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Über 20 Jahre POSY bei der NÜRNBERGER–von der Frankierung bis zu barrierefreien Dokumenten

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Seitüber 20 Jahren begleitet POSY das Output-Management der NÜRNBERGER Versicherung. Im Interview berichten Rainer Schnell und Astrid Knuffüber die langjährige Zusammenarbeit und den Weg zum Proof of Concept für barrierefreie digitale Dokumente.


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Das Interview wurde von der SET-Redaktion geführt und redaktionell gekürzt.

Redaktion: Ihr arbeitet beide schon seit vielen Jahren mit POSY. Wenn ihr zurückblickt: Wie hat damals alles angefangen?

Rainer Schnell: Wenn man ganz an den Anfang zurückgeht, dann war das 2004. Damals hatten wir bereits eine Frankiersoftware im Einsatz, die aber sehr speziell war und sich nicht sinnvoll weiterentwickeln ließ. Als neue Anforderungen wie der Data-Matrix-Code dazukamen, war klar: So geht es nicht weiter. Also haben wir nach einer anderen Lösung gesucht – und sind schließlich bei POSY gelandet. Am Anfang haben wir mit POSY tatsächlich nichts anderes gemacht als die Frankierung unserer Briefe.

Ich erinnere mich noch an mein erstes POSY-OutputForum. Da wurde ich an der Anmeldung von eurer Kollegin direkt begrüßt mit den Worten: „Sie müssen Herr Schnell sein – denn Sie sind der einzige, den ich hier noch nicht kenne.“ Das ist bis heute eine Anekdote, die mir im Gedächtnis geblieben ist. Das war praktisch mein erster direkter Kontakt mit der SET.

Redaktion: Welche Herausforderungen gab es damals im Output-Management?

Astrid Knuff: Damals haben wir unsere Dokumente bei der NÜRNBERGER noch komplett selbst produziert. Es gab viele unterschiedliche Ausgabestapel, verschiedene Papierarten und entsprechend viele manuelle Arbeitsschritte. Das hat die Produktion sehr aufwendig gemacht.

Rainer Schnell: Teilweise liefen 100 Briefe in acht verschiedenen Stapeln durch die Poststraße. Jeder Stapel musste einzeln verarbeitet werden, mit unterschiedlichen Papierfächern und Kuverts. So wird man gefühlt nie fertig. Unser Ziel war deshalb, Dokumente stärker zu konsolidieren und größere Produktionsläufe zu bilden.

Redaktion: Wann habt ihr gemerkt, dass POSY deutlich mehr kann als reine Frankierung?





Rainer Schnell: Eigentlich ziemlich schnell. Nachdem die elektronische Frankierung lief, haben wir uns gefragt: Was können wir noch automatisieren? Ein großes Thema war damals der Agenturversand. Früher wurden die Unterlagen über mehrere Ebenen verteilt – zunächst an die Filialdirektion, dann an die Bezirksdirektion und von dort weiter an die Agenturen. Das war viel Handarbeit und hat entsprechend lange gedauert.

Astrid Knuff: Die Idee war deshalb, die Dokumente digital zu bündeln und gesammelt an die Agenturen zu versenden. Dadurch konnten wir viele manuelle Arbeitsschritte einsparen und die Prozesse deutlich vereinfachen.

Mit dem nächsten POSY-Modul haben wir genau das umgesetzt. Gleichzeitig konnten wir Whitepaper einführen, Logos dynamisch einblenden und die Dokumente besser konsolidieren. Die Produktionsstapel wurden größer und die Verarbeitung wesentlich effizienter.

Redaktion: POSY hat euch also über viele Jahre begleitet. Welche Entwicklung war für euch besonders prägend?

Rainer Schnell: Eigentlich jede Ausbaustufe. Nach der Frankierung kam der Agenturversand, später Whitepaper, danach TransPromo und schließlich der POSY-DocumentWorkflow.

Gerade beim POSY-DocumentWorkflow gab es einen spannenden Moment. Wir haben damals den E-Mail-Versand produktiv genommen und gleich einen sehr großen Versand gestartet. Irgendwann ist der Job abgebrochen und wir mussten herausfinden, welche E-Mails bereits verschickt worden waren und welche nicht. Das war natürlich extremaufwändig. Gleichzeitig war genau das aber der Ausgangspunkt dafür, den POSY-DocumentWorkflow einzuführen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Astrid Knuff: Heute ist POSY für uns die zentrale Plattform für das gesamte Output-Management. Egal ob Druckdienstleister, E-Mail, Kundenportal, Vermittlerportal oder Archiv – sämtliche Versandkanäle laufen über den POSY-DocumentWorkflow. Dadurch haben wir alle Dokumente und Prozesse an einer zentralen Stelle und können sie deutlich besser nachvollziehen und steuern.

