InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Tierschutz ist auch Menschenschutz

ID: 2265803

Tierschutz beginnt im Kopf–und prägt unsere Gesellschaft

Immer häufiger ist von einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft die Rede. Beleidigungen, Gewalt und mangelnder Respekt gegenüberälteren oder schwächeren Menschen scheinen zuzunehmen. Roswitha Gladel, Vorstand von Straßenkatzen in Not e.V., sieht darin keinen Zufall. Sie istüberzeugt, dass Mitgefühl und Respekt bereits in der Kindheit entstehen–und zwar nicht nur im Umgang mit Menschen, sondern auch mit Tieren. Im Interview erklärt sie, warum Tierschutz weit mehr ist als der Schutz von Tieren und weshalb eine Gesellschaft, die das Leid von Lebewesen ernst nimmt, letztlich auch menschlicher wird.


(IINews) - Redakteur: Frau Gladel, Sie engagieren sich seit vielen Jahren im Tierschutz. Warum geben Sie gerade zu diesem Thema ein Interview?
Roswitha Gladel: Weil ich den Eindruck habe, dass unsere Gesellschaft immer mehr verroht. Viele Menschen beklagen, dass der Umgangston rauer geworden ist, dass der Respekt gegenüber älteren, kranken oder schwächeren Menschen nachlässt und Gewaltbereitschaft zunimmt. Gleichzeitig beobachte ich eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid von Tieren. Immer häufiger werden Tiere nur noch als störender Faktor betrachtet oder ihr Leben wird materiellen Interessen untergeordnet. Genau darin sehe ich einen Zusammenhang. Wer lernt, Mitgefühl für schwächere Lebewesen zu entwickeln, wird auch Menschen mit mehr Respekt begegnen. Deshalb bin ich überzeugt: Tierschutz ist immer auch Menschenschutz.

Redakteur: Viele Menschen sagen:„Ein Tier ist kein Mensch. Das Leben eines Menschen ist mehr wert als das eines Tieres.“ Was entgegnen Sie darauf?
Roswitha Gladel: Natürlich unterscheidet sich der Mensch vom Tier. Niemand stellt das infrage. Aber eines haben Mensch und Tier gemeinsam: Beide sind Lebewesen. Beide können Schmerzen empfinden, Angst haben und leiden. Genau deshalb verdienen beide unseren Respekt.
Es geht nicht darum, Mensch und Tier gleichzusetzen. Es geht darum anzuerkennen, dass Leben grundsätzlich schützenswert ist. Wer achtlos mit dem Leben eines Tieres umgeht, gewöhnt sich daran, Leid zu relativieren. Mitgefühl ist keine Fähigkeit, die nur für Menschen gilt. Es entwickelt sich oder es verkümmert – und das beginnt oft schon im Kindesalter.

Redakteur: Sie sprechen häufig von der Erziehung. Warum spielt sie Ihrer Meinung nach eine so große Rolle?
Roswitha Gladel: Weil Kinder ihre Werte nicht mit auf die Welt bringen. Sie lernen sie von Erwachsenen.

Wenn eine Mutter zu ihrem Kind sagt:„Vor der Spinne brauchst du keine Angst zu haben. Wir machen sie einfach tot“, dann lernt das Kind nicht nur, dass die Spinne gefährlich sein kann. Es kann auch eine ganz andere Botschaft mitnehmen: Was anders aussieht oder Angst macht, darf beseitigt werden.





Dasselbe gilt für andere Tiere. Früher haben viele Kinder begeistert Tauben gefüttert. Heute erleben wir immer häufiger, dass Erwachsene lachen, wenn Kinder Tauben hinterherjagen oder absichtlich erschrecken. Was als harmloser Spaß beginnt, vermittelt unterschwellig, dass das Leid eines Tieres keineRolle spielt.

Mitgefühl muss gelernt werden. Ebenso kann Gleichgültigkeit gelernt werden.

Redakteur: Manche halten das für übertrieben. Glauben Sie wirklich, dass der Umgang mit Tieren Auswirkungen auf den Umgang mit Menschen hat?
Roswitha Gladel: Ja, davon bin ichüberzeugt. Natürlich wird nicht jeder Mensch, der Tiere schlecht behandelt, auch Menschen schlecht behandeln. Aber Respekt ist eine Haltung.
Wenn ich einem kleinen, schwachen Lebewesen mit Rücksicht begegne, trainiere ich Mitgefühl. Wenn ich dagegen ständig höre oder sehe, dass das Leid anderer unwichtig ist, stumpfe ich mit der Zeit ab.
Viele Menschen fragen sich heute, warum die Gesellschaft aggressiver geworden ist. Warum Beleidigungen selbstverständlich geworden sind. Warum ältere Menschen oder Pflegekräfte immer weniger Respekt erfahren.
Vielleicht sollten wir uns fragen, ob wir schon bei den Kleinsten genügend Mitgefühl fördern – gegenüber Menschen und gegenüber Tieren.

