Ließ HSH Nordbank Zeugen der Staatsanwaltschaft denunzieren?
(ots) -
Sperrfrist: 03.09.2010 01:00
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Die HSH Nordbank hat nach Informationen des Radioprogramms NDR
Info offenbar versucht, einen der wichtigsten Zeugen der
Staatsanwaltschaft mit der Weitergabe eines Dossiers unter Druck zu
setzen. Der vom Chefjustiziar der Bank, Wolfgang Gößmann,
unterzeichnete halbfertige Untersuchungsbericht wurde unmittelbar
nach Erstellung an mehrere Zeitungen weitergeleitet. In dem Papier
wird der frühere Geschäftsführer der HSH-Filiale London, der Spanier
Luis Marti Sanchez, mit dubiosen Geldflüssen und mittelbar mit Betrug
und Untreue in Verbindung gebracht. Zum Zeitpunkt der Weitergabe war
bekannt, dass Sanchez plante, sich auch gegenüber den
Ermittlungsbehörden im Verfahren gegen Verantwortliche der HSH
ausführlich zu äußern und damit den Vorstand um Bankchef Dirk
Nonnenmacher erheblich zu belasten. Auf Grund des weitergeleiteten
Dossiers berichteten mehrere Zeitungen in großer Aufmachung über die
angeblichen Verfehlungen des Mannes. Allerdings stellte sich wenig
später heraus, dass die Vorwürfe haltlos waren. Der Vorstand der HSH
hatte den fraglichen Vorgang selbst genehmigt.
Auslöser für die öffentlich erhobenen Vorwürfe gegen Sanchez waren
offenbar den HSH-Vorstand belastende Aussagen gegenüber Sonderprüfern
der Kanzlei Freshfields. Der Spanier hatte den Anwälten im August
2009, ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der HSH, über die
umstrittenen Omega-Geschäfte der Bank berichtet. Außerdem hatte er
seine Bereitschaft erklärt, auch bei der Hamburger Staatsanwaltschaft
auszusagen. In der zweiten Oktoberwoche 2009 erhielten Medien das von
HSH-Justiziar Gößmann - einem der engsten Vertrauten von Bankchef
Nonnenmacher - unterzeichnete zwölfseitige Papier, in dem nahegelegt
wird, dass sich Sanchez durch Zahlungen über eine angebliche
Scheinfirma bereichert habe. In einer gleichzeitig per
Pressemitteilung bekanntgemachten Strafanzeige sprach die HSH von
"Vermögensdelikten zu Lasten der Bank".
Ein von der Personalabteilung der HSH erstelltes Gutachten war
nach Informationen von NDR Info jedoch bereits zu dem Schluss
gekommen, dass die Zahlungen unbedenklich waren. Zudem stellten
selbst die vom HSH-Aufsichtsrat beauftragten Freshfields-Anwälte in
ihrem Rechtsgutachten Anfang November 2009 fest, dass nach sechs
Monaten Untersuchung "keine durchschlagenden Zweifel an der
Zuverlässigkeit" des Spaniers geblieben seien. Für die Hamburger
Staatsanwaltschaft war die Aussage von Sanchez später ausdrücklich
der Grund, das zunächst allgemein gegen Verantwortliche der HSH
geführte Verfahren jetzt direkt gegen Bankchef Nonnenmacher und seine
Vorstandskollegen zu richten.
Der derzeit von der Bank freigestellte Chefjustiziar Gößmann ließ
seine Anwälte feststellen: "Herr Dr. Gößmann hat zu keinem Zeitpunkt
ein Papier der (...) beschriebenen Art Journalisten ausgehändigt."
Die HSH Nordbank wollte zu dem Sachverhalt keine Stellungnahme
abgeben.
Zitate frei bei Nennung NDR Info. Rückfragen beantworten Jürgen
Webermann und Peter Hornung, NDR Info-Reporterpool, Tel.:
040/4145-2284.
2. September 2010/RC
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