Daten für die Donau: Wasser 3.0 und LessPlastic Bulgaria starten erste Mikroplastik-Kartierung des bulgarischen Donauabschnitts
Neues Projekt„Data4Danube Bulgaria“verbindet Wissenschaft, Schulen und Zivilgesellschaft auf 450 Flusskilometern zwischen Vidin und Silistra–gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung im Programm„Perspektive Donau“

(PresseBox) - Die Donau ist eine der wichtigsten Süßwasser-Lebensadern Europas – und einer der größten Eintragspfade für Plastik und Mikroplastik ins Schwarze Meer. Geschätzte rund 4,2 Tonnen Mikroplastik passieren den Fluss täglich; 83 Millionen Menschen in zehn Ländern leben in seinem Einzugsgebiet. Für den bulgarischen Donauabschnitt existiert bislang jedoch keine einheitliche, vergleichbare Datenbasis zur Mikroplastikbelastung. Genau hier setzt das neue Projekt Data4Danube Bulgaria an, das dieBaden-Württemberg Stiftungim Rahmen ihres ProgrammsPerspektive Donaufördert. Umgesetzt wird es von der gemeinnützigenWasser 3.0 gGmbHaus Karlsruhe gemeinsam mit der bulgarischen PartnerorganisationLessPlastic Bulgaria.
Messen, verstehen, handeln
Auf rund 450 Flusskilometern zwischen Vidin und Silistra entsteht die erste standardisierte Mikroplastik-Kartierung des bulgarischen Donauabschnitts. Möglich wird das durch die AnalytikWasser 3.0 detect– eine validierte Fluoreszenzmarker-Methodik, die mit versandfähigen Analytik-Kits arbeitet und damit erstmals ein flächendeckendes Citizen-Science-Monitoring über eine solche Distanz erlaubt. Mindestens 50 wissenschaftlich valide Datenpunkte werden erhoben und dauerhaft öffentlichin derGlobal Map of Microplasticspubliziert.
Erhoben werden die Proben nicht allein im Labor: Bulgarische Schulklassen sowie Freiwillige beteiligen sich an der Probennahme und tragen ihre Ergebnisse selbst in die Datenbank ein. Grundlage der Bildungsarbeit ist das erprobteWASoMI-Bildungsformatvon Wasser 3.0, das für dieses Projekt in Teilen auch in bulgarischer Sprache aufbereitet wird. LessPlastic Bulgaria wird zudem in der standardisierten Analytik geschult und verfügt damit über eine Kompetenz, die über die Projektlaufzeit hinaus trägt.
Europäischer Rahmen
Data4Danube Bulgaria ist ein eigenständiges Wissenschafts-, Bildungs- und Transformationsprojekt. Es zahlt auf dieEU-Strategie für den Donauraum (EUSDR)ein, insbesondere auf den SchwerpunktbereichWasserqualitätsowie auf die Bereiche Bildung und Forschung und institutionelle Kapazitäten und Kooperation. Am Ende der Projektlaufzeit entsteht ein Policy Brief auf Bulgarisch und Englisch, der die Messdaten in konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen, das bulgarische Umweltministerium und EU-Institutionen übersetzt, sowie ein Stakeholder-Dialog in Bulgarien.
Der Partner vor Ort: LessPlastic Bulgaria
LessPlastic Bulgariaist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Sosopol. Ihre Wurzeln liegen in Deutschland: Ende 2016 als studentische Idee an der RWTH Aachen entstanden, inspiriert von einem Vortrag über das Anthropozän. Heute betreibt die Organisation Monitoring von Kunststoffabfällen an der bulgarischen Schwarzmeerküste, koordiniert Strandreinigungen, führt Workshops an Schulen und in Unternehmen durch und erstellt unabhängige Studien. Über 6.800 Kilogramm Abfall wurden durch die Arbeit der Freiwilligen bereits gesammelt; die Kampagne „Clean Christmas“ ist zu einer festenGröße geworden. Die Arbeit folgtvier Prioritäten, in deren Zentrum Bildung als Hebel für Veränderung steht.
