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Satelliten-Produktion in Berlin-Charlottenburg: Komplexes Bauvorhaben für den Zukunftsmarkt New Space

ID: 2265203

(ots) - Vom Smartphone-Navi bis zur Klimaforschung - schnell verfügbare und hochwertige Satellitendaten gewinnen an Relevanz. In der Hauptstadt entsteht nun ein neuer Standort für diese Zukunftstechnologie: Das deutsch-US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Planet Labs baut in Berlin-Charlottenburg eine moderne Produktionsanlage für Satellitenkomponentenund Teleskope. Das auf Bau, Immobilienund Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees&Sommer SEübernimmt das Projektmanagement für das ambitionierte Vorhaben.

Auf rund 5.000 Quadratmetern entstehen in Berlin Labor-, Reinraum- und Büroflächen für die Montage, Integration und Prüfung von Satelliten der neuesten Generation. Herzstück des neuen Standorts sind hochspezialisierte Reinräume der ISO-Klassen 6 und 7. Dort fertigt und testet Planet Labs künftig Hightech-Komponenten für die neuen Pelican-Satelliten. Die Technologie liefert hochauflösende Bilddaten in kurzen Zeitabständen, die den Nutzenden nahezu in Echtzeit zur Verfügung stehen. Veränderungen auf der Erde werden so schneller sichtbar - etwa bei Naturkatastrophen, Umweltveränderungen oder Infrastrukturprojekten. Dank der Detailtiefe lassen sich beispielsweise Schäden an Brücken, Staudämmen oder Energieanlagen feststellen. Zudem helfen die Daten, die Verschmutzung der Meere zu dokumentieren und die Folgen von Klimawandel, Waldbränden oder Hochwassern zu analysieren.

"Die Erweiterung unseres europäischen Hauptsitzes um unseren neuen European Space Hub in Berlin markiert einen wichtigen Meilenstein in der europäischen Wachstumsstrategie von Planet", sagt Martin Polak, Geschäftsführer von Planet Labs Germany."Unser European Space Hub bringt Satellitenfertigung, Engineering, Mission Operations und Business Operations an einem Standort zusammen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, Innovationen schneller in operative Fähigkeiten zu überführen und Europas langfristige technologische und industrielle Handlungsfähigkeit im Weltraum zu stärken."





Teamworküber Kontinente hinweg

Das Bauvorhaben ist hochkomplex. Um die neue Produktions- und Laborumgebung zu realisieren, arbeiten internationale Projektteams aus Deutschland und den USAüber mehrere Zeitzonen hinweg eng zusammen. Drees&Sommerübernimmt in allen Phasen die Projektsteuerung sowie das Kosten-, Termin- und Qualitätsmanagement. Hinzu kommen technische Beratungsleistungen, die Koordination aller Planungs- und Ausführungsbeteiligten sowie das Schnittstellenmanagement, um die Vorgaben für Labor-, Reinraum- und Produktionsflächen optimal aufeinander abzustimmen.

"Gerade bei anspruchsvollen Spezialimmobilien und ambitionierten Zeitplänen ist ein präzises Zusammenspiel aller Beteiligten entscheidend", sagt Rojda Emre, Teamleiterin bei Drees&Sommer."Unsere Erfahrung mit Labor-, Reinraum- und Hightech-Produktions-Projekten stellt sicher, dass wir die ehrgeizigen Qualitätsziele, Terminpläne und technischen Anforderungen zuverlässig in Einklang bringen."Beispiel Reinräume: Das Team von Drees&Sommer koordiniert die Gewerke so, dass Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Partikelkonzentration dauerhaft die strengen Vorgaben für die Satellitenfertigung erfüllen. Auf diese Weise kann Planet Labs Komponenten wie Sensoren, Elektronik und optische Systeme wie Teleskope und Kameras unter kontrollierten Bedingungen montieren und testen, bevor sie ihre Reise ins All antreten.

Berlin als Hotspot der europäischen Raumfahrt

Planet Labs, gegründet 2010 von drei ehemaligen NASA-Wissenschaftlern in San Francisco, ist heute an der New York Stock Exchange (NYSE) notiert. Seit mehr als zehn Jahren unterhält das Unternehmen seine Europa-Zentrale am Kurfürstendamm in Berlin. Nun erweitert es sein Team in der deutschen Hauptstadt von etwa 150 Mitarbeitenden um bis zu 70 neue Kräfte. Erst im Jahr 2025 hat Planet Labs mit der Bundesregierung einen Vertrag über Satellitenaufklärung im Wert von 240 Millionen Euro abgeschlossen. Planet Labs betreibt die weltweit größte Flotte von Satelliten zur Erdbeobachtung. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Monitoring von Lieferketten oder landwirtschaftlichen Flächen bis zur Analyse von Flüchtlingsbewegungen bei humanitären Hilfseinsätzen. Auch für Aufgaben der zivilen Sicherheit und Verteidigung eignen sich die Satellitendaten, etwa um Militäranlagen zu identifizieren.

Ein weiteres Beispiel: Satellitendaten von Planet Labs trugen im August 2022 dazu bei, die Ursachen des massenhaften Fischsterbens in der Oder nachzuweisen. Mithilfe der Daten stellten Experten fest, dass es schon im Monat zuvor nahe der polnischen Stadt Opole eine erhöhte Chlorophyll-Konzentration gab."Je früher ökologische Veränderungen erkannt werden, desto schneller lassen sich Gegenmaßnahmen einleiten", betont Martin Polak."Unsere Satelliten liefern dafür die entscheidenden Informationen".

Neue Märkte: Wettrennen im Weltraum

Das Projekt von Planet Labs in Berlin steht für einen globalen Trend: Ob Satelliten, Raketen oder Roboter für Raumfahrtmissionen - laut der aktuellen Studie"Aufholjagd im All"(https://www.rolandberger.com/de/Insights/Publications/Aufholjagd-im-All.html) von Roland Berger ist die New-Space-Ökonomie ein entscheidender Zukunftsmarkt. Die Experten prognostizieren, dass sich der globale Weltraummarkt bis zum Jahr 2040 vervierfachen wird, von heute knapp 500 Milliarden auf 2.000 Milliarden Euro. Investitionen in hochspezialisierte Standorte wie in Berlin-Charlottenburg sieht die Studieals Voraussetzung, damit Europa seine Marktanteile langfristig sichern kann. Die Studie mahnt: Um im Wettbewerb mit den USA und China zu bestehen, braucht es in Deutschland ein neues Mindset und Begeisterung für die Potenziale, die New Space bietet.

"Nicht zuletzt benötigt die New-Space-Branche individuelle bauliche Lösungen wie Reinräume und Labore, die höchste branchenspezifische Standards erfüllen", sagt Rojda Emre."Diese Zukunftsräume wollen wir mit unserer Expertise aktiv mitgestalten - von der Standortanalyse über die Konzeption bis hin zur Realisierung und Inbetriebnahme."

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