Rainer Schnell: Wenn ich auf die letzten zwanzig Jahre zurückblicke, dann hat sich nicht nur unsere Outputlandschaft enorm verändert. Auch POSY hat sich ständig weiterentwickelt. Viele Anforderungen haben wir gemeinsam diskutiert und umgesetzt. Das macht die Zusammenarbeit für uns bis heute aus.

Redaktion: Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gewinnt das Thema barrierefreie Dokumente zunehmend an Bedeutung. Welche Anforderungen stellt die NÜRNBERGER in diesem Bereich?

Rainer Schnell: Nach längeren internen Diskussionen haben wir uns zunächst dafür entschieden, die gesetzlichen Mindestanforderungen zu erfüllen. Das betrifft vor allem unsere Website, die Online-Antragsstrecken, das Kundenportal und einige Apps. Diese Anwendungen sind bereits barrierefrei beziehungsweise entsprechend ausgelegt. 

Ein Teil unserer Dokumente entsteht heute bereits in modernen Systemen, in denen Barrierefreiheit direkt bei der Dokumentenerstellung berücksichtigt werden kann. Gleichzeitig betreuen wir aber auch langjährige Bestandsverträge, die noch über ältere Bestandssysteme verarbeitet werden. Die dort erzeugten Dokumente sind heute nicht barrierefrei – genau für diese Bestände haben wir uns angesehen, wie sich Dokumente nachträglich barrierefrei aufbereiten lassen.

Astrid Knuff: Uns war wichtig, zunächst ein realistisches Bild zu bekommen. Die rechtlichen Anforderungen entwickeln sich weiter und werden unterschiedlich interpretiert. Deshalb wollten wir verstehen, welche Lösung für unsere Systemlandschaft sinnvoll ist und wie wir sie möglichst effizient umsetzen können.

Redaktion: Warum habt ihr euch zunächst für einen Proof of Concept (PoC) entschieden?

Rainer Schnell: Mit dem BFSG kamen viele Anbieter auf den Markt und natürlich haben wir uns verschiedene Lösungen angesehen. Ausschlaggebend war für uns schließlich der Vortrag von der SET auf dem POSY-OutputForum 2024. Das, was dort vorgestellt wurde, hat für uns praktikabel ausgesehen und vor allem gut zu unserer bestehenden Output-Architektur gepasst.

Wir wollten deshalb nicht sofort eine Entscheidung treffen, sondern erst einmal prüfen, ob sich der Ansatz in unserer Umgebung bewährt. Die Idee war zu sehen, ob sich die Lösung gut in unseren Dokumentenworkflow integrieren lässt und ob sie genau das leistet, was wir brauchen.

Astrid Knuff: Ein Proof of Concept gibt beiden Seiten die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Wir konnten den Ansatz mit unseren eigenen Dokumenten testen und gleichzeitig bewerten, welcher Aufwand später tatsächlich entsteht.

Redaktion: Was war das Ziel des Proof of Concept?

Rainer Schnell: Für uns stand gar nicht im Vordergrund, sofort ein vollständig barrierefreies Dokument zu erzeugen. Zunächst wollten wir verstehen, ob der Ansatz funktioniert und wer später welche Aufgaben übernimmt. Unsere Dokumente werden von Administratoren gepflegt – nicht von Entwicklern. Deshalb war für uns entscheidend, dass sich die Regeln auch von diesen Kolleginnen und Kollegen erstellen und pflegen lassen. Sie kennen ihre Bausteine und müssen neue Anforderungen später selbst umsetzen können.

Astrid Knuff: Uns ging es also weniger darum, alle Funktionen bis ins Detail auszuprobieren. Wir wollten zunächst die grundsätzliche Machbarkeit bewerten und Erfahrungen sammeln. Für einen Proof of Concept reicht das vollkommen aus.

Redaktion: Wie seid ihr im Proof of Concept konkret vorgegangen?