Das Team ist zudem an wissenschaftlichen Studien zur Mikroplastikbelastung der bulgarischen Küste beteiligt – etwa zu Zusammensetzung und saisonaler Variation von Meeresmüll im Naturreservat Ropotamo, zu Mikroplastik in Sedimenten entlang der südwestlichen Küste und zu den Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf treibenden Meeresmüll in der Bucht von Burgas.
Für Data4Danube Bulgaria übernimmt LessPlastic Bulgaria die Koordination vor Ort: Ansprache der Schulen entlang des Donauabschnitts, Mobilisierung der Freiwilligen, Bildungsworkshops auf Bulgarisch, lokale Presse- und Stakeholder-Arbeit sowie die Mitgestaltung des Policy Briefs.
Das sagen die Macher:innen
Dr. Katrin Schuhen, Geschäftsführerin Wasser 3.0 gGmbH:
„Ohne Daten gibt es keine Grundlage für Entscheidungen – und ohne Menschen, die diese Daten verstehen, keine Veränderung. Deshalb messen wir in Bulgarien nicht über die Köpfe hinweg, sondern gemeinsam mit Schulklassen, Freiwilligen und einem Partner, der vor Ort verwurzelt ist.“
Nikola Bobchev, LessPlastic Bulgaria:
„Wir arbeiten seit Jahren am Schwarzen Meer – dort landet, was die Donau transportiert. Mit diesem Projekt können wir erstmals flussaufwärts messen, statt nur die Folgen einzusammeln.“
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Über die Baden-Württemberg Stiftung / Perspektive Donau
Mit dem ProgrammPerspektive Donauunterstützt dieBaden-Württemberg StiftungProjekte in den Bereichen Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft im Donauraum. Das Programm ist in die EU-Donauraumstrategie eingebettet und fördert Vorhaben, die gemeinsam mit Partnerorganisationen aus der Donauregion umgesetzt werden.
Die Wasser 3.0 gGmbH ist ein im Mai 2020 gegründetes non-profit Unternehmen, das durch die Verknüpfung von high-tech Materialien und low-tech Verfahren in Verbindung mit systemischer Perspektive neue Wege für den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der (Ab-)Wasserreinigung aufzeigt. Im Fokus stehen flexible, kosten- und energieeffizienteLösungen für die Entfernung von Mikroplastik und Mikroschadstoffen aus Wässern. Dazu gehören zum ersten Mal auch Detektionsverfahren und Weiterverwendungskonzepte. Entsprechend des Selbstverständnisses als Sustainability Entrepreneur handelt die Wasser 3.0 gGmbH Sektoren-übergreifend mit dem Ziel, messbare Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen in den Bereichen verantwortungsbewusste Forschung, Green Innovation und nachhaltige Bildung zu leisten.
Die Wasser 3.0 gGmbH ist ein im Mai 2020 gegründetes non-profit Unternehmen, das durch die Verknüpfung von high-tech Materialien und low-tech Verfahren in Verbindung mit systemischer Perspektive neue Wege für den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der (Ab-)Wasserreinigung aufzeigt. Im Fokus stehen flexible, kosten- und energieeffiziente Lösungen für die Entfernung von Mikroplastik und Mikroschadstoffen aus Wässern. Dazu gehören zum ersten Mal auch Detektionsverfahren und Weiterverwendungskonzepte. Entsprechend des Selbstverständnisses als Sustainability Entrepreneur handelt die Wasser 3.0 gGmbH Sektoren-übergreifend mit dem Ziel, messbare Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen in den Bereichen verantwortungsbewusste Forschung, Green Innovation und nachhaltige Bildung zu leisten.
Datum: 13.08.2026 - 07:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2266859
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Katrin Schuhen
Stadt:
Karlsruhe
Kategorie:
Energie & Umwelt
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