ZDF stärkt weiterhin Forschungszugang zu Rundfunkdaten / Kooperation zur Rundfunksuche"rufus"der Universitätsbibliothek Leipzig, Deutschlandradio und ZDF

(ots) - Die Universitätsbibliothek (UB) Leipzig entwickelt das Portal Rundfunksuche"rufus"in Kooperation mit dem ZDF und dem Deutschlandradio weiter. Das Projekt kann dank einer Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fortgesetzt werden. Die Online-Datenbank bietet wissenschaftlich Forschenden unter blog.rufus-portal.de erstmalig eine Oberfläche für die zeit- und ortsunabhängige Recherche in den Metadaten des deutschen audiovisuellen Erbes. DasFortsetzungsprojekt wird die rufus-Zielgruppe erweitern und verfolgt das Ziel, den Datenbestand zu vergrößern und die Nutzungsfreundlichkeit zu verbessern. Die Daten liefern die Archive des ZDF und nun auch des Deutschlandradio.
Das ZDF und sein Unternehmensarchiv kooperieren seit 2021 mit der UB Leipzig, um ein großes Desiderat der Wissenschaft – den komfortablen Zugang zu den Sendedaten von Rundfunkanstalten möglichst in einem Portal – zu beheben. Mit der Beteiligung an rufus hat sich der Sender als Pionier der Öffnung des audiovisuellen Erbes für die Forschung ausgewiesen. Da das wissenschaftliche Interesse über die Disziplinen hinweg stetig wächst, möchte er dieser Nachfrage weiterhin mit digital verfügbaren Rechercheinstrumenten begegnen. Die Leiterin des ZDF-Archivs, Dr. Beate Scherer, betont:"Die Förderentscheidung der DFG ist ein großer Erfolg für unseren Kooperationspartner, die Universitätsbibliothek Leipzig, das ZDF und rufus – das Portal Rundfunksuche. Mit dem Deutschlandradio gewinnen wir zudem einen starken neuen Kooperationspartner, der das Projekt um wichtige Perspektiven erweitert. Gemeinsam schaffen wir so eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur."
Deutschlandradio wird neuer Datenpartner
Mit Deutschlandradio kommt ein neuer großer Datenpartner dazu, der die Anliegen Forschender engagiert unterstützt und sich zunehmend im Bereich Open Science engagiert. Das Archiv von Deutschlandradio verfügt über die Programmdaten der Sender RIAS (1946 bis1993), Deutschlandfunk (1962 bis1993) und Deutschlandsender Kultur (1992bis1993) sowie der heutigen Deutschlandradio-Programme. Jörg Wehling, Leiter der Abteilung Dokumentation und Archive von Deutschlandradio:"Das Deutschlandradio freut sich an der Seite von zwei starken Institutionen wie der Universitätsbibliothek Leipzig und dem ZDF mit seinen Daten und seiner Geschichte Teil der nächsten Ausbaustufe von rufus zu sein."
Ein nationales, senderübergreifendes Suchportal, das Rundfunksendungen zentral nachweist und sie digital für wissenschaftliche Bedürfnisse recherchierbar macht, ist die Vision hinter rufus. Dr. Anne Lipp, Direktorin der UB Leipzig, erläutert den Bedarf der Forschung:"Die audiovisuellen Massenmedien und ihre Produktionen in Ton und Bild, in Radio, Fernsehen, Film und Mediatheken sind integraler Teil gesellschaftlicher Entwicklungen, bilden sie doch das breite Spektrum von Alltags-, Politik- und Kulturgeschichte ab. Der Wunsch, im Forschungsprozess unkompliziert auf diese Daten zugreifen zu können, wie es in anderen europäischen Ländern schon möglich ist, ist enorm. Das eröffnet auch neue Perspektiven für Digital-Humanities-Ansätze."
Um den Datenbestand zu ergänzen, werden außerdem nicht archivalische Quellen wie Jahrbücher, Programmzeitschriften und Community-Generated-Content für die Erschließung einer Programmchronik geprüft. Das Projekt möchte die Zielgruppe um andere Fachcommunitys erweitern und im Netzwerk der Fachinformationsdienste verankern, die eine digitale, standortunabhängige Informationsversorgung für Forschung und Lehre bieten.
Die UB Leipzig entwickelte das Portal von 2021 bis 2024. Es steht bislang in einer Testversion für Forschende der Kommunikations- und Medienwissenschaft zur Verfügung und ist eng mit dem betreffenden Fachinformationsdienst FID Media (https://fid-media.de/) verknüpft. In dieser Pilotphase stellte das ZDF als erstes Rundfunkarchiv in Deutschland seine Daten für die Online-Suche zur Verfügung. Bis dahin war diese Recherche nur vor Ort möglich. Mit rufus können Forschende derzeit in rund 2 Millionen Datensätzen zu ca. 500.000 Sendungen des ZDF-Hautprogramms sowie Produktionen für andere Kanäle recherchieren. Sie decken die Anfangszeit des Sendebetriebs 1963 bisin die Gegenwart ab.
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