Astrid Knuff: Wir haben zunächst einige typische Dokumente ausgewählt, die häufig im Einsatz sind und sich gut für den Test eignen. Uns war wichtig, den PoC möglichst praxisnah aufzusetzen und mit Dokumenten zu arbeiten, die unsere Administratoren später auch tatsächlich betreuen.

Rainer Schnell: Parallel haben wir das POSY-TransformationManagement in unserer Testumgebung installiert und in unsere POSY-Umgebung eingebunden. Das war relativ unkompliziert. Spannend wurde es dann beim Aufbau des Regelwerks – also bei der Frage, wie aus bestehenden Dokumenten barrierefreie PDFs entstehen.

Gemeinsam mit zwei Administratoren– jeweils aus unserer alten und unserer neuen Systemwelt – und mit Unterstützung der SET haben wir dann Schritt für Schritt die ersten Regelwerke aufgebaut und anhand der Musterdokumente getestet.

Redaktion: Welche technischen Herausforderungen gab es?

Astrid Knuff: Die eigentliche Herausforderung war weniger die Installation als das Erstellen der Regelwerke. Dafür braucht man ein gewisses technisches Verständnis und muss sich zunächst mit der Funktionsweise vertraut machen.

Rainer Schnell: Wir haben dabei gelernt, dass es zwei Ansätze gibt: ein statisches und ein dynamisches Regelwerk. Für unsere Dokumentenlandschaft wäre ein statischer Ansatz auf Dauer viel zu aufwendig gewesen. Deshalb haben wir uns für das dynamische Regelwerk entschieden, das mit Ankerpunkten und Regeln arbeitet. Hat man diese Logik einmal verstanden, lässt sich damit sehr effizient arbeiten.

Redaktion: Wie zufrieden seid ihr mit den Ergebnissen?

Astrid Knuff: Für einen Proof of Concept waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Unser Ziel war nicht, sofort eine hundertprozentige Lösung zu entwickeln, sondern herauszufinden, ob der Ansatz grundsätzlich funktioniert und sich in unsere Prozesse integrieren lässt. Genau das hat sich bestätigt.

Rainer Schnell: Schon mit wenigen Ankerpunkten und einem überschaubaren Regelwerk konnten wir viele wichtige Elemente korrekt auszeichnen. Das Logo, Adressen, Tabellen, Links oder Unterschriften wurden vom Screenreader richtig erkannt und verständlich vorgelesen. Natürlich gibt es noch Punkte, die weiterentwickelt werden müssen – aber für einen ersten Schritt hat uns das Ergebnis überzeugt.

Redaktion: Wie geht es jetzt weiter?

Astrid Knuff: Aktuell konzentrieren wir uns darauf, die gesetzlichen Mindestanforderungen umzusetzen. Deshalb ist eine Einführung für unsere Dokumente aus dem Altsystem derzeit nicht geplant. Der Proof of Concept hat uns aber gezeigt, dass der Ansatz funktioniert und grundsätzlich in unsere bestehende Outputlandschaft passt.

Rainer Schnell: Für uns war der PoC vor allem wichtig, um vorbereitet zu sein. Wenn künftig weitergehende Anforderungen entstehen oder sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, wissen wir, dass wir eine Lösung in der Schublade haben. Genau darum ging es uns.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview!

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)

Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) setzt Deutschland den European Accessibility Act (EAA) um. Seit dem 28. Juni 2025 gelten für viele digitale Produkte und Dienstleistungen neue Anforderungen an die Barrierefreiheit.

Für Unternehmen bedeutet das unter anderem, dass digitale Dokumente – etwa PDF-Dateien – so aufbereitet werden müssen, dass sie auch von Screenreadern und anderen assistiven Technologien genutzt werden können. Dazu gehören beispielsweise eine logische Dokumentstruktur, korrekt ausgezeichnete Überschriften, Tabellen und Alternativtexte für Bilder.

Mit POSY-TransformationManagement lassen sich bestehende Dokumente automatisiert in barrierefreie PDF/UA-Dokumente umwandeln– ohne die Dokumentenerstellung in den Fachanwendungen grundlegend anzupassen.

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Barrierefreie digitale Dokumente

POSY-TransformationManagement

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Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 22.07.2026 - 11:12 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Swantje Peterhans
Stadt:

Hannover


Telefon: +49 (511) 330998-10

Kategorie:

Softwareindustrie



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