Laumann kündigt Hitzeaktionssystem an

(ots) - Interview WDR 5 Morgenecho mit Karl-Josef Laumann zu Hitze/Krankenhäuser
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Im Juni gab es eine Hitzewelle, die auch die Krankenhäuser getroffen hat. Teils mussten Patient*innen aus zu heißen Zimmern evakuiert werden, einige Menschen sind gestorben, in einigen Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft. NRW-Gesundheitsminister Laumann sagte, es gebe derzeit kein Geld, um zusätzliche Klimaanlagen in Krankenhäuser einzubauen.
"Es ist ja erst mal so, dass Nordrhein-Westfalen schon seit 2021 ein Drittel aller Krankenhausinvestitionen in Klimaschutzmaßnahmen investiert. Das sind Riesensummen, weil wir ja über 2,5 Milliarden zur Verfügung gestellt haben für Sanierung unserer Krankenhäuser, davon rund ein Drittel für Klimaanpassungsmaßnahmen. Das finden Sie in keinem Bundesland. Aber trotzdem ist es so, dass wir unsere Krankenhäuser nicht überall und auch in der Regel keine Klimaanlagen haben. Das kann man von heute auf morgen auch nicht ändern, wir arbeiten daran, weil wir uns ja an diese Hitzewellen gewöhnen müssen, dass wir da auch mehr investieren."
Laumann betonte:
"Unsere Krankenhäuser kriegen jedes Jahr vom Land Nordrhein-Westfalen 700 Millionen Euro zusammen, für Maßnahmen, die sie dann selber entscheiden. Davon kann man natürlich auch Klimatechnik machen;"
Laumann sagte, es werde derzeit an einem Förderprogramm für die nächsten Jahre gearbeitet:
"Wir müssen uns in dem gesamten Sozialbereich, das heißt also auch für die Altenheime, aber auch für die Krankenhäuser, auf diese extremen Wetterverhältnisse einstellen. Wichtig ist jetzt erst einmal in der jetzigen Zeit, dass die Krankenhäuser, die Altenheime, die Hitzeaktionspläne, die es ja gibt, auch alle früh genug aktivieren;"
Zu den Hitzeschutzplänen der Landesregierung sagte Laumann:
"Der Hitzeschutzplan bedeutet im Grunde, dass, wenn der Deutsche Wetterdienst die Wärmestufe 2 ausruft, dass dann wir auch als Ministerium noch einmal alle Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen anschreiben werden, die ihnen ganz klar sagen, bitte aktiviert jetzt eure Hitzeaktionspläne, die es ja in allen Einrichtungen gibt. Das heißt, dass man natürlich dann zum Beispiel in den Ambulanzen, in den Notaufnahmen auch genügend Personal hat;"
Zu der letzten Hitzewelle in der letzten Juni-Woche sagte der CDU-Politiker:
"Die größten Probleme im Übrigen am 27. und 28. Juni haben sich ja nicht in unseren Krankenhäusern und Altenheimen abgespielt, weil die professionell mit diesen Fragen umgehen können, die größten Probleme sind in Privatwohnungen passiert."
(...)"Wir brauchen die Ausweisung von kühlen Räumen in den Stadtteilen, in den Dörfern. Wir brauchen aber vor allen Dingen auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung, dass man genug trinkt, dass genug zum Trinken auch in den Wohnungen ist. Auch vor allen Dingen für Menschen, die beeinträchtigt sind, dass man sich kümmert. Aber das ist nicht nur eine staatliche Aufgabe. Ich glaube, hier brauchen wir auch eine Sensibilisierung der gesamten Gesellschaft."(...)
"Wir werden auf jeden Fall gemeinsam mit den Kommunen und mit den Krankenhäusern, mit den Sozialeinrichtungen ein Hitzeaktionssystem in den nächsten Monaten erarbeiten, auch das geht ja nicht von heute auf morgen; wir haben in den letzten Jahren die gesamten Hitzeaktionspläne übers Landesgesundheitsamt in Bochum zusammen mit den Betroffenen entwickelt; das heißt, die Pläne sind da, es sind auch gut überlegte Pläne, die sind mit den Fachleuten zusammen entwickelt worden, sodass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auf diese Extremhitze-Geschichten und -Situationen auch angemessen reagieren können."
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