Redakteur: Sie kritisieren häufig, dass materielle Interessen über das Tierwohl gestellt werden. Können Sie Beispiele nennen?
Roswitha Gladel: Es gibt viele Beispiele. Da werden Mähroboter nachts eingesetzt, obwohl bekannt ist, dass sie Igel schwer verletzen und töten können. Der perfekt gepflegte Rasen scheint wichtiger zu sein als das Leben eines Wildtieres.
Tauben werden mit Abwehrsystemen vertrieben, bei denen sich Tiere schwer verletzen können. Manche verlieren Zehen oder Füße, andere sterben langsam an ihren Verletzungen. Natürlich verstehe ich, dass niemand verschmutzte Gebäude haben möchte. Aber wir dürfen dabei das Leid der Tiere nicht einfach ausblenden.
Es geht nicht darum, Probleme zu ignorieren. Es geht darum, Lösungen zu finden, die möglichst wenig Leid verursachen.

Redakteur: Sie haben mehrfach betont, dass Sie selbst Fleisch essen. Wie passt das zu Ihrem Engagement im Tierschutz?
Roswitha Gladel: Ich bin weder Vegetarier noch Veganer und möchte niemandem Vorschriften machen. Aber ich finde, wir sollten Tieren mit Respekt begegnen – auch dann, wenn sie zur Ernährung dienen.
Viele indigene Völker zeigen uns, dass das möglich ist. Dort wird häufig das gesamte Tier verwertet, und in manchen Kulturen bedankt man sich symbolisch sogar für das Leben, das das Tier gegeben hat. Dahinter steckt die Haltung, dass Leben wertvoll ist und nicht verschwendet werden darf.
Davon sind wir heute weit entfernt. Fleisch soll möglichst billig sein. Kaum jemand fragt noch, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben oder ob sie gelitten haben. Hauptsache, das Angebot stimmt.
Diese Entwicklung halte ich für problematisch – nicht nur aus Sicht des Tierschutzes, sondern auch gesellschaftlich.

Redakteur: Fleisch ist heute deutlich günstiger als früher. Hat das Ihrer Meinung nach etwas verändert?
Roswitha Gladel: Ja. In den 1950er-Jahren war Fleisch für viele Familien noch ein besonderes Sonntagsessen. Fleisch war etwas Wertvolles und wurde entsprechend bewusst konsumiert. Ein Facharbeiter musste 1960 für ein Kilo Schweinefleisch 156 Minuten arbeiten. heute sind es 25 bis 30 Minuten.
Das hat Folgen. Wenn etwas jederzeit billig verfügbar ist, sinkt häufig auch die Wertschätzung. Vielleicht würden wir alle bewusster konsumieren, wenn Fleisch wieder als etwas Besonderes betrachtet würde – mit weniger Verschwendung, mehr Tierwohl und oft auch positiven Auswirkungen auf die eigene Gesundheit.

Redakteur: Was wünschen Sie sich abschließend von unserer Gesellschaft?
Roswitha Gladel: Ich wünsche mir, dass wir wieder lernen, Respekt als Grundhaltung zu verstehen.
•Respekt vor alten Menschen.
•Respekt vor Kranken.
•Respekt vor Kindern.
•Und Respekt vor Tieren.

Mitgefühl ist nicht teilbar. Wer lernt, das Leid eines Tieres ernst zu nehmen, entwickelt häufig auch mehr Verständnis für seine Mitmenschen.
Deshalb lautet meine Botschaft: Tierschutz ist weit mehr als der Schutz von Tieren. Er ist ein Beitrag zu einer menschlicheren Gesellschaft. Wenn wir den Schwächsten mit Respekt begegnen, stärken wir letztlich auch den Zusammenhalt untereinander.


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Straßenkatzen in Not e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Wir

•informieren Menschenüber die Situation der Straßenkatzen in Deutschland
•geben Tipps zur besten Reaktion, wenn man streunende Katzen bemerkt
•organisieren Briefaktionen, um Politiker zum Handeln zu bewegen.

Wir wollen den Teufelskreis aus,
•nicht auf die Rufe der Tierschützer nach einer Katzenschutzverordnung zu hören,
•das Leid der Tiere zuübersehen und
•auf keinen Fallüber geeignete Aktionen zu sprechen

endlich durchbrechen.



Leseranfragen:

Roswith Gladel
chippy11(at)web.de



PresseKontakt / Agentur:

Roswith Gladel
chippy11(at)web.de



drucken  als PDF  an Freund senden  Weinverkostung in Mainz: Hofgut Laubenheimer Höhe lädt zur Weinprobe ein
Bereitgestellt von Benutzer: RGladel
Datum: 05.08.2026 - 19:29 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2265803
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Sigmaringen



Kategorie:

Vermischtes


Meldungsart: Interview
Versandart: Veröffentlichung

Dieser Fachartikel wurde bisher 3 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Tierschutz ist auch Menschenschutz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Straßenkatzen in Not e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Wie man 1,5 Millionen für den Tierschutz einsetzen kann ...

Welche Tier-Hilfe für den Betrag möglich istMit dem Betrag könnten beispielsweise• 1.200 Tierheime mit je 1.250 Euro unterstützt werden oder• 100 Tierheime in Geldnöten könnten jeweils 15.000 Euro erhalten oder• über einer Million Straß ...

Alle Meldungen von Straßenkatzen in Not e.V.



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.303
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 114


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.