Hitzewelle und E-Auto: Muss ich mir Sorgen um die Batterie machen?

(ots) - Die Sorge vor Reichweitenverlusten im Winter kennen viele Fahrer von Elektroautos. Doch was passiert eigentlich am anderen Ende der Temperaturskala, wenn das Thermometer auf 40 Grad Celsius oder mehr klettert? Dr. Johannes Hattendorff, Batteriespezialist beim deutschen Automobilzulieferer Webasto, erklärt, was es zu beachten gilt.
Frage: Wenn ich bei 40 Grad Celsius auf der Autobahn im Stau stehe: Muss ich mir Sorgen machen, dass die Batterieleistung einbricht?
Dr. Johannes Hattendorff: Nein. E-Fahrzeuge haben ein Thermomanagement für das Batteriesystem, das mit zahlreichen Sensoren an verschiedenen Stellen die aktuelle Temperatur erfasst. Es sorgt permanent dafür, dass die Batterie stets in einem optimalen Temperaturbereich zwischen 15 und 35 Grad Celsius gehalten wird. Im Winter heizt sie, im Sommer sorgt sie für die notwendige Kühlung. Das kostet etwas Leistung, stellt aber sicher, dass die Batterie selbst bei extremen Außentemperaturen keinen Schaden nimmt und leistungsfähig bleibt. Die Kühlung sorgt auch dafür, dass die Batterie weniger altert und problemlos die Fahrzeuglebensdauer übersteht. Für die Batterie-Sicherheit sind hohe Temperaturen ebenfalls kein Problem, hier wird es erst deutlich über 100 Grad kritisch. Da die Batterie im Stand"nur"für die Klimatisierung sorgen muss, entwickelt sie wenig Eigenwärme und lässt sich gut kühlen.
Frage: Welchen Einfluss hat Hitze auf die Leistungsfähigkeit meiner Batterie?
Dr. Johannes Hattendorff: Grundsätzlich kann man sogar sagen, dass bei hohen Temperaturen der Innenwiderstand der Batterie gering und die Batterie prinzipiell sehr leistungsfähig ist. Allerdings kosten die Kühlung sowie die Klimatisierung des Fahrgastraums auch Strom, der die Reichweite etwas sinken lässt. Eine Einschränkung kann es beim Laden von E-Autos früher Generationen geben. Hierbei erhitzen sich Batterien - bei hoher Ladeleistung, also am Schnelllader, umso mehr. Wenn das Kühlen der Batterien beim Laden nicht ausreicht, regelt das Fahrzeug die Ladeleistung herunter, um ein Überhitzen zu vermeiden. Das gilt auch beim langsamen Laden an der heimischen Wallbox oder Steckdose, wenn das geparkte Fahrzeug eventuell nicht aktiv gekühlt wird. In jedem Fall sorgt aber die Ladesteuerung dafür, dass die Batterie nicht überhitzt und auch keinen Schaden nehmen kann. Dafür kann der Ladevorgang etwas länger dauern. Bei modernen Fahrzeugen ist aber auch das Laden bei hohen Außentemperaturen kein Problem.
Frage: Wie viel"Saft"zieht die Klimaanlage - und besteht die Gefahr, dass ich deswegen liegenbleibe?
Dr. Johannes Hattendorff: Wie zum Beispiel der ADAC umfangreich getestet hat, zieht eine Klimaanlage bei großer Hitze (35 Grad Celsius) bis zu 1,5 Kilowattstunden, wenn sie die Innentemperatur bei 20 Grad Celsius halten soll. Zum Vergleich: Ein eher sparsames E-Auto verbraucht auf 100 Kilometer circa 15 Kilowattstunden, auf der Autobahn vielleicht 18 bis 20 Kilowattstunden. Wer zum Beispiel vier Stunden auf der Autobahn mit einer schwer arbeitenden Klimaanlage steht, verliert also Strom für lediglich 40 Kilometer.
Autofahrer, die regelmäßig bei einem Akkustand von 15 bis 20 Prozent Restkapazität an die Ladesäule fahren, sollten also nicht in die Situation geraten, bei brütender Hitze die Klimaanlage abstellen zu müssen.
Über den Interview-Partner
Dr. Johannes Hattendorff ist Leiter des Bereichs Standard-Batterien und Strategie beim deutschen Automobilzulieferer Webasto.
Pressekontakt:
Webasto Group
Michael Halser
Communication Manager / Pressesprecher
Tel.: + 49 89 8 57 94-53340
E-Mail: michael.halser(at)webasto.com
Original-Contentvon: Webasto Roof and Components SE,übermittelt durch news aktuell
Themen in diesem Fachartikel:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.08.2026 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2267115
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Stockdorf
Kategorie:
Automobilindustrie
Dieser Fachartikel wurde bisher 3 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"Hitzewelle und E-Auto: Muss ich mir Sorgen um die Batterie machen?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Webasto Roof and Components SE (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




