aus der Dunkelheit
auf. In Herbst und Winter steigt das Risiko, im Straßenverkehr
geblendet zu werden. Für einige Augenblicke ist die Sicht des
Geblendeten völlig eingeschränkt. Die Gefahr, in diesem Moment die
Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren oder etwas zu übersehen, ist
groß. Auf diese erhöhte Gefährdung in der dunklen Jahreszeit weisen
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im Rahmen ihrer
Präventionskampagne "Risiko raus!" hin und geben Tipps zum richtigen
Fahrverhalten.
Blendung durch die Sonne ist eine wesentliche Unfallursache. Sie
kann aber auch durch künstliche Lichtquellen erzeugt werden -
insbesondere bei Dunkelheit. Das Auge wird dann plötzlich starkem
Licht ausgesetzt und ist damit überfordert. Hauptsächliche künstliche
Blendungsquellen sind: entgegenkommende oder hinterher fahrende
Fahrzeuge, Leuchtreklamen und Gebäude- oder Grundstücksbeleuchtungen.
Zwei Sekunden ohne Sicht
Wie groß die Gefahr im Moment der Blendung ist, zeigt folgende
Berechnung: Wird man bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h für einen
Zeitraum von zwei Sekunden sehunfähig, legt man in dieser Zeit eine
Strecke von 56 Metern zurück. Das entspricht der Breite eines
Fußballplatzes. "In dieser Zeit ist das Fahrzeug praktisch führerlos
und stellt ein Sicherheitsrisiko dar - nicht nur für den Fahrer,
sondern auch für andere. Blendung sollte daher soweit wie möglich
vermieden werden", warnt Dr. Marc Wittlich vom Institut für
Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA).
Er rät deshalb vorzusorgen:
- Achten Sie auf korrekt eingestellte Scheinwerfer an Ihrem
Fahrzeug, auch bei Beladung. Viele Werkstätten bieten jetzt
kostenlose Lichttests an.
- Saubere Scheiben, auch von innen, und funktionierende
Scheibenwischer geben klare Sicht und vermindern Streulicht.
- Auch in Herbst und Winter kann es zu sonnigen Wetterlagen
kommen. Führen Sie für alle Fälle eine Sonnenbrille mit.
- Vermeiden Sie Fahrten im Dunkeln, wenn Sie Probleme mit der
Nachtsicht haben.
Wie verhalte ich mich, wenn ich geblendet werde?
- Vermeiden Sie so weit wie möglich schreckhafte Reaktionen.
Wenden Sie Ihren Blick möglichst von der Blendquelle ab. Schauen
Sie nachts im Fall der Blendung auf die rechte Markierung der
Fahrbahn.
- Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen an. Bei
starker Blendung langsamer fahren und notfalls anhalten.
- Sehen Sie von einer Gegenblendung des entgegenkommenden
Fahrzeuges ab. Ein kurzes Lichtzeichen als Hinweis ist
vertretbar, alles andere würde das Unfallrisiko erhöhen.
- Die meisten Innen-Rückspiegel verfügen über eine mechanische
Abblendfunktion: Sie können ihn in eine Position kippen, in der
die Blendung durch ein nachfolgendes Fahrzeug aufgehoben werden
kann, ohne dass sich dabei das Blickfeld verändert.
- Fußgänger oder Radfahrer sollten Situationen mit Blendgefahr
auszuweichen. Die Gefahr von anderen Verkehrsteilnehmern
übersehen zu werden, ist groß.
Hintergrund "Risiko raus!"
In der Präventionskampagne "Risiko raus!" arbeiten die
Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche
Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Landwirtschaftliche
Sozialversicherung, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die
Bundesländer sowie weitere Partner zusammen. Gemeinsam verfolgen sie
das Ziel, das Unfallrisiko beim Fahren und Transportieren zu
verringern. Weitere Informationen unter www.risiko-raus.de.
Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Fax: 030 288763771
E-Mail: presse(at)dguv.de
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Datum: 27.10.2010 - 10:00 Uhr
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